Cherry Picks #29

9. August 2019 von in

Manche Wochen finde ich keinen einzigen spannenden Artikel im Netz, diese Woche kam ich gar nicht hinterher mit meinen gespeicherten Artikeln. So viele gute Ansätze, so viele gute Worte, hach, manchmal liebe ich das Internet!

Was deutsche Medien noch viel zu selten schaffen, ist im Ausland schon die Regel: Feministische Themen in Tageszeitungen! Der Guardian geht hier mit großartigem Beispiel voran und hat auch diese Woche wieder einen so guten Artikel rausgehauen, dass ich ihn euch nicht vorenthalten kann. „Athleisure, Barre and Kale: the tyranny of the ideal woman“ widmet sich dem Druck der Selbstoptimierung, unter dem Frauen stehen. „The ideal woman, in other words, is always optimizing. She takes advantage of technology, both in the way she broadcasts her image and in the meticulous improvement of that image itself. Her hair looks expensive. She spends lots of money taking care of her skin, a process that has taken on the holy aspect of a spiritual ritual and the mundane regularity of setting a morning alarm.“ Eine großartige Analyse, mit der Bitte um etwas mehr Entspannung!

Diversität in Filmen sucht man leider immer noch viel zu oft vergebens. Die Schauspielerin Mai Duong Kieu ist Halbvietnamesin und spielte zuletzt die Rolle der Bo in Bad Banks. Mit der taz hat sie über die Schwierigkeiten des Castings gesprochen, wie schwer es ist Diversität in Serien zu erlangen und warum man ein dickes Fell braucht. Ein wichtiges Thema!

Ciani-Sophia Höder war es irgendwann leid. Jedes Magazin für Frauen in Deutschland widmet sich nur einer Frau: der weißen. Kurzerhand entschied sie, ihr eigenes Magazin für schwarze Frauen zu gründen. RosaMag war geboren. Mit Edition F hat sie über die Gründung gesprochen, wie es zu dem Namen kam und warum es so wichtig ist, auch schwarzen Frauen eine Plattform zu geben.

 

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„„Was bringt es“, fragt Natascha, „Bauern und Tiere fair zu behandeln und die eigenen Mitarbeiter zu quälen?“ Sie redet schnell und viel, wie ein guter Lush-Mitarbeiter. Nur die Happiness ist weg.“ Den duftenden Laden von Lush kennen wir alle, auch die Badebomben sind beliebt. Wie es hinter den Kulissen des Happy Shops aussieht, hat die taz erforscht – und das Ergebnis ist leider nicht sehr schön. Wie hart es ist für Lush zu arbeiten, welche Verkaufsstrategien der Shop hat und warum Frauen sich näher an Männer randrücken sollen, wird hier verraten. Nur so viel: Da muss sich einiges verändern!

Ansonsten gilt Alleinsein nicht als erstrebenswert. Das Gegenteil – viele Termine haben, viele Freunde, Projekte, eine feste Partnerschaft, teamfähig sein und gut vernetzt – macht für die meisten ein erfolgreiches Leben aus. Alleinsein, Nichtstun, Langeweile sind die Todfeinde der neoliberalen Gesellschaft. Es gibt dieses Meme von einer Frau, die gemütlich mit einer Katze im Bett liegt und den Telefonhörer in der Hand hält, darunter steht: „Yeah I can’t come out tonight. Super busy.“ Tatsächlich besagt eine Studie der University of Maryland, dass Menschen sich nur dann allein wohlfühlen, wenn sie vorgeben können, beschäftigt zu sein, und für andere ein Zweck erkennbar ist, zum Beispiel beim Einkaufen oder Joggen.

Ich bin gerne allein. Das stößt immer wieder auf Verwunderung, aber ich kann meine Zeit alleine fabelhaft nutzen. Viel mehr, ich brauche sie geradezu, um Kraft zu tanken, mich mit mir auseinanderzusetzen und mir gutes zu tun. Das Alleinsein ohne Zweck, das reine Mit-sich-sein, wird jedoch in einer Zeit der Fomo oft mit Einsamkeit verwechselt. Dabei ist es gerade eine Tugend, gut Zeit mit sich allein zu verbringen. Warum wir das alle viel öfter tun sollten, es wieder erlernen sollten und welche Benefits wir daraus ziehen, verrät dieser großartige Artikel der Zeit. 

Julia Korbik spricht mir aus der Seele. Statt abenteuerlich durch die Savanne zu wandern oder mit Rucksack Insel-Hopping in Thailand zu verbringen, sind meine Urlaube meist eher langweilig. Chillen an der Ostsee mit Örtchen-Besuchen, Auszeiten in Österreich und Toskana-Liebe in Italien. Der Renter*innen-Urlaub ist mein Ding – und Julia Korbik fasst auf This is Jane Wayne zusammen, warum das so ist: „Der Rentner*innen-Urlaub ist deshalb so gut, weil er frei von Prätentionen ist. Er will nicht mehr sein, als er ist: eine interessante, entspannte Zeit.“ 

Wir sind alle Menschen, die nicht unfehlbar sind. Jeder von uns hat schon den ein oder anderen Fehler gemacht. Privat mit Sicherheit, im Job auch. Auf Manrepeller verraten junge Frauen, welche ihre größten Fehler in ihrer Karriere waren, und es ist herrlich erfrischend zu wissen, jeder von uns kann auch mal richtig Mist bauen – doch das Leben geht weiter!

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