Beautyfragen: Der pH-Wert und was ein Toner eigentlich kann

22. Februar 2018 von in

Ein jeder mit empfindlicher Haut wird es kennen: Da stürzt man sich gerade so richtig in eine Phase voller Beauty-Enthusiasmus, voller Home-Spa-Abende, Sheetmask-Experimente und dem ein oder anderen spannenden neuen Produkt – und dann macht die Haut einen dicken Strich durch die pflegefreudige Rechnung. Denn zu viel des Guten ist bekanntlich mindestens genauso schädlich für die Haut, wie der fehlende Schutz vor Umwelteinflüssen für sie sein könnte. Doch während ich früher immer mal wieder mit Rötungen der perioralen Dermatitis aka. Stewardessenkrankheit gestraft wurde, hatte ich das Ganze in der letzten Zeit eigentlich gut im Griff und die Illusion, gut einschätzen zu können, was meine Haut so möchte und was nicht.

Doch plötzlich, mitten drin in einer Beautytechnischen Jubelphase, in der schwelgenden Entfaltung meines Hobbies samt Masken- und Produktexperimente (jaja, Dermatologen würden mich rügen ob so eines Durcheinanders), meldeten sich vor ein paar Wochen nun doch mal wieder ein paar leichte Rötungen in meinem Gesicht. Die von der Stewardessen-Sorte, die bedeuten: Stop, bitte ein bisschen Entspannung und nicht so viel Durcheinander auf der Haut! Alte Bekannte erkennt man glücklicherweise schnell, und so fuhr ich sofort alle Beauty-Experimente herunter, recherchierte, was man zur Hautberuhigung so tun könne – und stieß auf einen Faktor, den ich bisher stiefmütterlich vernachlässigt hatte: den pH-Wert.

„pH-hautneutral“ steht bekanntlich auf einigen Produkten, die da so im Bad herumstehen, aber was das genau zu bedeuten hat, hinterfragte ich nie – und ebenso wenig, was ein Toner eigentlich noch so alles kann, statt nur auf einem Wattepad noch ein bisschen mehr Schmutz von der Haut abzunehmen. Aber alles von vorne!

0 ist sauer, 7 ist neutral, 14 ist basisch

Der pH-Wert wird von 0 (sehr sauer) bis 14 (sehr basisch bzw. alkalisch) berechnet, reines Wasser befindet sich mit dem Wert 7 genau in der Mitte. Die Haut ist allerdings nur beim Säugling neutral und pendelt sich später im leicht sauren Milieu zwischen 4,5 und 6,8 ein – die Bezeichnung „pH-neutral“ heißt, das Produkt hat mit 5,5 genau den durchschnittlichen Mittelwert der Haut. Dieses leicht saure Milieu wird auch als der Säureschutzmantel der Haut bezeichnet – durch Schweiß, Talg oder abgestorbene Hautschuppen bildet sich dieser Mantel, der Keime und Bakterien abtötet und wichtig für die gesunde und geschützte Haut ist.

Und nun kommt die Kosmetik ins Spiel: Seifen befinden sich mit einem Wert von 8-11 sehr viel weiter im alkalischen Milieu, die allseits beliebten Säure- und Enzympeelings genau am anderen Ende der Leiter. Waschen wir unsere Haut häufiger mit Seife, als sie ihren PH-Wert selbst wieder herstellen kann, schädigen wir ihren Säureschutzmantel und damit auch die natürliche Abwehr und den Feuchtigkeitsspeicher der Haut. Peelings mit Säuren haben unfassbare Effekte auf die Hautbeschaffenheit, die Feuchtigkeitsspeicher und die Zellerneuerung, aber auch hier wird der pH-Wert in die gegensätzliche Richtung getrieben. Wie immer gilt also: Sobald man überhaupt anfängt, mit Beautyprodukten in das natürliche Gleichgewicht der Haut einzugreifen, muss man das Ganze auch richtig angehen.

Und hier kommt der pH-Wert ins Spiel – und damit der Toner. Dass damit die Poren geklärt und restliche Makeup-Rückstände entfernt werden können, ist nämlich nur die Nebenaufgabe des Gesichtswässerchen. Viel wichtiger: Die richtigen Toner neutralisieren den pH-Wert der Haut und bringen ihn nach der Reinigung, dem Säurepeeling oder gar nach beidem hintereinander wieder in seinen ursprünglichen Zustand, den Wert 5,5. Erst nach diesem Schritt ist die Haut bereit für alles Weitere, ob Serum oder Feuchtigkeitscreme.

Die richtigen Toner neutralisieren den pH-Wert der Haut 

Das bloße Abwaschen der Gesichtsseife, der Gesichtsmaske oder was man sonst so auf dem Gesicht hatte, reicht also nicht aus, um die Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Und sie gleichzeitig auf die nächsten Pflegeschritte vorzubereiten: denn auch auf die Aufnahme der Inhaltsstoffe hat der richtige pH-Wert Einfluss. Die Haut kann sich natürlich auch Toner selbst wieder auf ihren normalen pH-Wert einpendeln, dafür braucht sie allerdings 20-60 Minuten, in denen sie normalerweise schon mit weiteren Pflegeprodukten versorgt und damit überfordert wird – und da sind wir wieder bei der Stewardessenkrankheit oder anderen Reizungen, die ja ganz selbstverständlich auftreten bei so viel Kuddelmuddel.

Die Ignorierung des pH-Werts meiner Haut könnte also ein Grund für meine roten Flecken gewesen sein, schlussfolgerte ich nach meiner Entdeckung des pH-Mysteriums, und begann also, täglich nach der Reinigung einen Toner zu verwenden – und siehe da, meine Haut beruhigte sich schlagartig wieder. Die Balance des pH-Wertes ist also etwas, das ich ab sofort nicht mehr ignorieren kann. Momentan verwende ich für den Ausgleich den Jasmine Facial Toner von Emma S. mit Jasmin- und Gurkenextrakt, arbeite mich aber momentan schon immer tiefer in die Toner-Materie ein – was sind denn eure liebsten Toner?

Sharing is caring

4 Antworten zu “Beautyfragen: Der pH-Wert und was ein Toner eigentlich kann”

  1. […] Ganz neu und vor allem für Mischhaut sehr interessant ist zum Schluss noch der In Two Minds Facial Cleanser von Aesop, der erst vor wenigen Wochen zusammen mit einem Toner und einer leichten und ausgleichenden Gesichtscreme auf den Markt gekommen ist. Aesop war schon immer besonders gut darin, spezielle Hautbedürfnisse gezielt mit genau der passenden Pflege zu versorgen, und von der neuen Serie bin ich mehr als begeistert. Die Formulierung mit Zaubernuss, Salicylsäure, Salbei, Lavendel- und Rosmarinöl bildet einen schäumenden Reiniger, der die Haut wäscht und klärt. Den zugehörigen Toner verwende ich momentan übrigens nach jeder Reinigung, auch in Kombination mit den anderen Cleansern – mehr zum Thema Toner und ph-Wert der Haut findet ihr hier! […]

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars bestätigst Du, dass Du unsere Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen hast.