Conscious Uncoupling: Warum eine Trennung die Chance sein kann, wieder zu sich selbst zu finden

29. Oktober 2020 von in

Menschen verlieben sich und entlieben sich. Das ist der Lauf der Dinge – und trotzdem gibt es wenig Schmerzhafteres als eine Trennung. Als Teenie denkt man, die Welt bricht zusammen, mit Ende 20 weiß man, man überlebt diesen schrecklichen Liebeskummer – und doch ist bleibt die Welt für einen Moment irgendwie stehen. Alle Pläne, Hoffnungen, ja Wünsche, sind dahin. So zumindest der erste Gedanke. Denn was man oft im ersten Kummer nicht erkennt: Trennungen haben ihren Grund. Menschen verändern sich, Beziehungen verändern sich und manchmal ist eine Trennung auch die Chance, ein neues, anderes Leben zu beginnen. Dann, wenn man unglücklich ist, etwas ändern will und die Liebe irgendwann zwischen Wohnungstür und Kleiderschrank verloren gegangen ist.

Sich zu trennen ist trotzdem schwer. Wie soll man mutig in ein neues Leben springen, wenn man gar nicht mehr weiß, wie dieses aussehen kann? Ist das halbwegs okaye Leben nicht vielleicht das, was man besser aushält als das Alleinsein? Und wie gehen meine Kinder, meine Familie oder meine Freund*innen damit um, wenn ich mich trenne? Und wer ist man eigentlich ohne Partner?

All diese Fragen halten uns oft ab, die Trennung wirklich durchzuziehen. Die Angst vor dem Ungewissen lässt uns oft zu lange in unglücklichen Beziehungen verharren oder treibt uns nach der Entscheidung doch zurück in die Arme des Ex. On-Off lässt grüßen, doch das Glück bleibt auf der Strecke.

Ich glaube an die große Liebe. Ich bin ein absoluter Beziehungsmensch, aber ich glaube auch daran, dass Glück ein jeden von uns zusteht. Das Leben ist zu kurz, Angst – und da spreche ich aus Erfahrung als Anxiety-Person – sollte uns nicht davon abhalten, Entscheidungen für uns zu treffen. Eine Trennung kann die Chance sein, dass nicht nur der Einzelne wieder glücklich wird, sondern im besten Fall vier Menschen. Weil aus einem Paar zwei werden – und jeder für sich seinen Weg geht.

Auch Paartherapeutin Dorothea Behrmann glaubt daran, dass Trennungen eine Chance sein können. Dass eine Trennung kein Scheitern ist, sondern ein Erkennen der eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Wer diese ausspricht, hat die Chance, etwas zu verändern. Manchmal mit dem Partner, manchmal eben auch allein. Dorothea unterstützt als Conscious Uncoupling Coach Menschen dabei, sich zu trennen. Und zwar friedlich, liebevoll und voller Stärke. Damit ein neues Leben, positiv beginnt – ganz nach Hermann Hesse: Jedem Neuanfang liegt ein Zauber inne.

Mit Dorothea habe ich darüber gesprochen, was die häufigsten Gründe für Trennungen von Paaren sind, wie wir es schaffen, uns mit positiven Gefühlen zu trennen und wie man loslässt und sich aus toxischen Beziehungen löst.

Wenn wir romantische Beziehungen führen, lange zusammen sind oder sogar heiraten, hoffen wir immer von tiefsten Herzen, dass es für immer hält. Doch Paare trennen sich. Was sind deiner Erfahrung nach die häufigsten Gründe für eine Trennung?

Wenn man das Gefühl hat, der Andere interessiert sich nicht mehr wirklich für mich, wenn die Liebe „erlischt“, man sich nicht mehr freut, den Anderen zu sehen, sondern ihn „heimlich“ mit jemandem vergleicht, den man besser findet. Wenn die Kritik mehr wird als die Wertschätzung, wenn körperliche Nähe wegfällt. Natürlich gibt es auch gravierendere Gründe, wie zum Beispiel Fremdgehen, Sucht, Gewalt, und so weiter. Wenn man sich die zentrale Frage „Bist Du wirklich für mich da?“ mit „Nein“ beantwortet. Auch der Streit um Erziehungsfragen der Kinder oder Streit um Geld kann eine Liebe zermürben und Beziehungen beenden.

