Hallo Kopfgewitter: Wenn die Migräne anklopft

5. Juni 2019 von in

Gartenpartys sind toll. Besonders jetzt, wenn die Sonne scheint, die Abende lange hell und lauwarm sind und das Radler noch ein bisschen besser schmeckt, als sonst. Vergangene Woche hatte ich eine solche Gartenparty, nur habe ich selbst nicht dranteilgenommen.

Denn bevor meine lieben Freunde an das Gartentor klopften, zog das Kopfgewitter auf: meine Migräne. Das Problematische an ihr ist: Wie bei einem Gewitter kommt sie so schnell wie ungeplant und meistens dann, wenn ich eigentlich gerade nur meine Zeit genießen will. Nicht unter der Woche, wenn ich sowieso ein Päuschen vom Stress bräuchte, nein, dann, wenn ich mich auf einen schönen Abend mit Freunden freue und ihn doch canceln muss, weil ich Kopfschmerzen aus der Hölle habe.

Ach Migräne, das ist doch diese nette Ausrede,
die ihr Frauen immer habt, oder? Nein!

Migräne klingt wie ein Klischee, ist aber für mich die wahrgewordene Hölle – und auch ein Glücksspiel, das ich meist verliere. Haben Glücksspiele ja in der Regel auch so an sich. Manchmal ruft die Migräne kurz vorher an, fragt, ob sie kommen darf. Wenn ich den Anruf nicht gerade verpasse, kann ich ihren Besuch abwehren. Dann verbarrikadiere ich meine Türen, schmeiße eine oder zwei Kopfschmerztabletten ein, und habe meine Ruhe.

Meistens ist mein Handy aber auf lautlos und beim ersten pochenden Schmerz im Kopf gucke ich aufs Handy und sehe: fünf Anrufe in Abwesenheit. Verpasst. Den Zeitpunkt, abzusagen, verpasst. Dann hilft alles nichts mehr, außer den Besuch ertragen, die Augen zu schließen und hoffen, dass sie nicht allzu lange bleibt. In der Regel ist sie aber Übernachtungsgast, zwei Tage am Stück sind ihr am liebsten.

So empfing ich letzten Samstag meine Freunde, bekam gerade noch ein „Mir ist sehr schlecht gerade, ich leg mich kurz ins Schlafzimmer hin“ und war verschwunden. Im Halbdunkeln hörte ich draußen das Lachen und Geschirrgeklapper, freute mich, dass sich meine Freunde auch ohne mich als Gastgeberin wie zu Hause bei mir fühlen und schloss die Augen, immer in der Hoffnung, nicht doch noch über der Kloschüssel hängen zu müssen.

Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit,
ein pochender Schmerz direkt aus der Hölle

Das Fatale ist nämlich: Den Kopfschmerz könnte ich noch ertragen, am schlimmsten ist die wahnsinnige Übelkeit, die Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie die Unmöglichkeit, noch irgendetwas sinnvolles zu machen. Bei Migräne kann ich nur noch eines: liegen, im Dunkeln, Augen geschlossen und am besten schlafen.

Das tat ich dann auch. Während meine Freunde grillten, lachten und den Samstagabend genoßen, lag ich im Bett und schlief. Bis zum nächsten Morgen. Nach dem Aufwachen staunte ich erst über meine aufgeräumte Wohnung, auf meine Freunde ist Verlass, anschließend atmete ich tief ein und aus und freute mich wie ein kleines Kind, dass ich wieder sitzen kann – mit leichtem Druck im Kopf. Es sind die kleinen Freuden im Leben.

Seit gut vier Jahren plagt mich die Migräne, anfangs nur zyklusbedingt, seit einem Jahr auch gerne bei Wetter- und Klimawechsel, bei Stress oder verschiedenen Triggern. Familiär gibt es bei uns ein paar Migräne-Patient*innen, es scheint, als wäre meine Familie vorbelastet. Gespräche mit meiner Frauenärztin ergaben, dass sie ohne meine extrem niedrige hormonelle Verhütung noch schlimmer wäre. Was ich auf jeden Fall vermeiden will, trotzdem werde ich demnächst nochmal einen kleinen Arztmarathon hinlegen, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Stress reduziere ich schon extrem, Trigger wie Weißwein, Koffein und bestimmte Lebensmittel habe ich mir notiert, medikamentös arbeite ich momentan nur mit den normalen Schmerztabletten. Aber ich sag’s mal so: Ich hätte gerne ein komplettes Besuchs- und Annährerungsverbot für die Migräne.

