Das große Trinkspiel für Weihnachtsprinzessinnenfilme

29. November 2018 von in

Wenn wir mal ehrlich sind, haben wir zwar Weihnachtsfilme noch nie für ihre Qualität geliebt, doch ereilt sich mir die leise Ahnung, dass sie immer schlechter werden. In den letzten Jahren hat sich nämlich eine neue Spezies an Weihnachtsfilmen aufgetan. Da geht es gar nicht mehr „nur“ um diesen vermeintlichen Weihnachtszauber, nein, es verlieben sich Frauen über die Weihnachtszeit in einen (ihr denkt jetzt wahrscheinlich ich sage „Mann“, aber es ist noch viel besser) Prinzen. Dabei erfüllen die Protagonistinnen die Rolle des bodenständigen, normalen Mädchens, das das Herz des Prinzen mit seiner tollpatschigen und liebenswerten Art im Sauseschritt erobert.

Jene Weihnachtsprinzessinnenfilme toppen alles an Kitsch, Klischee und Stereotype, sodass einem vor lauter Fremdscham schlecht wird und gleichzeitig liebe ich diese Filme auf eine masochistische Art und Weise. Ich leide, muss teilweise meine Augen verschließen, weil sich die Bilder wie Gift in meine Pupillen brennen, aber wegsehen geht irgendwie auch nicht. Also lasse ich das Spektakel über mich ergehen und wundere mich aufrichtig, wie ein Film wie The Princess Switch, der neueste Weihnachtsprinzessinnenfilm von Netflix, im Jahre 2018 überhaupt noch produziert werden darf.

Es scheint, Weihnachten legitimiere Sexismus und die Welt verirrt sich für einen Monat in einem vergangenen Jahrzehnt. Im neuesten Weihnachtsfilm The Princess Switch spielt Vanessa Hudgens eine bodenständige Bäckerin, die an einer Backweltmeisterschaft teilnimmt. Ja, ihr habt richtig gelesen. Diese Weltmeisterschaft findet in einem winzig kleinen Weihnachtsdorf in „England“ namens Belgravia statt. Also verlässt Hudgens ihre Heimat Chicago (sie trägt aber als Reminder für uns den gesamten Film über eine Chicago-Cap) und lernt in Genovia, äh Belgravia!, ihren royalen Zwilling kennen. Diese tauschen für zwei Tage Rollen, dann verliebt sich die bodenständige Bäckerin in den Prinzen und die Prinzessin in den bodenständigen Bäcker. Normal halt, ihr wisst schon, was eben so in Weihnachtsprinzessinnenfilmen passiert.

Falls ihr das Problem der masochistischen Liebe zu ethisch nicht vertretbaren Filmen teilt, empfehle ich einen Weihnachtsprinzessinnenabend mit Freunden und Freundinnen und vor allem viel Alkohol. Denn wenn diese Filme überhaupt zu irgendetwas gut sind, dann wohl zum Erhalt der Trinkspiele.

Macht euch bereit für das Trinkspiel 2018 der Weihnachtsprinzessinnenfilme dieser Welt. Ich empfehle folgende Filme für einen schrecklichen aber auch lustigen Abend zugleich:

The Princess Switch

A Prince for Christmas

A Princess for Christmas

Fühlt euch angehalten, einen Schluck aus eurem Glas zu nehmen, wenn…

…England dargestellt wird wie ein kleines Weihnachtsdorf

…die bodenständige, nette Protagonistin einen albernen Hut / Mütze trägt (zur Verdeutlichung ihrer Harmlosigkeit)

….sich ein kleines, freches Kind mit der Protagonistin anfreundet (oder bereits befreundet ist)

…die Protagonistin einen Knicks macht

…ein*e amerikanische*r Schauspieler*in versucht, British English zu sprechen

…die Protagonistin etwas Tollpatschiges macht

…die Protagonistin vom Pferd fällt

…wenn ein hinterhältiger Butler versucht, die Protagonistin als ‚einfaches Mädchen‘ auffliegen zu lassen

….sich am Ende ein Butler in einen anderen Butler verliebt

…wenn die Liebestäublein im Schnee tollen

…die Protagonistin ‚etwas im Auge hat‘ (KISS-ALERT!!!)

….die Protagonistin im Ballkleid die Treppen herab schreitet

…der Mann der Frau am Ende einen Heiratsantrag macht

Ich wünsche ganz viel Spaß bei der Umsetzung mit euren Liebsten, auf dass jene kitschigen Weihnachtsfilme auf ewig zur Belustigung beitragen und niemals – auf gar keinen Fall – ernst genommen werden!

Anzeigefoto via Unsplash

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3 Antworten zu “Das große Trinkspiel für Weihnachtsprinzessinnenfilme”

  1. Ohmann, mir geht’s genauso. Hab Den Film auch schon gesehen, schwer mit den Augen gerollt und trotzdem genossen. Ist irgendwie die ultimative Alltagsflucht oder so?! Danke jedenfalls für den köstlichen Artikel – ich hab sehr gelacht! Nur ein kleiner Hinweis: Sie nimmt nicht an der Backweltmeisterschaft Tei, sondern einfach an einem renommierten Bäckerwettbewerb. Und der findet in Belgravia statt, einem kleinen Königreich (nicht in England).

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