Summer Break: Entspannung

10. August 2015 von in

Entspannung bedeutet Ruhe, Ausspannen, die Seele baumeln lassen. An nichts und niemanden denken, den Moment genießen und sich Gutes tun. So die Definition des Wortes Entspannung. Seit Monaten lechze ich förmlich nach Entspannung. Das vergangene Jahr war extrem anstrengend, der Fokus ständig auf Arbeit und Studienabschluss. Und obwohl der Magister längst in der Tasche ist, fällt es mir unfassbar schwer, mich dem Zustand der Entspannung hinzugeben. Irgendwie ist doch immer was.

In den Sommerferien sind wir früher immer in die Toskana gefahren. Dann, wenn alle längst wieder da waren, im September. Noch einmal die letzten warmen Sonnenstrahlen aufsaugen, bevor die Kälte kommt. Schon auf dem Weg in Richtung Süden, kurz vor dem Brenner gegen 4 Uhr morgens, stellte sich die Entspannung ein. Wurde zeitweise abgelöst von Aufregung, Vorfreude. Was würde uns im Urlaub nur erwarten? Angekommen inmitten der Chianti-Berge zählte nur eines: der Moment am Pool, das leckere Abendessen mit Antipasti, Meeresfrüchtesalat und dem so ungesalzenen Ciabatta auf der Terrasse unseres Ferienapartments mit Blick auf die Olivenhaine. Unbeschwertheit. Abends ging es ermüdet von der vielen Sonne und den Stunden im Wasser ins Bett. Jeder Moment in diesen Urlauben fühlte sich so gut, so frei an. Denke ich an Entspannung, sind es diese Tage, die dem Wort bis heute Leben einhauchen.

Entspannung bedeutet eben auch: alles ist möglich, nichts ein Muss. Vielleicht ist das der kleine Schönheitsfehler der Selbstständigkeit. Frei sein, die Mails links liegen lassen, weil man eben Urlaub hat. Weil man gerade entspannt, ohne an den nächsten Artikel, die nächste Mail oder den Job zu denken. Weil man einfach mal ausspannt, die Seele baumeln lässt. Das unbeschwerte Leben genießt, ohne an den Morgen zu denken. Das letzte Mal, dass ich genau diese Dinge ohne schlechtes Gewissen oder abgeschottet von der Außenwelt gemacht habe, liegt ziemlich lange zurück. Vermutlich zu lange. Schließlich ist das Handy, der Laptop oder die Nachrichten doch immer irgendwie um einen herum. Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem ich mir Entspannung so sehr wünsche. Ja, die Sehnsucht fast schon körperlich spüre. Zeit also, mich der Entspannung hinzugeben.

Eine Woche Auszeit reicht vermutlich nicht, den höchsten Grad der Entspannung hinzubekommen. Auch das Handy in einen Tresor zu sperren, löst die Problematik wohl nur zeitweise. Aber eine Woche Zeit reicht, um Kraft zu tanken, Raum für neue Ideen zu bekommen, langfristige Veränderungen anzugehen, Dinge zu tun, die einem gut tun –  ohne Druck und Blick aufs Mailpostfach. Der Entspannung endlich eine Chance zu geben. Ich will so gut es geht die Sonne genießen, abends in meinem Garten Meeresfrüchte und Ciabattabrot mit Freunden essen, dazu meinem Sommer-Alltime-Favoriten Air mit „All I need“ in Dauerschleife hören, mich ein wenig nach Italien träumen, und die vielleicht letzten heißen Sommernächte ausschöpfen. Nicht an den nächsten Morgen, die nächste Aufgabe denken. Meiner Kreativität neuen Raum geben, nach dem Jahr der Anstrengung, mich auf mich konzentrieren und neue Prioriäten setzen. Und die Weichen für einen großen Urlaub im Herbst legen, der nur so nach Entspannung schreit.

Während ihr also diese Zeilen lest, gebe ich mich der Hitze hin. Lasse den Laptop zu, entferne mich von Arbeit und Gedanken. Einzig was zählt ist das nächste Eis, der nächste Sprizz oder das nächste Treffen mit Freunden. Sommer. Auszeit. Ferien. Genießt die Woche – ich werde es tun.

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6 Antworten zu “Summer Break: Entspannung”

  1. Kommt mir bekannt vor, obwohl ich die Bachelorarbeit vor 2 Wochen abgegeben habe und seitdem auch nicht viel getan habe, hat sich dieses Sommerloch-Entspannungsgefühl noch nicht eingestellt.
    Verrätst du, woher dein gestreiftes TShirt ist? Das sieht verdächtig nach dem perfekten Streifenshirt aus! :)

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