Cherry Picks #42

14. Dezember 2018 von in

Illustration: Simone Klimmeck, Foto: Joko Winterscheidt für One Warm Winter

Der AfDentskalender sorgt für Aufsehen. Die anonyme Gruppe startete mit einer gefälschten Coca Cola Werbung eine große Aktion in Berlin. Auf dem Plakat stand in großen Buchstaben: „Für eine besinnliche Zeit: Sag‘ Nein zur AfD!“, und darüber prankte ein glücklicher Cola-Weihnachtsman. Danach ging alles ganz schnell. Coca Cola zeigte sich entspannt und widersprach dem AfDentskalender nicht und auch weitere Marken wie Pepsi, Vita Cola und Afri Cola zeigten Statements. Ein wichtiger Schritt, denn was ist in Deutschland stärker als die Politik? Die Wirtschaft. Deshalb rufen die Gesichter hinter dem AfDentskalender große Marken zur Stellungnahme auf. Jetzt hat die AfD nicht mehr nur keine Cola mehr, die sie guten Gewissens trinken kann, der AfD Kalender geht weiter: Jeden Tag öffnet der Afdentskalender ein neues Türchen, hinter denen Aktionen gegen die AfD versteckt sind, denen man sich anschließen kann. Eine gute Sache, die noch mehr Aufmerksamkeit verdient! Auf Instagram findet ihr den AfDentskalender hier.

Eine Innovation der Berliner Obdachlosenhilfe: Die Obdachloseninitiative „One Warm Winter“ führt in Berlin den Kiezmarke ein. Die silberne Münze gibt es in unterschiedlichen Laden zu kaufen, beispielsweise bei Friseuren, Restaurants, Cafés, aber auch für Supermärkte. Den symbolischen Dollar gibt es an unterschiedlichen Stellen zu kaufen und im Anschluss zu verschenken. Die Idee dabei ist, Menschen ohne Obdach die Möglichkeit zu geben, sich in der Dynamik der laufenden Gesellschaft besser einzufügen. Gleichzeitig gehen alle Einnahmen über die Kiezmarke direkt an die Obdachloseninitiative One Warm Winter selbst. Man tut also doppelt Gutes. Die beste Idee, die ich seit Langem gehört habe! Alles darüber erfahrt ihr hier. 

„Die silberne Münze hat den Wert eines Produktes aus dem jeweiligen Geschäft. Bei „Mustafa’s“ gibt es einen Döner, bei C&A einen Gutschein und beim Friseur „Ebony & Ivory“ einen Haarschnitt. Eine Lister der teilnehmenden Läden findest du hier. Den Gewinn jeder verkauften Marke spenden die Läden der Obdachloseninitative „One Warm Winter“.“, Stern.de

„Was uns an der Kiezmarke besonders am Herzen liegt, ist dass Betroffene nicht unter sich bleiben. Schenker und Beschenkte kommen im Idealfall ins Gespräch und die Obdachlosen haben die Chance, am Leben im Kiez ein Stück weit teilzunehmen.“, Stern.de

Die meisten von euch haben wahrscheinlich den traurigen Artikel des Herrn Hanks in der Frankfurter Allgemeinen gelesen, der in seinen noch traurigeren Worten um den Verlust der Hausfrau klagt. Der böse Feminismus hätte ihm „die gute Hausfrau“ geklaut, heißt es, und dass eine Frau in der heutigen Zeit einen so derart sexistischen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen lesen muss, ist eigentlich das traurigste von allem. Der Lichtblick folgt allerdings, der es diese Woche in die Cherry Picks geschafft hat: Spiegel hat auf die mittelalterlichen Worte reagiert und Margarete Stokowski hat mit ihrem Artikel „Das goldene Zeitalter der Unterdrückung“ mit allen Geschlechterklischees noch einmal so richtig aufgeräumt. Ein fantastischer Beitrag und gut geschriebene Worte, die genau das zusammen fassen, was viele Frauen nach dem Lesen des Schunds in der FAZ fühlten.

„Nun ist aber Herr Hank nicht nur traurig, dass niemand mehr mit Stolz seine Socken zusammenlegt – und natürlich darf er jederzeit Hausfrau werden, es wäre eine einzige Win-win-Situation – sondern er unterstellt zugleich Feministinnen, ein falsches Narrativ verbreitet zu haben: „Die heute dominante Erzählung, wie man sie Regalmeter lang in den Bibliotheken der Genderforschung findet, liest sich so: Lange Zeit wurden die Frauen unterdrückt von ihren Männern.“ Nun ist es natürlich nicht ganz falsch, von einer langen Zeit der Unterdrückung zu sprechen, wenn Vergewaltigung in der Ehe bis 1997 kein Straftatbestand war.“, Margarete Stokowski

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