Was hat euch geholfen, die ebenfalls unter Migräne leiden? Welche Tipps habt ihr, um die Tür für die Migräne endgültig zu verriegeln? Hat wer Erfahrung mit Akupunktur und Co.?

Bei der nächsten Grillparty will ich nämlich wieder dabei sein, um der Migräne keinen Platz einräumen. Ganz nach de Motto: You can’t sit with us.

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42 Antworten zu “Hallo Kopfgewitter: Wenn die Migräne anklopft”

  1. Meinem Mann hat Migravent enorm geholfen (Intensität, Häufigkeit, Dauer – alles deutlich gesunken!). Anfangs musste es die empfohlene Dosis sein, nach ca. einem Jahr reichte auch die Hälfte. Viel Glück!

  2. Liebe Antonia,

    was du beschreibst, ist für mich auch das Schlimmste an der Migräne – dieser komplette Totalausfall. Ich bin seit fast 15 Jahren Migränepatientin und war eine lange Zeit komplett ohne Anfälle. Das führe ich definitiv auf meinen Chiropraktiker zurück. Ansonsten hat mir geholfen: Hypnose und Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht (ein paar Übungen für den Akutfall findest du auch online). Leider alles recht kostspielig, dafür aber, zumindest für mich, nachhaltige Möglichkeiten die Migräne loszuwerden.
    Habe ich einen Anfall, nehme ich grundsätzlich Triptane. Außerdem hilft mir eine sehr heiße lange Dusche und Pfefferminzöl auf der Stirn.

    Alles Gute,
    Sophia

    • Liebe Sophia!

      Das klingt alles gut. Aber spannend finde ich die heiße Dusche? Wann machst du die? Im akuten Anfall? Da kann ich manchmal gar nicht mehr stehen – aber vielleicht probiere ich das mal aus :)

      Thema Alternativmedizin bin ich auch schon dran, danke dir :)
      Triptane nehme ich derzeit nicht, aber auch hier werde ich mal nachhorchen!

  3. Glaube es geht vor allem um das hochdosierte Magnesium. Vielleicht kommt auch ein anderes Präparat in Frage ;) Er hat es von einem Arzt (Naturheilverfahren) empfohlen bekommen.

  4. I feel you…
    Seit fast 3 Jahren weilt das Monster mit M jetzt an meiner Seite, Tendenz leider steigend. Mir hilft es, einen nicht zu kalten Eisbeutel auf den Kopf zu legen bzw. auf die schmerzende Seite. Außerdem nehme ich jetzt regelmäßig Magnesiumglycinat, das kann der Körper sehr gut aufnehmen. Meiner Mutter hat Akupunktur sehr geholfen, das möchte ich als nächstes ausprobieren…
    Das mit den Hormonen ist ja auch spanned, ich überlege nämlich schon länger, ob ich die Pille absetzen soll:/

    • Fürchterlich!

      Ja, die Pille abzusetzen war mein erster Gedanke, meine Frauenärztin und ich haben uns dann die Pille angesehen und sie meinte, dass sie fast glaubt, dass es schlimmer wird! :(
      Aber hier möchte ich gerne nochmal genau nachforschen!

      Magnesium nehm ich auch seit dieser Woche, hoffe, das hilft ein bisschen! Ich hasse es so sehr :(

    • Die Erfahrung mit der Akupunktur kann ich nur teilen👍 Ich bin seit Jahren praktisch anfallsfrei (und wenn dann ganz kleine, kurze Attacken). Ich hatte übelste Migräne alle 2 Wochen mit Augenflimmern, Kopfschmerzen und Erbrechen -;(Ich muss aber mind. Alle 3 Monate einmal in die Akupunktur gehen, damit es gegen die Migräne hilft anfangs hatte ich alle 2 Wochen eine Sitzung👍

  5. Hi Antonia, ich bin auch schon seit vielen Jahren Leidensgenossin. Anfangs waren es bei mir nur Kopfschmerzen, über die Jahre kam dann aber irgendwann diese schreckliche Übelkeit dazu, die mich manchmal aus dem Nichts überfällt. Ohne Minzöl könnte ich nicht leben, aber das hilft eben im besten Fall auch nur, die Symptome etwas zu mildern.

