Teen Times: Amelie

14. August 2013 von in

Cheerleader-Tussi, Computer-Nerd oder Footballer?  Teenies in den typischen amerikanischen Highschool-Filmen haben es nicht leicht. Doch so ganz falsch ist diese klischeehafte Darstellung gar nicht. Denn auch wir haben bemerkt, dass wir in der Teenie-Zeit unsere Klischee-Rollen hatten, unser Ding, eine Gruppe, der wir mit Leib und Seele angehörten. Jeder fühlte sich unglaublich cool, in dem was er tat und die Eltern tolerierten unsere peinliche Coolness nur mit Zähneknirschen. Wir drei waren zu Teeniezeiten so komplett unterschiedlich, dass wir uns mit Sicherheit gehasst hätten – aber jede hat ihre Ding konsequent durchgezogen. Heute hat sich (zum Glück) viel verändert, doch ein kleiner Blick in die Vergangenheit macht trotzdem Spaß: Wer wir waren, erfahrt ihr in unserer kleinen Serie „Teen Times“.

Kajal um’s Auge geschmiert und zwei unterschiedliche Chucks an. Einmal Leo, einmal Türkis, sie waren komplett zerrissen, mit Edding bemalt und mit Nieten beschmückt. Die regelmäßige Personenkontrolle der Polizei war Alltag und bestätigte mich in meiner Überzeugung: Ich wollte ein richtiger Punk sein. Statt Herzchen fand man in meinem Schulheft Anarchiezeichen und Parolen. Auf der katholischen Mädchenschule war ich ein Unikat und vielleicht nicht gerade das beliebteste aller Mädchen, doch genau das wollte ich bewirken. Ich habe komplett in meiner Musik-Welt gelebt, hing nachmittags am Münchner Eisbach ab und abends in irgendwelchen Punkschuppen oder auf Konzerten – um anschließend von meinem Papa abgeholt zu werden.

Man fand mich nur im Dreierpack vor, mit meiner Cousine und meiner liebsten Freundin, mit denen ich alles machte; wie zum Beispiel an Kurt Cobains Todestag am Marienplatz (das Zentrum Münchens) mit Nirvanashirts auf dem Boden Shisha zu rauchen und im Kollektiv zu trauern. Mit Beiden habe ich natürlich bis heute Kontakt, mit dem Unterschied dass wir uns alle drei in völlig unterschiedliche modische Richtungen bewegt haben. Doch die Liebe ist heute noch genau so da wie damals!

Amelie_Punk_02

Alter: 12-14
Hobbies: Pogen, Sisha rauchen
Frisur: Rot/Lila/Blau/Schwarze Haare
Make-up: viel Kajal
Outfit: zerrissene Hosen, darüber midilange Spitzenröcke, Streifen- und Bandshirts
Schuhe: Springerstiefel/Chucks
Accessoire: Nieten, viele Halsketten, unter anderem eine Marilyn-Manson-Kette
Immer dabei: einen Button mit dem Aufdruck „Nazis ham ne scheiß Frisur“ und dem Umriss der Hitler-Frisur durchgestrichen
Songs: System of a Down – Radio/Video, Die Ärzte – Deine Schuld, Nirvana – About a Girl, Schandmaul: Herren der Winde
Konzert: Schandmaul
Schwarm: Kurt Cobain
Idol: hatte ich natürlich nicht
Hotspot: Marienplatz, Eisbach
Getränk: Rotwein
Partylocation: Café Marat

Was ich damals so getragen habe:

Amelie_Punk

Jeans: Rag & Bone, Schuhe: Dr. Martens, Gürtel: Pieces, Shirt: Marilyn Manson, Top: Conleys, Rucksack: Eastpak, Nagellack: Essie

Meine MP3-Player Hits:

System of a Down – Radio/Video

System of a down – Radio/video – MyVideo

Die Ärzte – Deine Schuld

Nirvana – About a Girl

Schandmaul – Herren der Winde

Antonia als Teenie, Milena als Teenie

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23 Antworten zu “Teen Times: Amelie”

  1. Hey,
    super Post! Ich liebe solche Selbstironie! Zumindest belächle ich mich selbst auch immer, wenn ich Fotos von mir mit 14 oder so anschaue, Sk8ergirl und so! Hab mich selbst in einem Post auch schonmal ziemlich zerissen ;) Alte Blogposts sind auch sowas tolles!
    Ich fand ja schon die Parade bei Collect super, aber das gefällt mir noch mehr! Ich freue mich schon auf die anderen beiden Posts!

    Liebst Julia
    http://bienvenudansmarealite.blogspot.de/

  2. Haha, ich liebe dich! Allerdings kann man schon zugeben, dass das bei dir sogar noch relativ geschmackvoll aussah. Meine Stilrichtungsanprobierphasen gingen bis zu meinem 17. Lebensjahr nämlich einfach nur volle Kanne in die Hose was das tastelevel betraf.

  3. Oh, ich wäre so verliebt in Dich gewesen! Ich sah zwischen 12 und 15/16 aus, wie eine Totengräberin auf Ecstasy, habe mir die Haare halbtot gefärbt (zum Glück haben sich hier die asiatischen Gene durchgesetzt und meine Haare sind nie gebrochen oder so) und hatte einen Musikgeschmack, der zwei maßgebliche (und gleichermaßen peinliche) Inspirationsquellen hatte: 1) Es durfte ‚MTV/Radiomenschen‘ (jaaa, ich war ja soooowas von dagegen!) nicht gefallen und 2) wollte ich meist irgendein Mädchen damit beeindrucken (Nirvana, z.B. Dabei waren die mir viel zu mädchenhaft. Und ich wollte echt um keinen Preis für ein Mädchen gehalten werden!).
    Und Röcke über Hosen hab ich auch geliebt.

    Es ist irgendwie seltsam, solange man in dem Alter ist, kann man sich gar nicht vorstellen, daß man jemals aufhören wird, diese Musik zu lieben und malt sich aus, was man erst alles anstellen wird, wenn man achtzehn ist und dann ist man plötzlich zwanzig und es ist doch alles anders geworden (Wobei ich darüber eigentlich ganz froh bin. Ich wollte mir mit achtzehn ein Tattoo vom Hals bis zu den Fersen stechen lassen, jedes erdenkliche Körperteil piercen lassen und außerdem die nächste Ulrike Meinhof werden. Das finde ich alles nicht mehr so toll oder richtig.).

    Die Reihe war wirklich spannend!

  4. Haha, du warst ja ganz genau wie ich! Nur dass ich die Phase etwas später hatte, so von 15 bis 17. Schon witzig, wie sich das dann verändert obwohl man währenddessen glaubt, es würde immer so weitergehen.

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