Die Power von Sex and the City

6. September 2013 von in

Es gibt diese Momente, in denen die Welt umzukippen scheint, man einen Kloß im Hals und einen Stein im Magen hat und die Sonne noch so sehr scheinen kann, auch sie ändert nichts daran. Liebeschaos, Trubel, Kummer, garstige Arbeitstage oder ekelhafte Streitereien – niemand bleibt davon verschont.

Es gibt viele sinnvolle Weisen, sich aus dem Sumpf unguter Gefühle hochzuhieven. Die guten Freunde, zum Beispiel. Neue Pläne, Projekte und Ziele. Aufs Land fahren, durch einen Wald spazieren und abschalten. Oder ein langes Bad nehmen, gefolgt von ausgiebigen Wellness-Einheiten. Viele Dinge können helfen, die Laune zu heben.

Eine Sache jedoch hilft bei mir immer, schlagartig und zuverlässig: Sex and the City. Es mag so abgedroschen klingen, aber es ist die Wahrheit. Seit über zehn Jahren begleitet mich die Serie und seit über zehn Jahren kann sie meine Stimmung von jetzt auf gleich in ungeahnte Höhen katapultieren.

Es ist nicht so, dass Sex and the City für mich heute genauso ist wie früher. Mit 12 war ich fasziniert von den vier Damen, wünschte mir ihr Leben, wie so viele andere und merkte nichts von Naivität, Klischees und Sexismus. Heute kann ich über die spät-dran Carrie, die jedes Mal aufs Neue auf ihren High Heels im begehbaren Kleiderschrank stolpert, hinwegsehen. Oder über den übermäßigen, unglaublich dramatischen und machtvollen Einfluss, den die Männer auf das Leben der vier haben, obwohl ja immer wieder von Unabhängigkeit gesprochen wird. So naiv wie die vier ist man vielleicht als Teenie, heute zum Glück nicht mehr.

Aber: Die Serie transportiert diese gewisse Leichtigkeit in mein Stimmungszentrum, die man eben manchmal einfach braucht. Das Leben besteht natürlich nicht nur aus Freundinnen, Schuhen, Cocktails und Jungs, und auch ein nur halb so hochpreisiger Lifestyle wie Carries kann nicht durch eine wöchentliche Zeitungskolumne bezahlt werden. Manchmal tut es aber einfach gut, das Leben mit der rosaroten Sex-and-the-City-Brille zu sehen. Stumpfsinnigen, teeniehaften, aber ehrlichen Spaß mit Shoppen, Freundinnen und Jungs zu haben. Alles nicht so ernst zu sehen und nicht zu sehr an die Zukunft zu denken. Das Leben und die Stadt, in der man lebt, zu genießen. Und alles mit dem fabelhaften Humor der Serie zu unterlegen.

Es gibt kaum eine lustigere Serienfigur als Miranda, die die Single-Eigenbrödlerin in uns verkörpert. Die bei einem schlechten Date mit den Worten „sorry, i have to feed my cat“ verschwindet und sich zu Hause die eingecremten Hände in Putzhandschuhe steckt, um Serien zu marathonen. Szenen wie diese lassen mich Herzschmerz, Stress oder schlechte Laune vergessen – es klappt einfach immer und vor allem immer wieder. Jede Folge der sechs Staffeln habe ich schon ungefähr 20-mal gesehen, keine andere Serie könnte ich so oft immer und immer wieder gucken. Deshalb findet sich Sex and the City auch als einzige Serie in meinem DVD-Regal.

Und weil die erste Staffel sowieso nicht nur outfitmäßig, sondern insgesamt die lustigste ist, hier ein wunderbar oldschool zusammengeschnittenes Video dieser wunderbaren Oldschool-Serie, die bitte nie in Vergessenheit geraten darf:

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17 Antworten zu “Die Power von Sex and the City”

  1. Liebe Milena, du sprichst mir aus der Seele. Ähnliche Gedanken hatte ich, als ich in Ermangelung anderer guter Sendungen vor ein paar Wochen SIXX eingeschaltet habe und tatsächlich SATC kam. Ich war ungefähr 12 als die Serie bei uns anlief, habe sie heimlich geguckt und irgendwie auch nicht verstanden. Jetzt, mit 20 verstehe ich die Handlung der Damen nicht nur, sondern stelle immer wieder „Parallelen“ fest. Und ja, bei einem Stimmungstief ist SATC wirklich ein super Tipp.

