„Meine Texte sollen Emotionen auslösen“

26. April 2013 von in

In unserer Interview-Reihe stellen wir regelmäßig interessante Menschen vor. Menschen, die etwas wagen. Ein Buch schreiben. Mode kreieren. Oder andere tolle Projekte verwirklichen.

Er ist Schauspieler, hat Regie bei seinem eigenen Theaterstück geführt und jetzt sein zweites Buch Abführung der lebenswichtigen Mittelmässigkeit veröffentlicht: Luc Spada. In seinen Texten geht es um das Leben – schnell, voller Energie und ehrlich. Er spielt mit der Sprache, seine Texte sind nachdenklich, aber unterhaltsam. amazed sprach mit dem 27-jährigen Luxemburger über seinen Werdegang, Berlin und München sowie über Mode.

Luc, du hast bereits einiges gemacht. Erzähl uns doch kurz deinen Werdegang.
Geboren bin ich am 24. Mai 1985 in Luxemburg. Schauspiel und Theaterwissenschaften habe ich in München studiert. 2010 bin ich von der Landesvertretung NRW in Berlin für mein künstlerisches Schaffen ausgezeichnet worden. Heute schreibe und spiele ich in Berlin.

Dein erstes Buch war So sehr du mich auch willst, du wirst mich immer mehr wollen.  Jetzt hast du dein zweites Buch Abführung der lebenswichtigen Mittelmässigkeit veröffentlicht. Wieder ist es eine Sammlung an Texten. Inwiefern unterscheidet es sich zum ersten Werk?
Ich schreibe jetzt besser, bin konkreter. Die Art mit der Sprache umzugehen ist auf der einen Seite noch immer die gleiche: Schnell, rhythmisch und ehrlich, aber sie hat sich weiterentwickelt: Ich gehe härter mit mir selbst ins Gericht und weiß nun besser, wenn etwas nicht stimmig ist.

Mit welchem Gefühl sollen deine Leser an dein Buch gehen?
Das kann ich keinem vorgeben, will ich auch nicht. Was ich mir wünsche ist, dass mein Schreiben Emotionen auslöst. Auch wenn man sich danach darüber ärgert. Dann bin ich sehr zufrieden.

Du bist Autor, Schauspieler und hast Regie geführt. Deine Kreativität kennt scheinbar keine Grenzen. Gibt es eine Passion, die du besonders liebst?
Also, damit das klar ist. Ich bin kein Regisseur. Ich habe die Regie mit dem Theaterstück Wenn nicht ich, wer denn sonst? einmal ausprobiert, und werde vielleicht auch noch einmal inszenieren, aber dann muss ich aber 100 Prozent hinter der Idee des Stückes stehen.
Ich mag das Schreiben – vor allem, weil ich dann derjenige bin, der entscheidet wohin es geht. Als Schauspieler ist man da abhängiger (Fremdtext, Produktionsbedingungen, Regisseur usw.)

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Du kommst ursprünglich aus Luxemburg, hast in München gewohnt und lebst heute in Berlin. Wo fühlst du dich zuhause?
Zuhause bin ich in Berlin. Gefühlt und formell. München finde ich aber auch super, und bin auch sicher, dass ich da auch noch einmal zurückkehren werde. Aber mir wird schnell langweilig, und wenn ich das Gefühl habe, dass sich zwar in mir selbst viel verändert, aber die Umwelt einfach nicht, dann muss ich weg.
Ich bin auf jeden Fall nicht nach Berlin gezogen, weil ich München spießig finde und Berlin nicht. Berlin hat den einzigen Vorteil, dass es größer ist. Und man Dingen, die man nicht mag, besser aus dem Weg gehen kann. Aber ja, ich vermisse München.

Was unterscheidet Berlin zu München?
Wie gesagt, die Größe. Und, dass die Sperrzeiten sehr flexibel sind.

Was magst du besonders an München?
München ist wunderschön, und natürlich, weil die Stadt recht reich ist, sind die kreativen Leute umso kreativer. Ich bin der festen Überzeugung, dass die „Off-Szene“ in München sehr spannend ist, weil der Graben zwischen Hochkultur und Subkultur größer ist.

Dein Lieblingsplatz in München?
Das Café von Sobi (Sobi Cocoa) in der Georgenstraße. Dort werde ich auch am 27. Mai lesen.

Thema Mode: Interessierst du dich für Mode? Was ist dein Lieblingsoutfit?
Ich glaube nicht, dass es Leute gibt, die sich nicht für Mode interessieren.
Mein Lieblingsoutfit ist eine schlichte Jeans, T-Shirt, Chucks und ein Sakko. Ganz schlimm finde ich beispielsweise Ed Hardy und andere „Aufdruck-Geschichten“. Nennt man das so? Oder Sprüche-Shirts. Ganz schlimm, haha.

Gibt es einen Lieblingsdesigner? Ein guter Freund von dir ist ja beispielsweise Dietrich Emter.
Ja, leider entwirft Dietrich nur Frauenmode, aber Frauen haben es auch besonders schwer, gut auszuschauen.  Da ist es gut, dass es Modelabels wie Dietrich Emter gibt. (Könnt ihr mich lachen hören?)
Ich persönlich, wenn ich Geld zuviel habe, liebe die Mode von Drykorn und Acne. Die haben viele schön geschnittene, qualitativ hochwertige Kleider.

Wo geht deine Reise hin? Gibt’s schon Pläne für die Zukunft?
Es sind zwei Filme geplant, dann werde ich weiter auf Lesetour gehen und  mal schauen, was passiert.

www.lucspada.com //Luc Spada auf Facebook

Photocredit: Melanie Ziggel

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6 Antworten zu “„Meine Texte sollen Emotionen auslösen“”

  1. Ein unglaublich sympathischer Typ, wirklich!
    Und euch muss ich auch noch ein Kompliment machen, egal wie sehr ich eure anderen Beiträge mag, die Interviews sind einfach kaum zu übertreffen, ihr macht das großartig!

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