Die Bedeutung von Schönheit: Interview mit Frank Berzbach

23. April 2018 von in , ,

Foto: Jenny Bartsch Photography

Beim Blick in unsere Badezimmer ist klar: Die kleinen Schönmacher haben wir zuhauf. Wir schmieren uns Cremes ins Gesicht, baden in Öl und versorgen unsere Haare mit genügend Feuchtigkeit. Tagsüber wird der Concealer ins Gesicht geklatscht, die Nacht aus dem Gesicht gewaschen und ein bisschen Farbe aufgesetzt. Gesunde Ernährung, ein bisschen Sport, und jede Menge Lebensfreude – so kann der Sommer kommen. So sehr wir vielleicht den Natural Look lieben – ganz frei machen vom Schönheitsdruck können wir uns nicht. Und das ist auch gar nicht schlimm. Schönheit und die schönen Dinge dieser Welt machen das Leben auch ein bisschen bunter, das Beschäftigen mit sich und seinem Körper liegt uns im Blut. Es ist Teil einer Identitätsstiftung – und natürlich auch eines sich Absetzens aus der Masse.

Aber auch in unserer Umwelt erwartet uns Schönheit in Form von Gebäuden, Gärten, Bildern und Kunst. Schönheit findet sich überall. Der Autor Frank Berzbach hat zu diesem Thema ein Buch geschrieben. „Die Form der Schönheit“ erzählt von dem Bewusstsein für Ästhetik, den Sinn für jene spannende Lebensquelle und wie man ihn schärft. Grund genug gemeinsam mit unserem Partner silicea Frank Berzbach ein paar Fragen zum Thema Schönheit zu stellen. Herausgekommen ist ein spannendes Interview über die Schönheitsdefinition, Anstrengung und dem Fazit – Jeder Mensch kann seine schönen Seiten hervorheben. Aber lest selbst:

Frank, was ist deiner Meinung nach Schönheit?

Wir alle haben im Leben etwas mitbekommen, sodass wir Schönheit empfinden können. Jeder von uns besitzt ästhetische Grundbedürfnisse und somit auch den inneren Grundtrieb, zu verschönern. Der Mensch lebt eben nicht von Brot allein, wir brauchen zwar viel Vernunft und rationale Urteil, aber es gibt auch eine Art sinnliche, harmonische, ja, anziehende und wohlgeformte Ordnung. Auch die brauchen wir und nehmen wir wahr, indem wir sie schaffen. Das kann beispielsweise das angerichtete Essen auf dem Teller sein, das kann ein schöner Mensch sein. Selbst im Düsteren gibt es Lücken, Schönheit wahrzunehmen. Beispielsweise kann man sich auch aus Trotz schön anziehen – und es wirkt sich auf uns aus.

Schönheit ist sichtbare Liebe

Woher kommt der Schönheitsbegriff?

Seit der Antike und der Renaissance gibt es Harmonielehren.

Auch in der indischen oder japanischen Tradition fanden sich anspruchsvolle Lehren zur Schönheit. Es sind zwar keine Rezepte für Schönheit, aber sie vermitteln erste Gedanken zum Thema wohlgeformte Ordnung. Schönheit ist immer etwas sehr konkretes – weniger ein Gefühl. Zur Herstellung von Schönheit braucht man hohe Handwerkskenntnis und Leitlinien – jeder Bühnenbildner oder Friseur, der sich beruflich mit Schönheit befasst, wird dem zustimmen. Schönheitsideale sind zwar historisch und kulturell unterschiedlich, allerdings keinesfalls „subjektiv“. 

Wann sind Menschen schön?

Frauen und Männer können sehr schön sein, wenn sie etwas aus sich machen. Man muss sich für diese Schönheit anstrengen. Sicher, es gibt Frauen, die wir als schön empfinden, die unserem Schönheitsideal entspricht. Sie muss aber nicht zwingend dem allgemeinen Sinn für Schönheit entsprechen. In der weltlichen Ästhetik taucht die Frau oft als verführende Person auf, sie ist omnipräsent, aber wir haben es hier nicht mit einer tiefen Schönheit zu tun, sondern einer Schematisierung und Ausbeutung der Schönheit. Die Frau als Werbemittel, die Frau, die niedere Triebe bedient, vulgär ist. Das funktioniert – aber es stößt genauso viele Menschen ab.

Hingegen ist ein schöner trainierter Körper grundsätzlich etwas, was wir als schön ansehen. Schönheit hat immer etwas mit Arbeit verbunden mit Unangestrengtheit und Gelassenheit zu tun. Wer wiederum mit ganz viel Kampf und ins Krankhafte abrutschend trainiert, ist nicht mehr locker – und der Schönheit weicht das Wissen, dass es ein Kampf ist.

Macht das dann hässlich?

Grundsätzlich machen Untugenden hässlich. Trägheit, Geiz, Völlerei beispielsweise. Wir alle haben diese Laster, man muss nur einen guten Umgang mit ihnen finden. Wer diese in Grenzen hält, wird glücklicher, findet zu mehr Schönheit und das wiederum zieht andere Menschen an. Trägheit darf hier aber keinesfalls mit dem genußvollen Nichtstun verwechselt werden. Das sich den Lastern hingeben macht hässlich, das bewusste Wahrnehmen von Auszeiten natürlich nicht.

Ist Schönheit also immer an Anstrengung gekoppelt?

Wenn man zum Beispiel Beyonce anhimmelt, muss einem bewusst sein, dass dahinter wahnsinnig viel Anstrengung und Arbeit liegt. Man bekommt Schönheit nicht geschenkt. Man sieht die Anstrengung dahinter nicht, und deswegen wirkt es so, als wäre die Schönheit einfach da. Wir alle wollen schön sein, aber so richtig viel dafür tun, dann auch nicht. Beyonce steht morgens früh auf, arbeitet und hält sich fit.

