Die Überlebenschancen des Adidas Stan Smith

25. Januar 2014 von in

Ich liebe das Phänomen von Hypes. Jahrelang ist ein bestimmter Schnitt oder ein Produkt das Hässlichste auf Erden und Blogger, Streetstylestars, Magazine, Designer und der Catwalk in Kombination schaffen es, genau diese Teile zurück in unsere Schränke zu katapultieren. Natürlich kann man gewissen Trends aus dem Weg gehen, aber selbst die jenigen, die sagen, sie machen sich nichts aus Mode; selbst bei denen kommt der eine oder andere Trend oder der Hype an, ohne dass sie es merken. Kürzlich erzählte mir eine Freundin, sie mache sich nichts aus Mode und sie verstehe nicht, wieso ich mich so sehr davon beeinflussen lasse. Dass es sie völlig kalt lasse. Das sagte sie, während sie da saß, in ihrer hoch geschnittenen Röhrenjeans, einem Grobstrickpullover, einem oversized Schal und einer Beanie von COS.

Natürlich kommen Hypes und Trends früher bei mir an als bei Freunden, die sich nicht mit der Materie beschäftigen. Aber ein Bruchteil dessen, was vor einiger Zeit auf dem Laufsteg war, kommt irgendwann bei den großen Ketten an und langfristig setzt sich eine bestimmte Sache so sehr durch, dass sie für ein paar Jahre überhaupt nicht mehr in Frage gestellt wird. Und dann sitzen die Menschen da, in ihren oversized Grobstrickpullis und erzählen, dass sie sich überhaupt nicht von Trends beeinflussen lassen.

Ganz besonders schlaue Füchse, die den Trendhype komplett durchschaut haben, können diesen sogar in gewissem Maße beeinflussen und da wird’s dann gruselig und irgendwie auch faszinierend. Die PR für den Adidas Stan Smith Schuh zum Beispiel hat verdammt gute Arbeit geleistet. Sie hat den beliebtesten Sneaker unserer Zeit so lange angepriesen und in den Himmel gelobt, bis die Modewelt gar nicht anders konnte, als den Schuh anzunehmen. Der absolute Adidas-Klassiker sozusagen, der es in den 70ern aus der Tenniswelt hin auf die Straße schaffte. Überall wird von ihm geredet, das minimalstische Modell ohne der klassischen drei Streifen an der Seite. Jeder hatte ihn damals und deshalb muss ihn natürlich heute auch wieder jeder haben! Schließlich ist er zeitlos, trägt jahrzehntelange Geschichte in sich und gehört zu den meist verkauften Adidas Schuhen überhaupt.

Aber halt: Seit wann nochmal ist der Adidas Stan Smith zeitlos? Wenn ich mich recht erinnere, waren klobige, breite Sneaker mit einer komplett runden Spitze bis vor einigen Monaten das Uncoolste überhaupt. Die Frage ist, ob sich der „Klassiker“ tatsächlich langfristig durchsetzen wird, schließlich ist das Superstar Modell von Adidas momentan auch sehr gefragt, oder ob er in einem halben Jahr Geschichte sein wird. Ich hatte ihn schon an und er gefällt mir an mir überhaupt nicht. Irgendwie schade, aber naja – ’n Hunni gespart.

Gefällt er euch und wie viel Zeit gebt ihr dem Adidas Stan Smith?

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16 Antworten zu “Die Überlebenschancen des Adidas Stan Smith”

  1. ohje, ich erinnere mich noch an zeiten, in denen er von wirklich vielen leuten getragen wurde, auch der mit den streifen; das superstar modell. aber hm, ich kann mir wirklich nicht vorstellen diesen schuh zu tragen. auch nicht in einem jahr oder so. irgendwie… nein! mal sehen, ob es dabei bleiben wird.

    http://gregoryxgregory.blogspot.de

  2. manche menschen mögen aber auch einfach oversized grobstrick pullis von klein auf (:

    ich finde den sneakers hype nervig, denn viele turnschuhe sind einfach nicht schön und stehen auch nicht jedem. und auch das kombinieren will gelernt sein. nein, nein. ich bleibe bei meinen ollen chucks und vans und trage ansonsten weiterhin boots und budapester.

  3. Nee, der ist auch nicht mein Ding. Erinnert mich viel zu sehr an meine Teenie-Tage und gefällt mir auch vom Design her irgendwie nicht. Da bleib ich lieber bei meinen Vans und vor allem Chucks, die sind meiner Meinung nach wesentlich klassischer, schöner und gehen irgendwie immer :).

  4. Immer wenn ich im Internet was über diese Schuhe lese, muss ich an eine Bekannte von mir denken. Sie trägt ganz ähnliche Schuhe zusammen mit Print-Shirts von Esprit (z.B. „just smile“ in verschnörkelter Schrift, umrandet von Blumengirlanden) und ausgeschlagenen Hosen, bei denen der Saum des Hosenbeins hinten 3-5 cm abgelaufen ist.

