Kolumne: The 10 Rules of Chatting

29. Mai 2015 von in ,

Instagram, Mails, Twitter, Whats App, Facebook, iMessage. Wir sind in Zeiten der virtuellen Kommunikation so weit, dass ein Überleben ohne Fähigkeiten im Zehnfingersystem zwar möglich, aber deutlich schwieriger geworden ist. Natürlich ist neben dem Zehnfingersystem auch ein Zweifingersystem entstanden, und zwar nicht die des langsamen Tippens (Wo ist jetzt nochmal das „O“?), sondern vielmehr ein Daumensystem für das Smartphone. Ich bin mit meinen 23 Jahren in der Generation von Menschen, die das Telefonieren verabscheuen und je jünger es von da an wird, umso mehr steigt die Telefonabneigung. Chatten wird immer wichtiger und ist mittlerweile zu meinem Kommunikationsmittel Nummer 1 geworden – und da stehe ich sichtlich nicht alleine da. Chatten ist wichtig.

Emails schreiben ist wichtig. WhatsApp ist wichtig. Und nicht nur wichtig, Chatten kann in Zeiten von beispielsweise Tinder ein ausschlaggebendes Kriterium werden, ob man eine Person mag oder eben nicht. Chatten ist eine Philosophie für sich und hat eine ganz neue Form von Wichtigkeit angenommen. Die Regeln, die es beim Chatten gibt, die Norm, die sich beim Chatten findet, gibt es in dem Stil im normalen Sprachgebrauch nicht. Man kann anhand einer im Netz schreibenden Person mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit das Alter eingrenzen, den Typ Mensch, den Humor, den Stil und Geschmack.

Es gibt Regeln, Leute, Regeln, die man beibehält beim Chatten – wenn man nicht so wirken möchte, als sei das Internet ein Alien aus der Zukunft.

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1. Benutze Smileys niemals mit Nasen
Es gibt nur eine Sache, die schlimmer ist als ;). Und das ist ;-).

2. Das … ist … und nicht ……………..
Das ist übrigens auch auf ? und ! übertragbar!!!!!!!!!!!!!

3. Groß und Kleinschreibung ist nur bei Emails wichtig
Darf bei besonderen Rechtschreibnazis aber trotzdem auf allen Portalen verwendet werden. Eh klar.

4. *gg* gibt es nicht mehr
Kicher, Grins, Nerv, Seufz, etc.. auch nicht. Nicht mit, nicht ohne Sternchen.

5. Emojis sind Zusätze und keine Storyteller
„Wollen wir tanzen gehen? *Zwanzig tanzende Salsafrauen im roten Kleid Emojis, Bier Emoji, Cocktail Emoji, Rotwein Emoji, Zweierpaar Tanzemojis mit Hasenohren, obligatorischer schüchterner Affenemoji*“ funktioniert ein mal als Spaß, aber niemals in regelmäßigen Abständen.

6. Der Affenemoji
So generell. Das kann aber auch was persönliches sein.

7. LOL ist nicht gleich LOL
Tatsächlich hat Laughing out Loud überraschenderweise überlebt. Allerdings ohne Sternchen (siehe Punkt 4), ohne Z und ohne Ö (löl, ihr erinnert euch?). Entweder lol (ironisch) oder LOL (tatsächlich lustig) geschrieben – darf aber gerne auch komplett vermieden werden.

8. Haha in Maßen
Haha hat Lol perfekt abgelöst. Allerdings sollte in Maßen genossen werden, ansonsten wird das Gespräch schnell holprig. „Was habt ihr dann gemacht? Haha“ „Haha naja, du weißt schon“ „Hahahaha!“ „Haha, ich weiß!“. Oder so.

9. Überflutende Spamnachrichten vermeiden
Besonders unangenehm sind die abgehackten Sätze, die erst nach 3 Absätzen vollständig sind. Ganze Sätze sind was tolles, oder man neigt ganz schnell dazu, in eine „Ein mal – im Ferienlager“-Tussi von American Pie zu mutieren. In WhatsApp-Form und ohne Flöte!

10. Begrüßungen und Verabschiedungen sind zu Ende
Zumindest was WhatsApp angeht. „Liebe Julia“ oder „Lg Amelie“ schreibt man in Emails oder damals, als es noch sowas wie Brieffreundschaften gab! Lg ist mal abgesehen davon fast immer eine schlechte Idee, ein kleiner Tipp am Rande.

Rules of Chatting
Foto: @chiara_grazia_it

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13 Antworten zu “Kolumne: The 10 Rules of Chatting”

  1. Daran merke ich, dass ich einige Jährchen älter bin: „1. Benutze Smileys niemals mit Nasen“ gilt für „meine Generation“ nicht. Absolut gängig, denn so hat es ja angefangen irgendwann in den 90ern.
    ;o) Auch Begrüßung/Verabschiedung in SMS oder bei Whatsapp sind normal.

  2. Toller Beitrag zum Schmunzeln ;)
    Ich hab noch was, statt lg schreibt man heute gerne x.

    Ich habe das Gefühl xo ist aber auch schon wieder aus der Mode.

    Marie
    pocketfulofmakeup.blogspot.com

  3. Oh ja, da merkt man wirklich schon die Jährchen und wie jemand anders schreibt ;-) sowas wie *lautlach* finde ich auch ganz schlimm – aber wenn ich mit jemandem nicht richtig chatte, sondern whatsapp als sms ersatz nehme, schreibe ich schon hallo liebes, oder so – wenn ich mich nach einem halben jahr wieder melde, finde ich das schon angebracht und lg auch. aber ich darf das, ich bin ja auch schon 33 :D

  4. Mein Papa setzt noch einen drauf und macht nicht nur Smileys mit Nase, sondern auch noch mit „Brille“. „Schließlich bin ich doch Brillenträger 8-) “ …ähm, ja, Papa.

    • Dein Papa ist aber toll. Mein Papa würde nie ein Smiley schreiben, aber er nutzt ja auch kein whatsapp (aus Prinzip – die speichern ja alles) und auf Anrufbeantworter spricht er auch nicht (Gibt es die überhaupt noch?). Aber hauptsache sein Apple ist mit dem ganzen Haus verbunden und mit dem iPhone seiner Frau ;)

  5. Mit dieser Kolumne hast Du mich total zum Lachen gebracht! Ich verwende aber immer noch Smileys mit Nasen, kannte den Unterschied zwischen lol und LOL nicht und liebe den Affensmiley in all seinen Varianten :) (extra ohne Nase – will schliesslich auch cool sein :) )

  6. Ich fürchte, du hast leider noch etwas vergessen, Amelie…

    ^^

    Das ist meiner Meinung nach das unästhetischste und lächerlichste Symbol überhaupt! Stehe ich damit allein da? Ich hoffe nicht.

  7. meine mama ist was das betrifft ein richtiger kracher. ich habe ihr verboten, smileys mit nase zu benutzen. jetzt schreibt sie zwar nicht mehr :-), dafür aber : ) , haha.

  8. […] und wirklich absolut ausgestorben. Wer so etwas trotzdem noch macht, sollte sich dringend die 10 Rules of Chatting durchlesen. #letmeworkit: Antonia ist der Sportprofi unter uns und hat eine solide App-Empfehlung […]

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