Roomtour: Amelies Wohnzimmer & die 2-Betten-Regel

3. Dezember 2018 von in

Im März 2018 sah ich zur Wohnungsübergabe zum ersten Mal die Wohnung, in der ich bald eine lange Zeit leben sollte. Denn die Wohnungssuche in Berlin ist eine wahre Herausforderung, wenn man selbst zu dieser Zeit noch in München wohnt und der Freund ebenso aus einer anderen Stadt anrückt. Wir sind beide recht unkomplizierte Charaktere und Glückspilze obendrein, denn wir ergatterten unsere jetzige Wohnung, ohne sie je zuvor gesehen zu haben. Die Übergabe war also für uns beide das erste Kennenlernen unserer jetzigen vier Wände. Dementsprechend überfordert und durchflutet von allen nur fühlbaren Gefühlen waren wir an jenem Tag, an dem wir den Vertrag einer Wohnung unterschrieben, die wir im selben Moment zum ersten Mal live zu Gesicht bekamen. Einen Monat später rückten wir dann mit Sack und Pack an und teilten erschöpft die Räume unserer neuen Wohngemeinschaft auf.

Die Aufteilung im Grundriss des Wohnzimmers, Schlafzimmers, der Wohnküche, Speisekammer und eines geräumiges Bades erleichterten die Entscheidungsschwierigkeiten, doch wir waren beide trotz offensichtlicher Zimmerstruktur klar: Wir wollen zwei Betten. Eines im Wohnzimmer und eines, logischerweise, im Schlafzimmer, ein Nacht- und ein Tagesbett, wenn man so möchte. Das Tagesbett, das ihr auf diesen Fotos sehen könnt, ist nicht nur unsere deutlich gemütlichere Sofa-Alternative, sondern praktisch für womögliche Krankheitsphasen, die einer von uns beiden durchkämpft, unterschiedliche Tages- und Abendplanungen, und vor allen Dingen aber für das Beherbergen von regem Besuch aus unseren beiden Heimatorten. Es kommt nicht selten vor, dass sich Freunde und Familie bei uns niederlassen und dementsprechend wollen wir es ihnen aufgrund eines fehlendes Gästezimmers so heimelig wie möglich machen. Tagsüber tut der wunderschöne und perfekte Überwurf den Rest. Man glaubt ja gar nicht, was eine Tagesdecke in einem Raum positiv verändern kann – und wie schwer es ist, eine wirklich schöne zu finden. Monatelang haben wir uns mit der Suche nach einem schlichten, schönen und gleichzeitig nicht langweiligen Modell begeben und wurden am Ende von HAY via Flinders erlöst.

Ein Bücherregal ist nicht nur teuer, es nimmt auch viel Platz ein. Ich bevorzuge luftige Räume und habe aus praktischen sowie ästhetischen Gründen auf ein Bücherregal verzichtet und stattdessen unsere Bücher im Raum gestapelt. Daneben rankt unser neuester Stolz: Die Pflanze namens Ficus, die wir hoffentlich nicht sofort umbringen (trotz meiner Gärtnerstochter-Wurzeln habe ich den grünen Daumen nicht gerade geerbt). Der zusammen gebastelte Schreibtisch thront auf dem HAY-Produkt Nummer zwei. Der goldgelb und beige gewebte Teppich „Moiré“ des Skandinaviers erfüllt ähnliche Kriterien wie die Tagesdecke: Er ist schlicht, edel und zugleich nicht langweilig. Das Zimmer wirkte ohne seiner Anwesenheit ungemütlich und leer, nun haucht er dem hellen und belebten Raum noch mehr Wärme ein. Homeoffice-Tage finden genau an diesem Ort statt – und übrigens auch genau dieser Artikel, den ich gerade für euch verfasse.

Zu guter Letzt befindet sich auf der linken Seite des geräumigen Wohn-, und manchmal auch Schlafzimmers, eine ausgewählte Reihe an Hemden von mir und meinem Freund. Darunter platzieren sich unsere schönsten Kleinigkeiten. Eine Stehlampe, die mir schon in meinem alten Kinderzimmer den Raum erhellte und die ich einst von meiner Oma geschenkt bekam, ein kunterbunter Teppich von GUR, ein paar gerahmte Malereien, ein vergoldeter Spiegel „Framed Mirror“ von Muuto, eines meiner neuesten Errungenschaften und mein ganzer Stolz, der schöne Beistelltisch von Marcel Breuer und das Stefan Marx Bild sowie die Schallplatten und -spieler, die uns an langen Sonntagen das ausgedehnte Frühstück noch schöner machen und Klänge durch die ganze Wohnung schicken.

Das war es auch schon. Mein Lieblingsraum, das Wohnzimmer, ist in reger Benutzung und perfekt für jede Gelegenheit. Kein Büro der Welt macht mich glücklicher, kein Schlafzimmer und auch kein Wohnzimmer. Unser großer, heller Raum ist alles in Einem und er zaubert mir jeden Morgen beim Beginn in den neuen Tag ein Lächeln ins Gesicht.

Und für alle, die womöglich sowieso fragen wollten: Die anderen Räume folgen selbstverständlich!

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4 Antworten zu “Roomtour: Amelies Wohnzimmer & die 2-Betten-Regel”

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