Watchlist: Die besten queeren Filme und Serien Teil 2

26. Juli 2021 von in

Da ist er schon, der Teil 2 der besten queeren Filme und Serien – oder zumindest wirklich gute queere Filme und Serien. Nachdem ich euch letzte Woche schon im Teil 1 erklärt habe, wieso sie mir so wichtig sind, will ich heute nur nochmal kurz anschneiden, weshalb mir das Thema am Herzen liegt – falls ihr den ersten Teil nicht gelesen haben solltet.

Ich bin der Meinung, dass uns Medien mehr prägen, als wir eigentlich glauben. Und das auch im Positiven. So dankbar bin ich für gewisse Serien und Filme aus meiner Kindheit und frühen Jugend, die ich hunderte Male angesehen habe – und die rückblickend viel mit meiner Entwicklung zu tun haben. Sie haben mir erklärt, dass es okay ist, queer zu sein. Dass meine Gefühle legitim sind und dass es viele Menschen gibt, die sich ähnlich fühlen. Und auch, wenn ich mich teilweise nicht mit den einzelnen Geschichten identifizieren konnte, so konnten sie mir ein kleines Stückchen erklären, wie sich andere Menschen um mich herum fühlen. Denn was lässt tiefer in das Gefühlsleben blicken, als gut geschriebene Bücher, Filme oder Serien?

Dementsprechend ist es mir wichtig, euch die in meinen Augen besten queeren Filme und Serien vorzustellen, die mich geprägt haben. Sie sind größtenteils mit ein paar Ausnahmen aus dem Blickwinkel einer Female Gaze, also weiblichen Regisseurinnen und/oder Drehbuchautorinnen.

Hier ist der Teil 2: Wirklich gute queere Filme und Serien – und vielleicht die besten überhaupt.

Serie: Master of None Season 3 (2021)

Die dritte Staffel von Master of None handelt von zwei Frauen, die ihr Leben in Brooklyn mit dem auf dem Land ausgetauscht haben. Ihre Ehe wirkt stimmig, doch wird nach und nach in der Serie auf die Probe gestellt.

Worum es wirklich geht: Master of None Season 3 unterscheidet sich maximal von den vorherigen Staffeln. Sie glänzt nicht mit Punshlines, stattdessen ist sie ehrlich, ungeschliffen und ein kleines Kunstwerk.

Film: Kajillionaire (2020)

Eine Tragikomödie, ein Krimi, ein Gangsterfilm: Kajillionaire ist die Geschichte einer kleinkriminellen Familie – und darüber hinaus eine Liebesgeschichte und die Story zwischen Eltern und Kind.

Worum es wirklich geht: Kajillionaire ist der Debütfilm von Miranda July und behandelt eine schwierige Eltern-Kind-Beziehung, die symbolisch für kühle und unemotionale Familienbeziehungen steht. Dabei bleibt der Film trotzdem humorvoll und weitestgehend leicht.

Film: Futur Drei (2020)

Parvis wächst bei seiner iranischen Familie im beschaulichen Hildesheim auf. Dort versucht er, der Ödnis durch Party und Grindr-Dates zu entkommen und merkt dabei immer wieder, dass er sich in seiner Kleinstadt „falsch“ fühlt. Durch seine Arbeit in einer Unterkunft für Geflüchtete lernt er zwei iranische Geschwister kennen, mit denen sowohl eine Liebesgeschichte, als auch eine innige Freundschaft entsteht.

Worum es wirklich geht: Um die Chancen-Ungleichheit in Deutschland. Darum, dass man im Leben Glück haben muss, um die Möglichkeiten des Lebens für sich nutzen zu können. Doch es geht auch um Liebe und Freundschaft.

Serie: Orange is the new Black (2013)

Eine privilegierte weiße Frau muss für ein Jahr ins Gefängnis, und wird dort von ihrer Gegenwart eingeholt. Über die Staffeln hinweg verliert sich die ursprüngliche Story der 1. Staffel, und entwickelt sich hin zu einem Drama aus Unfairness unserer Gesellschaft.

Worum es wirklich geht: Um das Patriarchat, um schlechte Bedingungen im Gefängnis, Rassismus, Sexismus, um Sex, Liebe und Drogen, um Freundschaft und Unterdrückung.

Film: Foxfire (1996)

Die neue rebellische Schülerin Legs wirbelt die eingefahrenen patriarchalen Strukturen einer Highschool auf. Sie widersetzt sich sexistischen Lehrern und wird aufgrund ihrer Rebellion schnell mit ein paar anderen Freundinnen von der Schule suspendiert. Gemeinsam versuchen sie, sich gegen die sexistischen Übergriffe der Jungs und Männer aufzulehnen.

Worum es wirklich geht: Um Zusammenhalt unter Frauen, Täter-Opfer-Umkehr und darum, wie schwer es als Betroffene ist, Glauben geschenkt zu bekommen.

Film: Kokon (2020)

Es ist der heißeste Sommer in Berlin seit Jahren – und inmitten diesen Sommers erzählt uns Kokon die Coming-Of-Age-Geschichte einer ersten Jugendliebe zwischen den zwei Mädchen Nora und Romy.

Worum es wirklich geht: Um Erwachsenwerden, Selbstfindung und den Mut, für sich einzustehen.

Serie: Feel Good (2019)

Die Beziehung zwischen Mae und George fängt so gut an. Bis sich nach und nach in der Serie Feel Good herausstellt, dass Mae ihre psychischen Probleme und ihre Drogensucht verheimlicht. Zudem verheimlicht George ihre Beziehung mit einer non-binären Person, da sie sich noch nicht als bi geoutet hat.

Worum es wirklich geht: Die Beziehung zwischen Mae und George ist ziemlich toxisch. Sie steht beispielhaft für viele Beziehungen, in denen Menschen versuchen, sich gegenseitig zu retten, statt erst einmal sich selbst zu heilen. So schwer die Themen, die angesprochen werden, in Feel Good auch sind, so leicht und lustig sind diese aber teilweise aufbereitet.

Fotocredit: Unsplash

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2 Antworten zu “Watchlist: Die besten queeren Filme und Serien Teil 2”

  1. Liebe Amelie,
    noch recht neu auf Netflix und sehenswert ist außerdem Young Royals. Ich zumindest hatte gute sechs Stunden (am Stück).
    Galigrü

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