Trendlog: Deep-V-Neck – Designer, was ihr habt ihr euch bloss dabei gedacht?

17. Februar 2015 von in

Photocredit: Chloé, Narciso Rodriguez, Lanvin

Wenn es einen Trend derzeit gibt, der die Fashion Weeks dominiert, ist es der Deep-V-Neck. Bereits bei den Sommerkollektionen von Chloé, Narciso Rodriguez, Lanvin und Altuzarra gesehen, ziehen die Designer jetzt für den Herbst nach. Ob Diane von Furstenberg, Victoria Beckham oder wieder Altuzarra: Wir Frauen sollen im Sommer wie im Herbst den super-sexy-Ausschnitt tragen.

Ehrlich, ich liebe es. Die tief ausgeschnittenen Kleider von Narciso Rodriguez oder Chloé sehen so toll aus und dürften sofort bei mir einziehen. Ich sehe mich im Hochsommer in diesem Kleid elegant mit einem Glas Wein in der Hand auf irgendeiner fancy Party stehen und meine innere Superwoman herauslassen (Fancy Dress braucht fancy Party. Ist klar, oder?).

Filmriss. Was in meinen künsten Träumen super cool ist, wäre in der Realität der blanke Horror. Würde ich nämlich im Hochsommer in einem solchen Kleid auf irgendeiner fancy Dachterrasse stehen, gebe es wohl nur eines zu sehen: eine unentspannte Toni, die ständig am Kleid rumzuppelt. Während ich an meinem Glas Wein nippe würde, wären meine Gedanken ständig bei: „Hält das Kleid wirklich da, wo es sein soll?“ Und das Wohlfühlgefühl und meine innere Superwoman wären schneller weg, als ich denken kann. Dann lieber meine Jeansshorts und Biergarten.

Also: Liebe Designer, was habt ihr euch bloss dabei gedacht? Was auf dem Laufsteg so toll aussieht, ist in der Realität – ich sage es mal so – die reinste Katastrophe. Vielleicht nicht für eine Heidi Klum oder eine Alexa Chung, die all diese superfancy Stylisten-Tricks kennen und bei so manchem Busenblitzer noch grinsend in die Kamera schauen, dafür für alle normalsterblichen Frauen, die Mode lieben, gleichzeitig aber auch eben mehr zu tun haben, als nur gut auszusehen.

 

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Photocredit: Altuzarra, Narciso Rodriguez, Altuzarra; Kleider: Minimum, Minkpink

Und so bleibt mir nur zu hoffen, dass der Deep-V-Neck nicht ganz so deep die Läden erobert. Denn ein Kleid im Stile von Narciso Rodriguez als kleines Schwarzes, ich sag’s mal so, ich wär nicht abgeneigt. Vielleicht funktioniert der „Das sieht so schön aus“-Effekt ja auch, wenn der Ausschnitt nicht gerade bis gefühlt zum Bauchnabel reicht. Denn wenn mir eines in der Mode wichtig ist: Ich bleiben. Deswegen muss die Mode sich mir anpassen und nicht ich mich dem Kleid. Denn wie sagte Carine Roitfeld im Film „Mademoiselle C.“ so schön: Die Mode ist nie wichtiger, als der Mensch darin.

Oder habt ihr den ultimativen Tipp für mich, wie man in so einem Kleid gut aussieht, aber eben auch mehr machen kann als nur lächelnd herumzustehen? Dann würde ich es ja wagen, das Experiment.
Oder ich warte einfach auf den Herbst: Denn Alexander Wang und DKNY haben gerade in New York bewiesen, der Deep-V-Neck bleibt, wir tragen aber Pulli drunter.

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7 Antworten zu “Trendlog: Deep-V-Neck – Designer, was ihr habt ihr euch bloss dabei gedacht?”

  1. Genau die gleichen Gedanken hatte ich auch. Auf dem Laufsteg – wow. Im Alltag – naja. Selbst wenn das Tape hält, ich kann mir schon die Blicke vorstellen und auch wenn ich oft nicht darauf achte, was andere denken, sehe ich beim Gespräch da Ablenkungen… Aber schön aussehen tuts auf jeden Fall!

  2. Ich trage bei Pullis, Hemden und Shirts schon seit Jahren das tiefe V (betont das Schlüsselbein), mit BH (egal ob puristisch oder aus Spitze), den darf man durchaus sehen, wie ich finde. Bei Tops wird es schwierig, aber bei einer kleinen Körbchengröße und Tape dürfte das kein Problem sein.

    • Liebe Maja,
      Bei Tshirts trage ich auch das tiefe V, und finde es auch schön, wenn man ein bisschen den BH sieht. Mir geht es mehr um die Kleider, die keinen BH mehr zulassen und so umherflattern:)

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