Es ist Zeit zu gehen, wenn man sich die zentrale Frage
„Bist Du wirklich für mich da?“ mit „Nein“ beantwortet.

Eine Trennung ist nie schön. Trotzdem frage ich mich oft: Warum enden Beziehungen oft so emotional, voller Wut und Trauer?

Weil wir soziale Wesen sind und unser Gehirn auf Zusammensein und Verbindung eingestellt ist und nicht auf Loslassen. Wir fühlen Zurückweisung tatsächlich als physischen Schmerz und geraten in primitive Zustände von Angriff oder Flucht. Wenn wir verlassen werden, fühlen wir uns vollkommen hilflos und unser Körper sendet „Notfallsignale“ aus als wenn es um das nackte Überleben geht.

Vom wabernden Gefühl bis hin zur Trennung dauert es oft eine Weile. Wann ist es deiner Erfahrung als Paartherapeutin nach an der Zeit, zu gehen?

Wenn alle Versuche, die Beziehung zu retten, gescheitert sind. Wenn Gespräche mit dem Partner ins Leere laufen und hierfür auch eine Paarberatung nicht mehr weiterhilft. Wenn da nichts mehr ist, wenn man sich ansieht. Wenn man sich so auseinander entwickelt hat, dass man nicht mehr die gleiche Sprache spricht und es keine gemeinsamen Projekte mehr gibt.

Manchmal ist es ja tatsächlich besser zu gehen und sich neu kennenzulernen. So haben beide Menschen die Chance auf ein neues Glück, als gemeinsam weiterhin unzufrieden zu sein.  Warum scheuen trotzdem so viele Menschen den Schritt einer Trennung – und bleiben lieber unglücklich in der Paarbeziehung?

Für viele ist eine negative Bindung besser, als gar keine Bindung. Ein Paar schrieb mir neulich, dass sie die Trennung vor sich hergeschoben haben, weil sie sich vor dem Schmerz, dem Durcheinander und den persönlichen und finanziellen Folgen für die Kinder fürchten. Ich habe Respekt vor allen Beziehungen, auch vor denen, die subjektiv unglücklich wirken. Ich bin unter anderem Conscius Uncoupling™ Coach, weil ich glaube, wir wissen zu wenig über Trennungen und wie man das auch gut hinkriegen kann.

Dann verrate doch mal: Was für positive Seiten kann eine Trennung haben?

Wenn man sich traut, sich der ganzen Wucht des Liebeskummers zu stellen und bereit ist, auch seinen eigenen Anteil zu sehen, kann eine Trennung DIE Gelegenheit sein, um sich endlich aus alten Mustern zu befreien. Man wird ja quasi gezwungen, das eigene Leben zu reflektieren, man lernt das Allein-Sein, überdenkt vielleicht berufliche und persönliche Projekte, lernt neue Dinge über sich kennen.

Ich sehe Trennungen, so schmerzhaft sie auch sein mögen,
als reelle Wachstumschance im Leben.

Manchmal braucht man vielleicht den Blick von außen, um den Schritt einer Trennung zu wagen. Du hilft Paaren, sich positiv zu trennen. Woher kommt die Methode des Conscious Uncoupling?

Ich arbeite nicht mit dem Paar, sondern mit dem Einzelnen, denn für jeden Partner bedeutet die Trennung etwas anderes. Einem geht es meistens etwas besser. Das ist meistens der, der geht und dem anderen etwas oder sehr viel schlechter, in der Regel, dem Verlassenen. Die Methode stammt von der amerikanischen Paar- und Familientherapeutin Katherine Woodward Thomas. Einer tollen Frau Anfang 60, die ich auch persönlich kennen lernen durfte. Sie hat ihre eigene friedliche Trennung in dem Buch „Conscious Uncoupling „5 steps to living happily EVEN after“ genutzt und daraus die Methode der fünf Schritte entwickelt. Berühmt geworden ist Conscious Uncoupling dann durch die Trennung von Gwyneth Paltrow und Chris Martin geworden, die sich sehr wohlwollend und friedlich anhand dieser Methode getrennt haben. In Deutschland gewinnt Conscious Uncoupling immer mehr Aufmerksamkeit, es wird sich ja nach wie vor viel getrennt und nach der Corona-Krise rechnet man mit noch mehr Trennungen.

