„Wir sind kleine Jeans-Freaks“

24. Mai 2013 von in

In unserer Interview-Reihe stellen wir regelmäßig interessante Menschen vor. Menschen, die etwas wagen. Ein Buch schreiben. Mode kreieren. Oder andere tolle Projekte verwirklichen.

Zwei Freunde haben einen Traum. Gemeinsam schmeißen sie ihr Studium und gründen ein Modelabel. Klingt riskant, hat bei Ingrid und Patrik aus Norwegen aber zum Glück funktioniert. Auch wenn die Startbedingungen nicht die günstigsten waren, haben sie heute mit ihrem Modelabel Mardou & Dean ein äußerst erfolgreiches Geschäftsmodell geschaffen. Nach einem Concept Store in Oslo und einer ersten Runway-Show wollen die beiden Skandinavier (Ingrid stammt aus  Norwegen, Patrik aus Schweden) nun auch international durchstarten: Der Launch des deutschen Onlineshops steht kurz bevor. „Wir haben noch viel vor“, sagt das Duo. Wie die beiden arbeiten, was hinter Mardou & Dean steckt und welche Vision sie von Mode haben, haben die beiden sympathischen Mode-Menschen amazed verraten.

Ihr Beiden, wie kam euch die Idee zu Mardou & Dean?
Patrik: Die Idee zu Mardou & Dean ist ungefähr vor sechs Jahren entstanden. In dieser Zeit studierte Ingrid Mode in Mailand und ich Medizin in Prag. Ingrid hatte schon immer den Traum, ihr eigenens Modelabel zu haben und irgendwie hat sie es geschafft, mich zu überzeugen, mein Studium zu schmeißen und mit ihr ein Label aufzuziehen. Mit Jeans konnten wir uns gut identifizieren, schon allein deshalb, weil wir irgendwie schon immer kleine Jeans-Freaks waren. Also haben wir uns mit Mardou & Dean erstmal auf Jeans fokussiert. Später haben wir unsere Kollektionen erweitert, um Männern wie Frauen eine ganze Palette an Kleidung zu präsentieren. Seit Beginn an wollten wir immer mehr sein als „nur“ Designer, als „nur“ ein Modelabel. Wir wollen etwas schaffen, was unsere Generation, unseren Zeitgeist ausmacht.

Warum habt ihr euch denn so stark auf  Jeans fokussiert?
Ingrid: Zuallererst hatten wir beide schon immer eine große Passion für Jeans in allen ihren Variationen. Gleichzeitig waren wir auch jung und naiv (lacht), und wir hatten keinerlei Ahnung, dass Denim der wahrscheinlich schwierigste zu verarbeitende Stoff der ganzen Textilindustrie ist, mit dem man starten kann. Nichtsdestotrotz waren wir dann erstmal drei Monate in einer kleinen Produktionsfabrik in Italien. Dort haben wir jeden einzelnen Schritt der Jeansproduktion gelernt. Es war wirklich harte Arbeit, gleichzeitig aber sehr aufregend und lehrreich.

„To learn a craftsmanship from the raw basics like that makes you realize there are endless of knowledge to get and that you can never learn something too well.“

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Wie muss denn die perfekte Jeans für Frauen und Männer sein?
Ingrid: DIE perfekte Jeans gibt es so nicht. Jeder einzelne muss seine perfekte Jeans finden. Es ist einfach unmöglich, die perfekte Jeans aller Zeiten für alle Figuren zu kreieren. Aber natürlich sind Jeans-Designer immer auf der Suche nach der einen, perfekten Jeans. Für uns ist eine perfekte Jeans die, die man sehr gerne, sehr lange trägt, in der sich quasi alle richtigen Komponenten vereint haben.

Wie hat sich denn eure Kollektion weiterentwickelt. Von der Jeans ging es über zu…?
Patrik: Wir haben erstmals unserer Herbstkollektion 2011 Sweater und Tshirts hinzugefügt, anschließend folgten Lederteile im Frühling 2012. Im August 2012 hatten wir dann unsere erste Runway-Show, bei der wir auch unsere exklusivere Linie Mardou & Dean Souterrain vorgestellt haben. Wir hatten von Anfang an geplant, unsere Kollektion in etwas größeres und vollständigeres zu verwandeln.

