CO2 Ausgleich: So unterschiedlich könnt ihr Flüge kompensieren

18. September 2019 von in ,

Diesen Freitag findet weltweit der internationale Klimastreik statt. Während gerade in der Politik ganz langsam ein paar Dinge ins Rollen kommen, passiert in unserem Bewusstsein noch viel mehr – und wir möchten diese Woche nutzen, um auf ein paar der wichtigsten Themen für den Klimaschutz aufmerksam zu machen. Um ein großes Thema kommt man dabei nicht herum: Die Treibhausgase, die wir beim Fliegen freisetzen.

Infografik: So viel Treibhausgase verusachen Flugzeug, Bahn & Co. | Statista

In diesem Jahr bin ich drastisch weniger geflogen als noch ein Jahr zuvor. Der Rückflug meiner Thailandreise fiel in den Januar, im April ging es beruflich nach Kroatien. Alles andere fuhr ich mit dem Zug, nach Südtirol mit dem Flixbus, was im Vergleich zum Auto auch eine sehr viel geringere CO2-Bilanz pro Kopf ausmacht. Zugreisen innerhalb Deutschlands sind fast immer leicht machbar, und ich liebe es sogar, im ICE zu arbeiten. Einen Vormittag im Zug kann ich super als halben Arbeitstag nutzen, bei einem einen Vormittag zum Flughafen, durch die Sicherheitskontrolle und am Gate geht gar nichts.

Was meinen Treibhausgas-Ausstoß auf Reisen angeht, war ich also dieses Jahr sehr viel besser dabei als in den Jahren davor, trotzdem werden die Kroatien-Flüge bestimmt nicht meine letzten gewesen sein. In manchen Situationen fällt es mir ehrlicherweise wahnsinnig schwer, auf einen Flug und das Erlebnis einer besonderen Reise oder die berufliche Chance, die damit verbunden ist, zu verzichten. Und doch möchte ich künftig nicht mehr blindlings einen Flug nach dem anderen nehmen, genau abwägen – und jeden Flug, für den ich mich doch entscheide, kompensieren. Das Thema Flugkompensation wird immer bekannter und glücklicherweise auch von immer mehr Menschen genutzt, gleichzeitig spielt auch der große Kritikpunkt eine Rolle, dass ein Ausgleich im Nachhinein das durch den Flug freigesetzte CO2 nicht wieder verschwinden lässt. Die beste Option bleibt immer, gar nicht erst zu fliegen.

Jede Woche in ein Flugzeug zu steigen, und sich das Gewissen anschließend rein zu kaufen, darf auch nicht die Lösung sein – trotzdem ist die Flugkompensation immer noch besser, als zu fliegen und gar nichts zu tun.

Die Optionen für den CO2-Ausgleich sind vielfältig, und es gibt immer mehr Anbieter, die Flugkompensationen auf unterschiedliche Weise anbieten. Das können Klimaprojekte wie Aufforstungen oder die Wiederbelebung trockengelegter Moore sein, die CO2 in großem Stil binden. Flugkompensation kann aber auch heißen, erneuerbare Energien zu fördern oder der Industrie Emmisionsrechte wegzukaufen und damit den Treibhausgas-Ausstoß an anderer Stelle zu reduzieren.

Hier seht ihr einen kleinen Überblick an verschiedenen Projekten, die Flugkompensationen auf unterschiedliche Weisen anbieten

Atmosfair

Die gemeinnützige Organisation Atmosfair ist darauf spezialisiert, erneuerbare Energien in Entwicklungsländern aufzubauen. Damit wird dort CO2 eingespart, das sonst durch fossile Energien freigesetzt worden wäre, gleichzeitig profitieren auch die Menschen vor Ort, die dadurch oft zum ersten Mal Zugang zu ständig verfügbarem Strom bekommen. Atmosfair war 2018 der Sieger des Tests CO2 Kompensation von Stiftung Warentest, in dem neben dem Sinn der unterstützten Klimaprojekte auch die geringen Eigenkosten und die transparenten Unternehmensberichte hervorgehoben wurden.