Die „5 steps to living happily even after“

Schritt 1: Umgang mit negativen Emotionen
Es ist der erste Impuls dem wehzutun, der einem wehtut. Wenn wir diese Wut als Energie zur Veränderung nutzen, dann kann daraus etwas sehr Positives entstehen – eine neue Chance, und im besten Falle eine neue Liebe.

Schritt 2: Ablegen der Opfer-Rolle
Zu einer Trennung gehören immer Zwei. Es ist wichtig, dass beide Seiten Verantwortung dafür übernehmen. Absolut ehrliche Selbstreflexion ist der Anfang vom Neuanfang.ner Trennung gehören immer Zwei. Es ist wichtig, dass beide Seiten Verantwortung dafür übernehmen. Absolut ehrliche Selbstreflexion ist der Anfang vom Neuanfang.

Schritt 3: Ausbrechen aus alten Mustern
Was genau hat die Beziehung sabotiert? Oft sind es nur kleine Veränderungen oder das Überdenken eigener Überzeugungen, die helfen, Frust abzubauen und Wunden heilen lassen. Das Ergebnis: ein positives Selbstwertgefühl.

Schritt 4: Das Gute bewahren
Wenn man sich bewusst macht, was man aneinander schätzt, fällt es viel leichter fair, wohlwollend und großzügig miteinander umzugehen. Davon profitiert das eigene Wohlbefinden und auch das der Kinder.

Schritt 5: Trotz allem wieder glücklich werden
Die Grundvoraussetzungen sind geschaffen. Jetzt gilt es gesunde Entscheidungen zu treffen, Neues auszuprobieren und das Leben wieder zu genießen. Großzügige, faire finanzielle Vereinbarungen mit dem Ex-Partner helfen, die Familie zu stärken und eine gute Lebensrealität für die Kinder zu schaffen.

Und wie kann so ein Conscious Uncoupling funktionieren?

Das funktioniert erstmal, indem man sich dafür entscheidet, die Trennung bewusst und so friedlich wie möglich zu vollziehen. Man entscheidet sich, die Trennung als Chance für persönliches Wachstum zu sehen und nicht als Scheitern. Eine bewusste Entscheidung also für eine positive Zukunft. Voraussetzung ist, sich jeden Tag etwa eine halbe Stunde Zeit zu investieren, sich den oft überwältigenden negativen Gefühlen zu stellen, um sich selbst und dem anderen keinen Schaden anzutun, wie zum Beispiel ihn oder sie zu stalken, hässliche Nachrichten auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen oder das Auto aus Wut an einen Baum zu fahren. Es ist verständlich, dass man dem wehtun will, der einem wehgetan hat, aber gerade wenn Kinder im Spiel sind, ist es quasi Pflicht, sich der Trennung auf konstruktiver Weise zu stellen. Als Coach bin ich dann ganz bei der Person, die leidet, tröste, höre zu und zeige Wege auf, mit dem ganzen Schlamassel fertig zu werden. Freunde und Familienmitglieder sind damit oft überfordert und machen automatisch den Anderen schlecht. Das hilft der geschundenen Seele leider nur für kurze Zeit, aber nicht auf Dauer.

Auch wenn wir nur ungern Genderklischees aufgreifen, glaube ich, Frauen und Männer gehen mit Trennungen unterschiedlich um. Wie ist deine Erfahrung?

Aus meiner Erfahrung warten Frauen sehr lange, bis sie sich endgültig trennen. Sie hoffen, dass er sich vielleicht doch noch ändert und sich die Dinge wieder zum Guten wenden. Frauen stellen sich eher ihren Verletzungen und Kränkungen, wenn die Trennung ausgesprochen ist. Männer versuchen vielleicht doch eher, sich abzulenken: im Beruf, beim Sport oder in der Kneipe. Oder sie warten mit der Trennung, bis sie eine neue Partnerin gefunden haben. Das sind lediglich persönliche Erfahrungswerte – und nicht wissenschaftlich bewiesen!

Gibt es denn deiner Erfahrung auch Unterschiede, wie sich Männer und Frauen trennen?