    Vor einer Weile habe ich dann für drei Monate eine ketogene Ernährung ausprobiert – die soll gegen entzündliche Prozesse wie Migräne helfen. Meine erste Diät ever. Und siehe da, ich hatte keinen einzigen Migräneanfall während dieser Zeit. Mit veganer Ernährung ist Keto leider ziemlich schwer zu vereinbaren, die Diät ist doch sehr proteinbasiert. Aber die Auszeit von meinem Migräneleiden war echt so toll, dass ich übrlege, dass länger durchzuziehen…

    • Oh das klingt interessant, leider kommt eine ketogene Ernährung nicht für mich in Frage :( aber ich werde jetzt nochmal genau darauf achten, was ich gegessen habe, wenn die Migräne kommt! Gute Besserung auch dir :)

  6. Gehe zum Arzt (Schmerztherapie) und lasse dir ein geeignetes Triptan verschreiben.Ich bin meine Migräne nicht komplett losgeworden aber die Intesität/Dauer wird deutlich gelindert.

  7. Wenn der Anfall kommt, helfen mir Triptane am besten. Habe als Notfallmedikament immer eine Tablette dabei. Ansonsten ist bei mir Stressvermeidung das A und O.

  8. Ich litt auch häufig unter Kopfschmerzen – bei Stress, Wetterumschwung, zyklusbedingt.. es schränkt einen schon sehr ein. Oft nahm ich Schmerzmittel. Tat ich es nicht entwickelte sich schnell mal eine Migräne daraus. Und da half dann wirklich nur aushalten bis es endet. Etwas Linderung durch Kühlen und Dunkelheit.

    Das ist Vergangenheit. Selten habe ich nun Kopfschmerzen und Migräne schon lange nicht mehr. Ich hoffe es bleibt. Vor einigen Monaten war ich an dem Punkt wo du stehst. Es half nichts richtig. Magnesium hochdosiert nur minimal, Schmerzmittel wollte i h ungern so oft nehmen wie ich es musste. Für mich war die Rettung eine Kombination aus Schüssler Salzen (Nr. 3 und 6, 7 noch dazu). Diese Spurenelemente halfen tatsächlich. Seitdem hatte ich nur 2 mal!!! Kopfschmerzen. Das ist nichts im Vergleich zum letzten Jahr. Ich bin endlich frei. Vielleicht ist es auch was für dich.

    • Oh das klingt wirklich nach mir! Tatsächlich hab ich auch schon überlegt, ob ich zu wenig Salze allgemein zu mir nehme. Schüssler Salze werde ich auf jeden Fall ausprobieren, schaden kann es ja nicht :) und schön, dass es dir geholfen hat!

  9. Liebe Antonia,
    mich hat ein Chiropraktiker komplett (!!!) von meiner Migräne erlöst. Vorher hatte ich fast jede zweite Woche einen Anfall, in der Zeit habe ich besonders viel am Schreibtisch gesessen und geschrieben. Es lohnt sich in jeden Fall, mal checken zu lassen, ob Becken, Rücken und damit auch der Nacken in Balance sind. Ich war bei einem Chiropraktiker in München, der eine amerikanische Methode praktiziert und somit nicht direkt „einrenkt“ und sehr schonend arbeitet. Es ist wirklich so ein Gewinn an Lebensqualität ohne die blöde Migräne.

  10. Ich habe auch seit über 10 Jahren mit Migräne zu kämpfen, aber mir persönlich hat das Absetzen der Pille (ich hatte eine ohne Östrogene, die theoretisch keinen Einfluss auf die Migräne haben sollte) sehr geholfen. Falls doch nochmal ein Anfall kommt, nehme ich Triptane (Formigran gibt es rezeptfrei in der Apotheke) und bin dann auch schnell wieder fit. Alles Gute dir :)

  11. Liebe Antonia,

    Jahrelang hat mich die Migräne begleitet. Stundenlang saß ich auf der Büro-Toilette und habe gewartet bis ich zumindest nach Hause fahren konnte. Eine tolle Party, auf die ich mich freue? Ich konnte sicher sein, dass ich dort nicht hin kann, sondern im Bett liegen werde. Die große Wende kam durch das absetzen der (eh niedrig dosierten) Pille im August 2017. Bis heute habe ich keinen Anfall mehr gehabt, nur mal „normale“ Kopfschmerzen. Während meiner Anfälle habe ich ein Triptan genommen. Das half am besten. Alles gute 🍀👍🏻

    Liebe Grüße, Miri

    • Liebe Miri,
      Also so langsam ziehe ich das jetzt auch in Erwägung – das wäre ja wirklich der Hammer!

