What the Glow?!

3. Juni 2014 von in

Nach Langem möchte ich mal wieder ein Beautythema ansprechen, das mir sehr am Herzen liegt. Keine Produktreview, nein, lasst es uns einen Kommentar nennen. Einen möglichst neutralen Kommentar – denn so ziemlich jeder, der sich auch nur ein bisschen mit Blogs, Kosmetik, Mode und dem ganzen Kram beschäftigt, sollte bestätigen können, dass das Wort „Glow“ das wahrscheinlich derzeit am häufigsten genutzte Wort in der Beautywelt ist. Alle sprechen so selbstverständlich davon, als hätte es nie ein anderes Wort gegeben, aber vielleicht liegt es an mir oder ich habe Recht: Mir ist der Begriff neu.

Zumindest so neu, wie das Wort einem sein kann, wenn man seit circa einem Jahr nahezu täglich darüber stolpert. Was ist nun also genau ein Glow?

Zunächst ist wichtig zu klären, dass es nicht „einen Glow“ gibt. Es gibt THE Glow und zwar nur THE Glow. Man spricht davon, als wüsste jeder, was gemeint ist. Es handelt sich um eine Schminktechnik, die einem Frische ins Gesicht zaubern soll und die das Gesicht „dreidimensionaler“ wirken lassen soll (ja, das hat wirklich mal irgendeine Youtuberin gesagt). Dafür nutzt man einen Highlighter. Und da geht das Problem schon los, denn Highlighter gibt es wie Sand am Meer – sie glitzern, sie glänzen, sie mattieren, sie sind rosé oder beige, sie haben nur eine Sache gemeinsam: Sie sind hell. Beim Glow allerdings nimmt man nicht irgendeinen Highlighter, sondern den reflektierenden glänzenden, oder wahlweise glitzernden, aber zweiterer ist ausschließlich an Abendveranstaltungen anzuwenden.

Den glänzenden Highlighter trägt man dann auf die oberen Wangenknochen auf, hoch zu den Schläfen, unter den Augenbrauen, auf der Nase und naja, sind wir doch mal ehrlich, eigentlich kann man ihn wirklich überall auftragen. Anfangs wurde in der Beautywelt vorsichtig aufgetragen, mittlerweile schmiert man sich glänzendes Gel en masse ins Gesicht und vermischt es einfach direkt mit der ganzen Foundation. Und obwohl ich eigentlich vorhatte diesen merkwürdigen Glow-Hype völlig nieder zu machen, stelle ich mittlerweile leider fest, dass er mir gefällt. Mist. Aber übertreiben kann man bis heute und das tun leider auch nicht wenige.

Diese Nachricht ist an euch, Mädchen, die das schleimige Zeug in ihre Foundation mischen und ihr speckig glänzendes Gesicht als „Glow“ bezeichnen: Stop! Aufhören! Euer Gesicht ist dreidimensional genug, auch ohne dass es überall glänzt. Das ist alles natürlich Geschmackssache und wenn euch der Glow wirklich so gefällt, überall im Gesicht, dann macht es weiter. Seht es als freundliche Anregung, denn vielleicht habt ihr euch schon totgesehen an den ganzen Glow-Gesichtern in den Editorials, dass ihr gar nicht mehr vernehmen könnt, ob euer komplett glänzendes Gesicht im Alltag die Mitmenschen irritieren könnte.

Mir tut es Leid um die ganzen Puder, die jetzt so verstaubt in den Fächern stehen bleiben, denn Nase pudern ist sowas von gestern. Aber doch, wie schon gesagt, je mehr ich über den Glow nachgedacht habe, desto besser gefällt er mir, weshalb ich mir mittlerweile routinemäßige das glänzende Gel auf die Wangen schmiere. Ob das jemand sieht, wage ich dennoch zu bezweifeln, aber es geht ja irgendwie ums Gefühl, gell.

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8 Antworten zu “What the Glow?!”

  1. “ Zunächst ist wichtig zu klären, dass es nicht “einen Glow” gibt. Es gibt THE Glow und zwar nur THE Glow. Man spricht davon, als wüsste jeder, was gemeint ist. “ – Herrlich gut und erschreckend wahr! :D

  2. Ich LIEBELIEBELIEBE wie Du schreibst! Eine kleine Kolumne von Dir am Morgen, und ich habe ein Lächeln im Gesicht, das bestimmt besser ist als jeder GLOW, den ich mir ins Gesicht schmieren könnte!

  3. Ich muss dir da definitiv zustimmen! Auf porenlosen Editorial-Gesichtern sieht so viel Highlighter wirklich gut aus, aber wenn ich es zuhause versuche nachzuschminken fühle ich mich einfach nur speckig und unwohl. Trotzallem finde ich, dass ein dezenter Schimmer auf dem Nasenrücken und unter den Augenbraunen in Ordnung ist. Mein Liebling ist btw der Living Luminizer von RMS :)

    Freya

  4. „Anfangs wurde in der Beautywelt vorsichtig aufgetragen, mittlerweile schmiert man sich glänzendes Gel en masse ins Gesicht und vermischt es einfach direkt mit der ganzen Foundation.“
    Ich habe sehr gelacht!
    Danke für den erfrischenden Kommentar. Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll. Früher war glänzen immer ein Zeichen für ungepflegte, fettige Haut. Irgendwie finde ich ich es richtig angewendet auch schön, aber ich kann es leider nicht oder vllt. habe ich auch einfach noch nicht den richtigen gesehen (ich sehe nur glitzernde überall…)
    Welchen verwendest du denn?

  5. Supergenialer Post.
    Ich habe schon so oft versucht so richtig schön strahlend auszusehen, aber bin bisher nie über „ein bisschen auf den Wangenknochen“ hinausgekommen. Ich glaube ich muss mich noch durch ein paar Produkte probieren. Bisher sieht das einfach komisch aus! Besonders auf der Nase. Davon lasse ich jetzt ganz ab.
    Im Winter versuche ich immer den Anna Friel-Look aus Pushing Daisies hinzukriegen und im Sommer, wenn ich braun bin, frage ich mich wie die in Dhoom 2 Aishwarya Rais Gesicht hingekriegt haben :D.
    Bis der Sommer richtig ausgebrochen ist, lande ich vermutlich im Irrenhaus und fauche „ganz hell beigegold und ganz ssseidig!“ vor mich hin.

  6. Ich finde es kommt ganz auf das Hautbild an.
    Wer eine sehr reine, feinporige Hait hat (die evtentuell auch eher trocken ist) dem steht Glow (ohne Glitzer) nahezu im ganzen Gesicht und es sieht einfach frisch und nicht speckig aus.

    Wer aber sowieso schon glänzende Haut hat, vergrößerte Poren und vielleicht auch Unreinheiten, der sollte den Glow eher dezent dosieren, da sonst alles noch viel mehr betont wird und es wirklich einfach nur ungepflegt und speckig aussieht.

    Ich habe Gott sei Dank eher den ersten Hautyp (eines der wenigen Dinge die ich an mir mag und wo ich „auch mal Glück hatte“ – Danke, Gene!) und kann deshalb den Glow rocken. :) Ich finde es dennoch recht unauffällig und dezent bei mir.

    Aber es ist wie bei allem: erlaubt ist, was gefällt. Und zwar nur einem selbst – nicht anderen.

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