Studien zeigen, dass meistens die Frauen die Trennung aussprechen (70%). Männer sagen in meiner Wahrnehmung oft nicht ehrlich, warum sie sich trennen und erklären die Trennung mit Gründen, die nicht in der Beziehung liegen, um die Frauen nicht zu sehr zu verletzten (beispielsweise  eine Krise im Beruf, Stress, keine Zeit sich. Ich glaube, dass Frauen meistens ehrlicher sagen, was sie zur Trennung bewegt.

Frauen sagen meistens ehrlicher, was sie zur Trennung bewegt.

Was ist dein Tipp für Menschen, die in einer unglücklichen Beziehung sind und nicht wissen: Kämpfen oder loslassen?

Ich würde auf jeden Fall empfehlen, mir einen Coach oder eine Therapeutin zu suchen, um eine kluge Entscheidung zu treffen. Freunde oder Familienangehörige sind in der Regel überfordert, und es ist besser, mit jemandem zu sprechen, der neutral ist. Ich biete beispielsweise dazu ein sogenanntes „Klärungs-Modul“ in drei Schritten an, bei dem man sich über seine Ziele, Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf die Beziehung bewusst wird und auch das hin- und hergerissen sein bespricht. Am Ende steht dann meist eine Entscheidung, die man dann besser vertreten kann. Sei es zu bleiben oder zu gehen.

Heute zusammen, morgen getrennt, übermorgen wieder schwer verliebt. Wir kennen diese On-Off-Paare. Wie schaffe ich es als Frau oder Mann loszulassen?

Das Loslassen ist eine große Herausforderung und wahnsinnig schwer, wenn man sich erst einmal auf eine Liebe eingelassen und Gefühle investiert hat. Loslassen ist ein bewusster und meistens auch schmerzhafter Prozess. Ich muss mir über die Konsequenzen im Klaren sein, wenn ich dauerhaft in einer On-Off- Beziehung bleibe. Beim Loslassen hilft außerdem, die eigenen Sehnsüchte und Wünsche nach einer stabilen Beziehung zuzulassen. Und sich zu fragen, was es denn ist, was einen noch in so einer Beziehung hält, beispielsweise die Angst vorm Alleinsein, die Angst vor der Auseinandersetzung oder Gewohnheit.

Und was sind deiner Meinung nach absolute Red Flags in Beziehungen?

Ein schlechtes Bauch-Gefühl, eine wage Ahnung, eine Intuition, dass etwas nicht stimmt, sollte man auf jeden Fall ernst nehmen, auch wenn man noch nicht weiß, worauf sich das „komische Gefühl“ bezieht. Wenn der andere nicht mehr so richtig teilnimmt an meinem Leben, sich nicht mehr interessiert, keine Fragen mehr stellt oder Gesprächen eher ausweicht. Wenn der liebevolle Blick und die liebevollen Gesten plötzlich wegfallen und der Partner sich körperlich (auch sexuell) zurückzieht, dann sollte man das ernst nehmen. Wenn es keine gemeinsamen Projekte für die Zukunft gibt, sondern jeder so seiner Wege geht, dann ist das ein Warnhinweis.

Wenn der andere nicht mehr so richtig teilnimmt an meinem Leben,
sich nicht mehr interessiert, keine Fragen mehr stellt oder
Gesprächen eher ausweicht, sollte man hellhörig werden.

Wie erkenne ich eine toxische Beziehung – und wie kann ich mich aus ihr lösen?

Toxische Beziehungen spiegeln sich oft in Abhängigkeiten wider. Die Grenzen, was für einen ok ist und was nicht, verwischen. Man hat Angst, verlassen zu werden. Konflikte werden als bedrohlich empfunden und eher vermieden. Wie bei anderen toxischen Gewohnheiten wie Drogen oder Alkohol ist die Beziehung nicht von Freiheit und Wohlwollen, sondern eher von Ängsten, Abhängigkeiten und Konflikten geprägt. Wenn man sich aus einer toxischen Beziehung lösen möchte, braucht der Selbstwert und das Ego viele Streicheleinheiten. Ich sollte mir bewusst werden, was mich noch in der Beziehung hält und wovor ich Angst habe. Ich würde mich sehr dafür interessieren, warum ich mich ausgerechnet für jemanden entschieden habe, der offensichtlich emotional nicht zur Verfügung steht. So hat man die Chance, sich dauerhaft aus toxischen Bindungen zu lösen und sich stattdessen jemanden zu suchen, mit dem man einfach glücklich ist.

