Cherry Picks #38

20. Oktober 2019 von in

Chelsea Great erzählt auf The Cut die Geschichte ihrer vier unterschiedlichen Beziehungsphasen mit einer Person. Sie stellt die Theorie auf, dass sich Menschen in Beziehungen so stark verändern, dass die gesamte Beziehung ein neues Gesicht bekommt. Mir gefällt die Theorie und obwohl ich noch nie so lange in einer Beziehung war (8 Jahre muss man erst mal schaffen), glaube ich, sie zu unterschreiben. Flexibel zu bleiben und sich auf die neuen Facetten des Partners und der eigenen Beziehung einzulassen, kann einen da stärken, woran andere womöglich zerbrechen.

Ich liebe es, wenn mir meine Freundin Teresa einen Artikel schickt, weil er mich meistens zum Nachdenken anregt. So auch dieser, in dem Carrie Batan im New Yorker über den Trend auf Instagram schreibt, den sie „Getting Real“ nennt. Dabei geht es darum, dass Instagram-Posts tendenziell weniger perfekt aussehen und den „Hinter den Kulissen“-Look annimmt. Doch im Grunde genommen ist diese Echtheit genau so gestellt wie die Perfektion. Hat Instagram mit dem „Geting Real“-Trend einen Fehler behoben? Wahrscheinlich nicht.

Die Nachrichten über Rechtsextremismus in Deutschland und der ganzen Welt können einen schockieren und lähmen. Wie oft ich schon aufhören musste, mich intensiver mit einem bedrückenden Thema zu beschäftigen, weil es mich verzweifeln ließ? Oft. Was sich allerdings manchmal wie ein kleines Aufgeben anfühlt, lässt sich glücklicherweise rückgängig machen und weiter kämpfen. Fabienne von This is Jane Wayne hat die Probleme im Kampf gegen Rechtsextremismus aufgezeigt und erklärt uns, wie wir weiter dran bleiben, um etwas gegen das Problem zu tun.

Verdammt! Diese Ask Polly Reihe von Heather Havrilesky auf The Cut macht mich jedes mal fertig. Für die unter euch, die die Reihe nicht kennen: Ask Polly ist eine Art Therapie-Doctor-Sommer-Stunde, in der sich Polly einer Leserin oder einem Leser widmet, die in einer Lebenskrise stecken. Sowohl die Texte der verzweifelten Person, als auch die Antwort von Heather, sind fast jedes mal niederschmetternd gut und ehrlich. Sie regen fast immer zum Nachdenken an und auch der letzte Text hat mich so berührt, dass ich weinen musste. Das ist übrigens nicht das erste Mal, dass ich bei einem Ask Polly Text weinen musste. Hier ein kleiner Auszug:

„Right now your extreme efforts at seeming JUST FINE! are making you anxious. The more you try to seem confident and happy and funny, the less confident and happy and funny you’re going to feel. You need to be the miserable freak that you are right now.
(…)
If you want to feel good and make it through this, you have to stop putting yourself above everyone around you. You have to let go of magical thinking and humble yourself. You have to look up at the vast blue sky above you and fall to your knees and beg for mercy.
(…)
Forgive yourself. And while you’re at it, forgive this sky for asking you to stop hiding. Forgive this dust for craving your tears. Forgive this ocean for reminding you how small you are. This is how it gets better.“

Foto: Unsplash 1 / 2

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