      Hattest du arge Probleme nach dem Absetzen der Pille?
      Liebe Grüße!

      • Nein gar nicht. Es ging mir ohne Pille einfach nur gut. Weder hat sich mein Hautbild verändert, noch meine Haare oder sonst was. Allein dadurch das die Migräne weg war, war ich wie ein neuer Mensch. Lediglich meine Periode ist etwas stärker geworden, aber immer schon ohne Schmerzen/Krämpfe. Vielleicht ist es auch bei Dir der Schlüssel zum Erfolg. Bin gespannt auf ein Update nach einiger Zeit.
        Liebe Grüße 😉

    • Liebe Miri, liebe Antonia,

      tatsächlich habe ich seitdem ich meine Pille abgesetzt habe auch kaum noch Migräne. In 2 Jahren nur 2 Mal!

      Normale Schmerzmittel helfen eigentlich gar nicht (außer bevor die Schmerzen richtig anfangen). Was mir die letzten beiden Male aber tatsächlich geholfen hat das ganze erträglicher zu machen war „Yoga for migraines“ von Yoga with Adriene! Vielleicht hilft das ja noch jemandem.

      Liebe Grüße, Hannah

  12. Leider ist es so, dass selbst viele Ärzte bei Migräne nicht Bescheid wissen und einfach zu wenig Aufklärung betrieben wird. Deshalb habe ich meinen Podcast dazu gestartet („Ich hab‘ Migräne – Und was ist deine Superkraft?“), um für mehr Aufmerksamkeit zu diesem Thema zu kämpfen. Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die im Gehirn entsteht. Unser Hirn ist sozusagen anders gebaut und auf alles sehr empfindlich, was einen Wechsel bedeutet. Also wenn man mal nicht so lange oder sogar länger als sonst schläft. Oder wenn man eine Mahlzeit auslässt oder eben von einer sehr stressigen Phase in eine ruhige Phase kommt (Stichwort Wochenende). Oder eben in der klassischen Pillenpause. Deshalb kann es auch helfen, eine Gestagen-Pille (ohne Östrogene) durchzunehmen (so bleibt das Hormonlevel stabiler) oder die Pille abzusetzen, das ist ganz individuell. Bei manchen hilft das eine, bei manchen das andere. Wenn man Migräne mit Aura hat, sollte man ohnehin keine Pille mit Östrogen nehmen. Und es ist wichtig, auf Regelmäßigkeit im Alltag zu achten, Entspannungsverfahren wie Muskelrelaxation nach Jacobson haben in Studien gezeigt, dass sie die Häufigkeit um bis zu 50 Prozent reduzieren können. Ich nenne mein Gehirn auch gerne mal ein Montagshirn, es ist eben wie ein Montagsauto etwas defektanfälliger. Entsprechend liebevoller gehe ich mit ihm um.

    • Liebe Bianca,
      das hast du schön gesagt. Aus Gründen bin ich sowieso schon wahnsinnig achtsam mit mir und meinem Stresslevel, tatsächlich glaube ich reagiert mein Kopf mit Migräne bei Wetterwechsel, Triggern, Stress (klar ;)) und Hormonschwankungen. Ich werde dem ganzen auf den Grund gehen, denn ich hab keine Lust mehr haha
      Aura habe ich glücklicherweise keine, der Rest reicht mir aber schon!
      In den Podcast höre ich jetzt auch mal rein! <3

  13. Liebe Antonia,
    mir hat ein Besuch beim Zahnarzt geholfen. Eine Schiene für die Nacht und eine Überweisung an einen Physiotherapeuten, der auf die Behandlung von CMD spezialisiert ist. Bei regelmäßiger Massage/Krankengymnastik, nahezu keine Migräneanfälle mehr…
    Gute Besserung

    • Liebe Caroline!
      Wow, ich bin echt so erstaunt, was alles für Aspekte möglich sind :)
      Kieferschmerzen und Beißen hatte ich vor einem Jahr ganz extrem, nach massiver Stressreduktion ist das so gut wie weg, aber vielleicht ist das trotzdem auch ein Ansatz :) Ich seh schon, ich brauch bestimmt ein halbes Jahr, um rauszufinden, wo der Haken ist :)
      Danke dir!

  14. Ich konnte mir den Beitrag nur mit Sorge durchlesen, da ich, sobald ich etwas über Migräne lese, das Gefühl habe, dass die Aura losgeht.
    Ich bin von 2-3 Anfällen pro Monat auf 1-2 Anfälle pro Jahr runter, nachdem ich die Pille abgesetzt habe.