Das Schönheit mit einer gesunden Anstrengung und ein Resultat aus Üben, Handwerk und Konsequenz ist, macht ihren Zauber aus.

Bei schönen Dingen wollen wir die Anstrengung oft nicht sehen – zumindest primär. Auch bei einem Künstler wollen wir schöne Konzerte erleben, wie viel Arbeit, Übung und Schweiß dahinter steckt, vergessen wir. Doch die wahren Meister der Schönheit sind auch jene, die konsequent an ihr arbeiten. Nur wer etwas blind beherrscht, kann es nachher intuitiv und gelassen präsentieren. Jazzer sind cool, üben aber sehr viel.

Und wie passt dann das Thema Ausstrahlung dazu?

Ausstrahlung hat wiederum etwas mit geheimnisvoller Tiefe zu tun. Mit Ausstrahlung meinen wir, Charisma, etwas, was nicht an der Oberfläche liegt, sondern vielmehr einen Blick, den Zauber eines Lächelns, eine bestimmte Bewegung. Auch Gelassenheit, Echtheit, das zieht uns an. So kommt es, dass wir uns manchmal von Menschen angezogen fühlen, die wir objektiv gesehen, gar nicht als schön empfinden – und wir trotzdem total verzaubert sind.
Deshalb ist es weiterhin auch unsinnig zu sagen, dass man einen bestimmten Typ Mann oder Frau per se schön findet. Die Vernarrheit in oberflächliche Schemata der Schönheit behindert uns eher.

Also sollte man sich nicht nur von der Form der Schönheit leiten lassen?

Niemand sollte sich nur von der Form der Schönheit leiten lassen und entscheiden. Man sollte offen bleiben – trotz Sensibilisierung für Schönheit. Jemanden Chancen geben, obwohl er nicht dem Schönheitsbegriff entspricht. Sicher, diese Offenheit hat persönliche Grenzen, aber nur die Schönheit zur Grundlage nehmen, macht nicht glücklich.

Thema Anstrengung und Schönheit: Wie passen hier Beauty-Ops rein?

Schönheitschirurgie weckt die Illusion, Schönheit wäre etwas äußerliches – und man könnte sie einfach so herstellen. Aber sie ist eher etwas vulgäres oder unschönes. Denn man sieht ihr diese Veränderung an. Man sieht die Unfähigkeit zu Altern, man offenbart sich nach außen hin, wie viel man dafür tut. Allerdings tun viele das Falsche: Sie leben körperlich, seelisch, moralisch ungesund und glauben dennoch Schönheit operativ herstellen zu können. Es ist keine Anstrengung einen Chirugen zu bezahlen, sondern sich fit zu halten und gesünder zu essen.

Kann jeder von uns schön sein?

Die gute Botschaft ist: Jeder kann sich ein bisschen anstrengen, um schön zu sein. Und das betrifft vor allem nicht nur unsere Körper, sondern auch den Geist. Je mehr du liest, umso besser schreibst du. Je mehr man sich Gedanken macht, je mehr man sich anstrengt, welche Kleidung man tragen will, mögen sie auch die anderen an dir. Das lässt sich auf alles ausweiten. Jeder kann etwas aus sich machen, seine „schönen Seiten“ kultivieren.

Was machst du, um schön zu sein?

Im Hinblick auf meine Arbeit, achte ich darauf, dass das, was ich schreibe, durch viel Arbeit und Recherche gut ist und trotzdem gelassen klingt. Auf meinen Körper gemünzt: Ich bewege mich viel, esse nicht maßlos. Körper und Geist hängen ja immer zusammen, sodass ich auch versuche, Ordnung zu schaffen und mit Formbewusstsein an die Dinge heranzugehen. Ich will wissen, was ich esse, ich will gut essen, gut gekleidet sein und daran Freude haben. Genauso wie ich mich freue, wenn andere daran Freude haben, denn das strahlt auf mich zurück.

Hat Schönheit somit auch etwas mit Achtsamkeit zu tun?

Auf jeden Fall. Man achtet auf sich, auf die Dinge und andere. Manchmal ist das auch schwer, man ist schließlich oft gewohnheitsgelenkt und setzt auch mal aus. Aber wenn ich beispielsweise weiß, ich werde fotografiert, ist meine Schönheits-Messlatte definitiv höher. Dann muss ich mehr überlegen, wie sehe ich aus, was ziehe ich an. Genauso will ich nicht in einem T-Shirt zur Lesung über Formbewusstsein, das wäre unangemessen. In einer anderen Situation hingegen kann es schön sein. Aber das ist das breite Spektrum der Schönheit.

Danke für die spannenden Worte, Frank!

Das Buch zum Thema „Die Form der Schönheit“ von Frank Berzbach gibt es ab sofort im Buchhandel und kostet 20 Euro.

Auch unser Partner silicea hat sich der Schönheit verschrieben: Silicium stärkt als wichtiges Spurenelement Haare und Haut, fördert die Bildung von Kollagen und Elastin, strafft das Bindegewebe und unterstützt die Feuchtigkeitsspeicher. Wir nehmen das Spurenelement zum Beispiel durch Kartoffeln, Weizen und Hirse auf, um auf den täglichen Grundbedarf zu kommen, kann man allerdings mit dem Original silicea-Balsam nachhelfen. Schönheit kommt eben auch von Innen – und das sind kleine Helferlein genauso wie positive Gedanken und Gefühle.

– Dieser Artikel wird unterstützt von Silicea – 

Sharing is caring

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars bestätigst Du, dass Du unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen hast.