Hier gehts zum Atmosfair CO2-Rechner für Flüge, hier könnt ihr einmalig oder regelmäßig euren gesamten CO2-Fußabdruck oder eine beliebige Menge kompensieren, ihr könnt Klimaschutz-Abos verschenken oder einfach spenden!

myclimate

Die gemeinnützige Stiftung aus der Schweiz ist eine der ältesten Organisationen für CO2-Ausgleich. Die Klimaschutzprojekte, in die das Geld via myclimate fließt, sind extrem vielfältig: Moor-Renaturierungen in Deutschland oder Mangrovenaufforstungen in den Tropen, Förderung von erneuerbaren Energien weltweit, Aufbau von Biogasanlagen in Entwicklungsländern, die Energie aus Abfall gewinnen – die gesamte Auflistung an Projekten findet ihr hier!

Neben Flügen kann man auf myclimate auch ganze Kreuzfahrten, die klimaschädlichste Art des Reisens, berechnen und kompensieren. Auch der insgesamte persönliche CO2-Fußabdruck, die Emissionen des Haushalts, der Firma oder eines Events können berechnet und ausgeglichen werden – zur Übersicht der myclimate-Rechner geht es hier!

ClimateFair

ClimateFair konzentriert sich auf ein Thema, das sehr schwer abzuschätzen, aber dadurch nicht weniger real ist: Die Folgeschäden, die durch unseren CO2-Ausstoß entstehen. Das Ziel von ClimateFair ist, zum einen das klimafreundlichste Verkehrsmittel zu wählen, und zum anderen Verantwortung für die noch nicht vermeidbaren Umwelt-Folgekosten zu übernehmen. Die Gelder fließen in Energieeinsparprojekte und Anlagen zur ökologischen Stromerzeugung: Die oft auch kleinen Projekte sind alle gemeinnützig, leisten einen eindeutigen Beitrag zur Ausgestaltung einer sozial und ökologischen gerechten Gesellschaft, und verpflichten sich vertraglich, bestimmte Ziele mit den Fördermitteln zu erfüllen. Mehr Infos hier!

PrimaKlima

Der gemeinnützige Verein fokussiert sich seit knapp 30 Jahren auf den Erhalt und die Wiederherstellung von Wäldern. Primaklima bietet auch unabhängig von der CO2-Kompensation die Möglichkeit, zu spenden und Bäume pflanzen zu lassen, hier können einzelne Bäume verschenkt werden. Den CO2-Rechner findet ihr hier, die Aufforstungsprojekte befinden sich in Bolivien und Uganda.

TheCompensators

In der Industrie gibt es sogenannte Emmissions-Zertifikate, die Firmen sich kaufen können und die ihnen bestimmte Mengen an CO2-Ausstoß erlauben. Die Gesamtmenge dieser Verschmutzungsrechte ist begrenzt, und der gemeinnützige Verein TheCompensators bietet an, genau diese Verschmutzungs-Zertifikate zu kaufen – und damit aus dem System zu löschen. Das Prinzip ist, dadurch immer weniger Verschmutzungsrechte im System zu haben, sodass die Industrie gezwungen wird, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren – mehr Info findet ihr hier!

Diese fünf Organisationen sind nur ein kleiner Teil von all den Projekten, die Flugkompensation und CO2-Ausgleich anbieten. Sie alle vertreten unterschiedliche Ansätze, die alle ihre Daseinsberechtigung haben und zeigen, wie komplex das Thema ist, und wie viele Möglichkeiten wir haben, etwas zu tun.

Habt ihr schon mal einen Flug kompensiert? Für welchen Anbieter habt ihr euch entschieden? Ihr könnt die Liste in den Kommentaren sehr gerne noch um weitere Projekte und Anbieter ergänzen. Mehr Infos zum Klimastreik am Freitag findet ihr hier!

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