    Im Akutfall hilft bei mir allerdings auch nur ins Bett legen und warten bis es vorbei ist. Triptane helfen mir gefühlt garnicht.
    Als Auslöser stelle ich vor allem inneren Stress fest (völlig unnötig in den meisten Fällen, aber tja, die Psyche..), manche Käsesorten (wie Camembert), meinen Eisprung und Käsekuchen :((
    Mittlerweile nehme ich CBD Öl, seitdem hatte ich (glücklicherweise) aber noch nicht die Möglichkeit das auch im Fall einer Migräne zu nehmen. Da es mir aber gegen normale Kopfschmerzen hilft, hilft es mir vielleicht auch dabei, die Schmerzen zumindest zu mildern :)

  15. Liebe Antonia,
    was du da beschriebst, kommt mir soo bekannt vor. Hatte jahrelang mit denselben Symptomen zu kämpfen. Bei mir hat letztendlich geholfen auf hormonelle Verhütung zu verzichten. Seitdem kommt die Migräne nur noch recht selten und mittlerweile habe ich gelernt Trigger zu erkennen und mich dementsprechend zu verhalten und rechtzeitig Schmerztabletten zu nehmen,um so früh wie möglich gegenzusteuern. Meistens hilft dies recht gut.
    Wünsche dir gute Besserung!

  16. So viele gute Gedanken! Ich habe schon mein Leben lang Migräne und kann nur bestätigen: es ist ätzend und Aktupunktur bzw. eine ganzheitliche Behandlung mit traditioneller chinesischer Medizin hilft viel. Neu entdeckt habe ich eine Akkupressurmatte, auf die ich mich lege, falls ich die Migräne rechtzeitig klopfen höre, manchmal kriege ich den Anfall so in den Griff.
    Und noch ein Triptan-Tipp (die helfen mir sehr, es gibt verschiedene Arten, falls dass klassische Naratriptan nicht oder zu langsam wirkt): Obwohl rezeptfrei erhältlich kann man sich Großpackungen verschreiben lassen, die sind nämlich sau teuer.

    Liebst, Katha

  17. Liebe Antonia,

    ein toller Artikel, gerade das Bild mit dem Anruf der Migräne, den man dann leider verpasst hat, finde ich sehr passend.
    Auf die Gefahr hin ein paar andere Tipps zu wiederholen:
    – Pille: Ich nehme die Pille durch um damit zumindest die hormonellen Schwankungen im Griff zu haben, das hat auf jeden Fall die Anzahl der Dauermigränetage im Monat reduziert.
    – Triptane: Definitiv die Go-to-Akutmedikation, es kann Wunder wirken!
    – täglich Magnesium nehmen (z.B. Verla 400) und beim „ersten Anruf“ können ein Tütchen Magnesium Direkt-Granulat und ein Espresso mit Zucker bei mir die Attacke abwenden (ich muss mit der Anzahl der Akutmedikation aufpassen, deshalb versuche ich meistens erst diesen Trick)
    – Ausdauersport hilft mir die Anzahl der Anfälle insgesamt zu senken und überhaupt geht es mir damit besser
    – bzgl. Ernährung habe ich gelernt, dass der Blutzuckerabfall auch triggern kann, deshalb achte ich darauf genug und gute Kohlenhydrate zu mir zu nehmen (v.a. abends, weil wir ja nachts nicht mehr essen). Aber bei der Ernährung gehen die Meinungen ja stark auseinander.

    Viele Grüße!

    • Danke für deine vielen tollen Tipps!
      Gerade Sport und Ernährung sind super wichtig, wenn ich einen Tag zu wenig esse, ist dir Gefahr viel größer, dass die Migräne anruft :(
      Magnesium nehme ich jetzt brav jeden Tag und hoffe, das hilft schon :)
      Triptane werde ich jetzt demnächst ausprobieren :)
      Liebe Grüße und gute Besserung!

