Cherry Picks #5

16. Februar 2020 von in

Fotocredit:  Unsplash, Hobnob Journal, Leonie Hanne

Der Modemonat hat begonnen, und aus irgendeinem Grund bin ich diesmal total dabei. Ich verfolge die Shows, ich scrolle durch Instagram und speichere mir permanent Streetstyle-Looks für meine eigene Inspiration ab. Mein Favorit: Leonie Hanne aus Hamburg, deren Looks, so ausgefallen sie auch sein mögen, ich momentan 1:1 adaptieren möchte. Vor allem ihr Oscar de la Renta Look war perfekt – jetzt brauche ich nur noch eine Hochzeit, bei der ich so festlich angezogen aufschlagen kann. Wer sich auch inspirieren lassen will: Mehr Streetstyle-Looks hat Vogue.de, wie man die AW20 Trends zu Hause umsetzt, hat das Hobnob Team ausprobiert. Eine schöne Offline-Inspiration!

 

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Adele hat abgenommen. Auf Instagram kursiert ein Bild, das die Sängerin sehr schlank zeigt. Eigentlich keine große Nachricht, würde nicht alle Welt plötzlich durchdrehen. Dass ihre Abnahme vielleicht mit einem gebrochenen Herzen zu tun hat, dass Adele – wie jeder Mensch auf dieser Welt – das Recht hat, sich zu verändern, wird dabei vergessen. „Leute verlieren Gewicht aus Kummer, anderen hilft Sport, sich besser zu fühlen, wieder andere wachen eines Tages auf und haben plötzlich Lust, fitter zu werden. Was auch immer bei Adele dahintersteckt – es ist ganz allein ihre persönliche Angelegenheit. Wichtig ist, dass sie sich wohlfühlt – in welchem Körper auch immer.“ Das SZ-Magazin hat die Crux rund um den Diät-Wirbel bei Adele wunderbar zusammengefasst. 

„Richtig ist auch, konträre Vorstellungen manchmal einfach stehen zu lassen, ohne den anderen belehren zu wollen. Und genau das tat ich an diesem Tag. Was ich aber auch tat, war, das gemeinsame Projekt, an dem wir miteinander hätten arbeiten sollen, noch am selben Abend abzusagen. Wissend darum, dass eine Zusammenarbeit mit einer Frau, die keine Notwendigkeit im Feminismus sieht, die die Quote ablehnt und selbst zu jener Illoyalität neigt, die sie kritisiert, für mich keine Zukunft hat.“
Mirna Funk hat für Edition F die Frage beantwortet, wie man mit Frauen umgeht, die Feminismus als unnötig betrachten. Eine spannende Antwort, die die Schwierigkeit der Loyalität unter Frauen aufzeigt und wieder einmal beweist: Nur weil man selbst keine (negative) Erfahrungen gemacht hat, ist das keine Allgemeingültigkeit.

„Manchmal fühlt es sich an, als hätte sich die Welt gegen dich verschworen. Du versuchst, für dein Kind eine feministische Welt zu schaffen, aber es ist eine Parallelwelt. Zu Hause bringen wir unserer Tochter bei, dass es kein Spielzeug gibt, das nur für Jungen oder Mädchen da ist. Spielzeug ist Spielzeug, und sie kann die Dinge tun, die sie interessieren. Dann geht sie zur Schule, kommt nach Hause und sagt: „Aber das ist für Jungs!“
Die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie wurde mit ihren TED Talks und Büchern weltberühmt, darunter ein feministischer Erziehungsratgeber. Im Interview mit der Zeit verrät sie, warum sie dennoch bei ihrer feministischen Erziehungen an Grenzen stößt. Ein spannendes Gespräch mit einer sehr klugen Frau.

Ich muss ja sagen, ich habe die vergangenen Bachelor-Staffeln so gar nicht mitverfolgt, war raus beim Thema Trash-TV und nur auf Netflix zu Hause. Dank Erkältung stolperte ich dann doch über die aktuelle Staffel und blieb hängen. Nicht, weil ich die Storyline des Reality-TVs so großartig fand, sondern ich nicht glauben konnte, wie viel schlimmer es dann doch geht. Wer nicht küsst, fliegt, wer seine Grenzen aufzeigt, gilt als zickig. Dass diese Sendung keine Glanzstunde des Feminismus ist, war mir bewusst, was für ein Männer- und Frauenbild sie aber diesmal vermittelt, macht mich wirklich sprachlos. Der Spiegel hat meine Gefühle wunderbar in Worte gepackt. und das Traurigste ist, mit folgenden Sätzen hat dieser Artikel leider sehr recht.
„Er wird sie wieder küssen, ziemlich ausführlich. Und danach im Interview ihre Schönheits-OPs kritisieren: „Ich mag’s halt nicht, wenn sich ne Frau verbastelt.“ Gemachte Brüste seien gerade noch ok, aber gespritzte Lippen wie Leah „mag ich nicht bei meinem Partner“. Sie trotzdem zu küssen, obwohl er eine Beziehung damit ausschließt, ihr die Chance auf Liebe vorzugaukeln, findet er normal. Und das Traurigste ist am Ende, dass man sich tatsächlich nicht fragen muss, welche Gesellschaft dieses Format eigentlich abbilden soll.“

Zu guter Letzt noch eine schöne Nachricht: Meine Freundin Julia Dettmer war Chefredakteurin von Bunte.de und sehr erfolgreich. Trotzdem hat sie sich entschieden, ihrem Leben nochmal einen Turn zu geben und neu zu starten. Ab sofort ist sie als freie Journalistin unterwegs und hat gleichzeitig ihren alten Blog wieder zum Leben erweckt. Ich finde ihren Mut großartig und bin gespannt, wohin die Reise geht. Hier geht’s auf jeden Fall zum Blog. 

 

Wie gehe ich mit Frauen um, die Feminismus unnötig finden?

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