  2. Ich hab den Reiz von Sex and the City nie verstanden und bin immer eingeschlafen oder hab gelangweilt umgeschaltet, wenn es im Fernsehen kam. Ich liebe Serien, und eigentlich mochte ich auch Desperate Hosewives bis zu einem gewissen Zeitpunkt ganz gerne, da gab es ungelöste Geheimnisse usw. Aber Sex and the City so gar nicht.
    Ich versteh aber, dass man in Punkto Serien manchmal die Faszination nicht erklären kann. Bis heute zum Beispiel steh ich voll auf Charmed, obwohl diese ganzen Dämonenjagden als 20-jährige Zuschauerin schon etwas lächerlich wirken. Trotzdem wünsche ich mir noch immer, ich wäre zusammen mit meinen Schwestern eine Hexe :D Und vor allem transportieren Serien aus den späten 90ern – bzw. in meinem Fall Charmed – heimatliche Gefühle und ich fühl mich einen Moment lang „glücklich“, so kitschig sich das anhört. :D

    • Charmed war SO gut. Ich hatte und habe keinen Fernseher, deswegen habe ich die Serie in den 90igern immer nur mal sporadisch gucken können, wenn ich bei Freunden war, aber bei diesen kurzen Ausschnitten wollte ich am liebsten sofort nach San Francisco ziehen. Und Prues Kleiderschrank plündern. Heute ist es ein bißchen seltsam, weil ich diese hellblauen Jacken, die Spaghettiträger und diese eng anliegenden Ketten unglaublich schön fand (und die Lippenstifte!) und wollte unbedingt genauso rumlaufen, wenn ich mal groß sein würde. Irgendwie hat Zeit doch einen Einfluss auf den Geschmack. Aber ich liebe es, wenn ich mal krank bin, einfach Charmed laufen zu lassen. Eigentlich ist Twin Peaks meine einzige große Serienliebe, aber mit Fieber macht es nicht besonders viel Spaß.

  3. Sprichst mir aus der Seele. Nur was für dich SATC ist, ist für mich friends.
    Seit Mitte der 90er kann ich die Serie nicht mehr aus meinem Leben wegdenken. Auch wenn das vielleicht für den ein oder anderen komisch klingt.. Aber die 6 haben mir schon durch die ein oder andere Lebenskrise geholfen.
    Schön zu wissen das ich nicht die einzige bin ;-)
    Liebe Grüße

  4. Ganz ehrlich: Für absolut jede Lebenslage gibt es eine SATC-Folge! Es macht immer wieder Spaß sich die Serie anzuschauen!
    Großes Lob an euch 3 im Übrigen!

  5. Oh ja, irgendwie eine wunderbare Serie, trotz ihrer ganzen Makel. Hat mir ehrlich gesagt über die erste schlimme Phase meiner letzten Trennung geholfen.

    Eine Serie die ich aber trotzdem noch besser finde, und das ist meine absolute Serie zum Besserfühlen, ist Lipstick Jungle. Wie SATC, nur etwas erwachsener, und ich mag die Charaktere mehr. Die ist ja damals, als sie lief, leider etwas untergangen und dann auch noch dem Writer’s Strike zum Opfer gefallen – toll ist sie trotzdem immer noch, ich gucke sie mindestens einmal im Jahr.

  6. Hey, ich liebe SATC auch, vor allem Carrie und Charlotte. :)Ich finde ihren unerschütterlichen Glauben an die Liebe einfach nur beeindruckend, zudem inspiriert mich Carrie modetechnisch immer noch. Ich bin vom Modestil wohl Carrie am ähnlichsten, vom Romantiksinn her auf jeden Fall Charlotte. Ich will auch heiraten und ein erfülltes Liebesleben ist mir wesentlich wichtiger als irgendwelche Jobs. Liebe kann auch Selbstverwirklichung bedeuten, eine moderne Frau muss nicht immer gehetzt von Jobtermin zu Jobtermin rennen um sich besser zu fühlen. Meine Selbstverwirklichung ist da eher die Wohnung schön zu dekorieren, einen Hund haben, im Tierheim aushelfen und natürlich Mode. Lol

  7. […] Schon wieder, ich kann gar nicht sagen zum wievielten Mal, schaue ich momentan Sex and the City durch. Dass man die Serie unendlich oft sehen kann, brauchen wir gar nicht mehr zu besprechen. Und genauso sind wir uns vermutlich einig, dass die ersten Staffeln humortechnisch und stilistisch am allerbesten sind. Die 90er-Carrie liebe ich nicht nur wegen ihrer wilden Locken, die sie zu Pelzmantel und Spaghettiträgerkleid trägt. Noch ein Detail ist vor allem in den ersten Staffeln immer wieder an ihr zu sehen: Glitzerlidschatten. Nicht in Blau oder Lila, sondern ganz dezent in Silber, Gold oder Nudeglitzertönen. […]

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