    • Haha, der abgelaufene Hosensaum. Unvergesslich! Ich freue mich auf’s Come Back. Und wenn es geregnet hat, waren die aufgrund der aufgerissenen Nähte bis zum Knie pitsch nass. Echt praktisch, dieser Trend…

  5. Oh ja solche Leute kenn ich auch -.- mir fällt dann immer spontan diese Szene von der Teufel trägt prada ein, als Andy sich bei Miranda Priestly vorstellt und Miranda ihr erläutert das sie sehr wohl von der Mode beeinflusst wird ^^…

  6. ich mag das der schuh so minimalistisch ist! und wenigstens wird der nike-hype für ein weilchen etwas abgelöst..aber wie lange es sich hält ist natürlich eine andere frage :) wollen wir mal sehen!
    liebe grüße
    laura&nora

  7. Haha ich musste bei deinem Artikel auch an „Der Teufel trägt Prada“ und den türkisen Pulli denken. Und ich bin eher auch nicht so der Sneaker-Typ obwohl ich mich sonst schon gerne von der Mode beeinflussen lasse. Toller Blog ihr Drei!

  8. Liebe Amelie,

    bei den ersten beiden Abschnitten gehe ich noch mit, dann wird es aber hanebüchen.

    Bis vor ein paar Jahren gab es den Stan Smith noch ganz normal in mehreren Versionen (Normal, Supreme, Comfort, etc.) und Farben zu kaufen. Es ist auch gar nicht die Frage, ob er sich durchsetzt oder nicht. Er hat es längst getan. Seit Jahrzehnten wird dieser Schuh weltweit von den verschiedensten Subkulturen aber auch sozialen Gruppen des Mainstreams getragen. Vielleicht nicht in Hipster-/“Fashion“-Kreisen (für die Adidas den Schuh ja in besonders hässlichen Versionen, die mit „Klassiker“ nun wirklich nicht das Geringste zu tun haben, auf den Markt gebracht hat), aber die waren für die ernsthafte Auseinandersetzung mit Stil noch nie als kompetent bekannt. Sie denken lediglich, sie seien stilsicher und „in the know“. Ein Gang durch die betreffenden Stadviertel der Republik beweist eindeutig das Gegenteil.

    Es ist also völlig irrelevant, ob „klobige, breite Sneaker mit einer komplett runden Spitze“ in dieser Szene „uncool“ waren, oder nicht. Der Stan Smith ist ein Klassiker, da beisst die Maus keinen Faden ab. Noch viel irrelevanter ist die Frage, wie lange man dem Schuh gäbe. Sie demonstriert lediglich die Oberflächlichkeit und Schnellebigkeit in manchen Kreisen. Klar, gesichtslose Kleiderpuppen-Hipster werden den Schuh einmotten, sobald der nächste Trend um die Ecke linst. Menschen mit Stil tragen ihn seit Jahrzehnten, freuen sich, dass er wieder erhältlich ist und werden ihn auch noch weitere Jahrzehnte tragen.

    Viele Grüße,

    /the weekender!

    • Ich spreche vom Modekreis. Es ist klar, dass der Stan Smith ein Klassiker ist – aber er war es schlichtweg nicht in der Modeszene. Das hat nichts mit Hipster zu tun, aber der Stan Smith von Adidas ist plötzlich ein Hype im Modekreis und diese Art von Sneaker gab es lange Zeit nicht in der Mode- und Fashion Week-Szene. Ich beziehe mich ausschließlich auf diesen Kreis. Liebe Grüße!

  9. Ich fand den stan smith immer gegenüber dem Superstar den langweiligen Nachahmer. Hab deshalb immer nur den Superstar gekauft, später halt used im Internet. Da find ich noch heute die Metallikstreifen total klasse. Find auch die Gummikappe stylischer als beim Stans Smith. Find den Superstar bei Girls auch mit total dreckiger Kappe total sexy. Der Stan Smith sieht dann halt nur dreckig aus. Freue mich wenns wieder Superstars zu kaufen gibt und die Girls die total abtragen.. die Gummikappe macht’s halt echt besser im Outfit und der Schuh sieht dadurch besser aus!

  10. nur mal zum zusammenfassen:

    – der stan smith (aus den 60ern) ist also der langweilige nachahmer des superstars (aus den 70ern)

    – globige schuhe mit runder spitze waren also „out“? was bitte ist denn dann der backsteinförmige und vorne arg runde nike air max

    – „jeder hatte ihn damals“ … auch das dürfte ziemlich einfach zu wiederlegen sein

    Frei nach Gothe „Man sieht nurm was man weiß“

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