Der Tag X ist gekommen, es ist ausgesprochen: Es ist Schluss. Doch wie finde ich als Mensch wieder zu mir?

Das ist eine gute Frage, da man ja quasi sein emotionales Zu-Hause verloren hat. Sich Zeit nehmen und sich Zeit lassen, alles erst einmal zu verarbeiten. Jede Menge Selbstfürsorge, beispielsweise ein Tagebuch führen, meditieren, Freunde und Familie treffen, auch wenn es nur kurz ist, um eine Tasse Tee zu trinken. Sich seiner Stärken und Ressourcen bewusst werden und diese aufschreiben. Was läuft alles gut in meinem Leben? Wofür kann ich dankbar sein? Man muss sich ja erst einmal aus der Paar-Identität herausschälen, um sich als Mensch wieder „ganz“ zu fühlen. Dazu braucht eine Art „Liebes-Reha“, für die man sich Zeit nehmen sollte.

Nach einer Trennung braucht jeder Mensch eine Art „Liebes-Reha“,
für die man sich Zeit nehmen sollte.

Was hilft deiner Meinung nach einer Trennung?

Trennungen sind immer traumatisch. Am besten man holt sich schnell professionelle Unterstützung. Je nachdem, wie plötzlich und „kalt“ einen die Trennung erwischt, sollte man bereit sein, sich der Situation zu stellen, um bald wieder nach vorn schauen zu können. Wenn es ein „nützliches“ Gefühl dabei gibt, dann ist es Trauer und Schmerz. Das wollen die wenigsten haben, weil es eben weh tut. Sich mit dem Schmerz ein Stück weit anzufreunden, ihn zum Verbündeten zu nehmen, hilft, möglichst zügig und weitgehend unbeschadet den Trennungs-Prozess zu überstehen.

Wenn einem dann etwas besser geht, kann man sich fragen, was man denn zu der Trennung beigetragen hat, welche konkreten Verhaltensweisen und Handlungen schädlich für die Beziehung waren. Den eigenen Anteil zu erkennen, ohne sich zu schämen oder sich die Schuld zu geben, hilft, sich selber wieder zu vertrauen und Dinge in Zukunft anders zu machen.
Hilfreich ist auch, sich und dem anderen zu verzeihen, alte Verabredungen und Versprechen aufzulösen, die man sich mal gegeben hat.
Ein würdevolles Abschieds-Ritual, das man auch im Stillen „Soul-to-Soul“ durchführen kann, hilft, loszulassen und den anderen gehen zu lassen. Freunden und Familienangehörigen hilft, wenn man ihnen sagt, dass sie sich nicht für einen von beiden entscheiden müssen. Wenn man Kinder hat, ist noch mehr Arbeit der Trennenden nötig, damit die sie nicht zum Spielball ihrer verletzten Eltern werden.

Und wann bin ich bereit für eine neue Liebe?

Wenn ich dem Ex einen guten Platz in meinem Herzen geben und die gegenseitige Liebe und alles, was ich in der Beziehung bekommen habe, wertschätzen kann. Wenn ich nicht mehr darüber nachgrübele, wer wem was wieso angetan hat, sondern es so akzeptiere, wie es ist. Wenn ich mich davon verabschiedet habe, alles erklären zu wollen und dabei meinen Anteil klar erkenne, auch wenn der andere 97 Prozent „Schuld“ hatte und ich nur 3 Prozent. Dann kann ich für meine 3 Prozent einstehen und mir selber versprechen, das in Zukunft anders zu machen, damit ich noch glücklichere Beziehungen führen kann.
Wenn ich in meiner Wohnung Platz geschaffen habe und (fast) alle Fotos und Erinnerungsstücke beiseite geräumt und durch eigene ersetzt habe, im Kleiderschrank ein paar Bügel freigelassen und im Bad ein kleines Eckchen für eine weitere Zahnbürste bereitstelle.
Wenn ich dann wieder Lust auf meinen Lieblings-Fummel, Lippenstift und Parfum habe, die Trennungs-Jogginghose achtlos in der Ecke liegt –  dann bin ich bereit!

– Anzeige wegen Markennennung –

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