  18. „Gespräche mit meiner Frauenärztin ergaben, dass sie ohne meine extrem niedrige hormonelle Verhütung noch schlimmer wäre.“ Das klingt als würde deine Frauenärztin behaupten, dass deine Migräne schlimmer wäre, wenn du nicht verhüten würdest, aber du meinst wahrscheinlich, dass sie schlimmer wäre wenn du ein höher dosiertes Verhütungsmittel verwenden würdest? Als ich Anfang Migränen zu bekommen sagte mein Arzt ich solle mir mal überlegen die Pille abzusetzen, da diese bei einigen Frauen zu Migränen führen kann, oder zumindest auf die Minipille umzusteigen. Letzteres habe ich dann getan, ob’s was gebracht hat ist schwer zu sagen, da ich zum Glück nicht häufig Attacken bekomme, aber ich würde sagen nicht wirklich. Die Pille komplett abzusetzen habe ich mich noch nicht getraut. (Zum einen ist’s halt bequem und zum anderen habe ich Sorge, dass meine Haut dann komplett ausrastet. Hatte zwar nie Akne, aber auch jetzt mit 31 Jahren noch unreine Haut.)
    Ich habe das Glück, dass ich nie „richtige“ Migräneanfalle bekomme, bis auf das allererste Mal. Bei mir kommt nämlich zuerst die Aura und glücklicherweise kann ich einen Migräneausbruch dann vermeiden wenn ich mich für eine halbe Stunde im Dunklen hinlege. Es ist trotzdem ätzend, aber ich weiß mich glücklich zu schätzen, denn eine „richtige“ Attacke so wie ich sie nur beim ersten Mal hatte ist wirklich grausam. Und ich hatte es noch nicht mal mit Übelkeit, sondern „nur“ mit einem absolut quälenden und für Stunden andauernende Kopfschmerz zu tun. Ich hoffe, du findest etwas das für dich hilft, aber ich befürchte leider, dass Migränen (noch) ziemlich unberechenbar sind.

    • Liebe Lisa,
      Ja und nein.
      Sie meinte, dass ich eben eine Mini-Pille nehme und die Migräne unabhängig von der Pille kam, sodass sie sagt, dass es sein kann, dass beim Absetzen dir Symptome schlimmer werden, durch den Hormon-Entzug. Genauso wie eine stärkere Pille auch sich auswirken könnte – ich scheue das Rumexperimentieren mit dem Absetzen bislang auch, aber wahrscheinlich hilft es nur, alles auszuprobieren und im letzten Schritt dann auch die Pille abzusetzen. :(
      Oft sind es ja auch mehrere Faktoren, die zusammenspielen. Aber ich habe nie die Pille gewechselt und die Migräne ist erst in den letzten Jahren stark geworden. Aber ich werde das definitiv nochmal ansprechen und dann überlegen.
      Eine Aura habe ich nicht, dadurch kann ich die Migräne oft nur schwer abfangen. Ich denke auch, Migräne ist super unberechenbar, man kann einfach sehr achtsam sein, und es wahrscheinlich trotzdem nicht zu 100 -% verhindern.
      Liebe Grüße und gute Besserung :)

      • So habe ich da noch gar nicht drüber nachgedacht… ohje, noch ein Grund sich vor dem Absetzen der Pille zu „fürchten“. Wer weiß, es könnte ein richtig guter Schritt sein, es könnte aber auch nach hinten durchgehen (Akne, verschlimmerte Migräne…). Bei mir ging es allerdings mit der Migräne auch erst los nachdem ich die Pille schon seit Jahren genommen hatte, von daher macht’s für mich irgendwie keinen Sinn, dass das in meinem Fall zusammenhängen könnte.

        Ja, da hast du recht. Als ich Anfing Migränen zu bekommen habe ich noch herumgewitzelt. „Ich muss jetzt halt auf alles was Spaß macht verzichten.“ Aber selbst wenn ich das tun würde, wäre es wahrscheinlich kein 100%iger Schutz. Seine Trigger zu kennen hilft mit Sicherheit, wobei ich nur einen erkennen konnte. Der war in 95% der Fälle wahrscheinlich der Auslöser, aber eben auch nicht immer. Ich bin fast davon überzeugt, dass Stress die mit Abstand größte Rolle spielt. Dabei muss die Migräne gar nicht mal in einer stressigen Situation auftreten, es hilft schon genereller unterschwelliger Stress (bei mir leider fast immer vorhanden).

        Alles Gute für dich!

        • Liebe Lisa,

          ja, ich vermute, dass es bei mir auch nicht mit der Pille zusammenhängt, da ich die Migräne erst nach Jahren der Einnahme bekam – aber auch das ist wahrs. kein Gradmesser.

          Stress ist definitiv bei mir auch der größte Indikator, und ich passe hier seit einigen Jahren schon sehr auf mich auf. Aber gerade als Freiberufler hat man ja doch immer wieder unterschwelligen Stress und Druck, der sich dann vielleicht entlädt.

          Alles Gute dir <3

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