Was inspiriert euch?
Ingrid: Inspiration ist und bleibt Inspiration. Egal, ob man sie für das Schaffen von etwas Kreativem braucht oder für Entscheidungen, die man im Leben trifft. Wir beide finden es immer schwierig, unsere Quellen der Inspiration zu definieren. Wir glauben, dass alle unsere Eindrücke, die wir im Alltag aufsaugen, uns zu dem führen, was wir am Ende an Neuem schaffen. Wir versuchen, nie groß darüber zu reden, was für eine Kollektion wir am Ende haben wollen. Mit unserer Mode wollen wir vielmehr das momentane Zeitgefühl, unseren Zeitgeist, interpretieren. Unsere Gefühle und Gedanken über Kleidung auszudrücken.

Was war für euch das bisher beste Erlebnis als Modedesigner?
Patrik: Da gibt es so viele und so verschiedene. Die Zeit, als wir diese großartige Idee hatten, oder wenn du merkst, was für handwerkliches Geschick du entwickelst, was für ein Können du hast, was du für Wissen gelernt hast oder als wir einen Award bekommen haben. Und natürlich wenn wir Leute sehen, die unsere Mode tragen.

„We want to be part of the creation of our time, not just be the watchers.“

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Wer trägt Mardou & Dean?
Ingrid: Nachdem wir unseren ersten Concept Store in Oslo im Oktober 2011 geöffnet haben, haben wir bemerkt: Die Zielgruppe ist recht groß. Das ist ziemlich schön zu sehen. Wir glauben, jemand, der Mardou & Dean trägt, ist jemand, der gute Qualität von Dingen schätzt, der gerne einzigartig ist und gleichzeitig Teil des momentanen Zeitgeists sein will.

Was sind die Pläne für euer Label?
Patrik: Wir entwickeln uns gerade weiter, planen zu expandieren. Wir möchten noch mehr Städte kennenlernen und internationaler werden. Wir würden gerne noch mehr Läden eröffnen – und die Menschen in Deutschland in Mardou & Dean sehen.

Wo kauft ihr gerne ein?
Ingrid: Tatsächlich tragen wir jede Menge Mardou & Dean gemixt mit Vintage Kleidung.

Habt ihr irgendwelche Oslo-Tipps für unsere Leser?
Patrik:
Bogstadveien im Osloer Westen ist ein toller Platz zum Shoppen. Die besten It-Designer findet man hier genauso wie Bergsteiger-Ausrüstung. Quasi alles.
„Mathallen“ in Grunerløkka ist der perfekte Platz, um am Wochenende Mittag zu essen. Im Palace Grill kann man wundervolle Dinner haben – aber seid darauf vorbereitet, dass man ab 16 Uhr an der Bar warten kann, um drei Stunden später einen Tisch zu bekommen. Denn: Man kann nicht reservieren. Zum Feiern danach geht man am besten in  „Badstugaten 15“ oder „The Villa“

Wenn ihr euch eine Fashion-Week aussuchen könntet, wo würdet ihr gerne euer Label präsentieren?
Ingrid: Ah, das kann ich fast nicht sagen, aber ich schätze dann doch Paris oder New York.

Und welche Show von welchem Designer würdet ihr gerne sehen?
Patrik: Es gibt so viele talentiere Leute da draußen, da ist es wirklich schwierig einen herauszupicken. Aber wir würden gerne Haider Ackerman, Givenchy und Margiela sehen.

Und die letzte Frage: Was macht den Stil der Norweger aus?
Ingrid: Sportlich, einheitlich, jung und teuer.

Ingrid und Patrik von Mardou & Dean werden in den kommenden Wochen den deutschen Online-Shop launchen – wann genau, erfahrt ihr bei uns. Ansonsten könnt ihr alles rund um das Label auch auf deren Website oder Facebook-Seite erfahren.

Die Fotos zeigen die Aufnahmen für das Lookbook der Herbst/Winterkollektion von Mardou & Dean Souterrain.

Alle unsere Interviews auf einen Blick gibt’s hier.

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