Fair, gesund, umweltfreundlich: 5 Kriterien beim Kauf von Kosmetik

10. September 2018 von in ,

Beauty ist für viele eine Leidenschaft, Beauty ist Self Care, Meditation, Empowerment und Bodypositivity, Beauty ist Hobby und Kreativität und hat unglaublich viele spannende Facetten. Aber Beauty ist auch eine gigantische Industrie, die nicht aufhört, zu wachsen – und überall da, wo Geld fließt, entsteht schnell auch mal ein schmutziges Geschäft. Für mehr Profit werden nicht nur billige Inhaltsstoffe verwendet, sondern auch Arbeitsbedingungen verschlechtert, umweltschädigende Materialien eingesetzt oder gar Tiere gequält. Das schöne und oft teure Endprodukt verrät oft wenig über die Hintergründe, die man mit dem Kauf eigentlich mitfinanziert. Und so ist man schnell Teil eines Strudels, der man gar nicht sein möchte.

Welche Produkte wir kaufen, entscheiden wir oft intuitiv. Das Image der Marke, die schöne Verpackung oder die vielversprechenden Fähigkeiten sind oft der entscheidende Auslöser. Sieht man sich die Inhaltsstoffe an, wird es oft schon komplizierter – Naturkosmetik ist für viele die einfachste Lösung, sich von allen fragwürdigen Stoffen und Machenschaften der Beautyindustrie fernzuhalten. Doch sind nicht alle natürlichen Inhaltsstoffe leicht verträglich, nicht alle chemischen ungesund – und die Inhaltsstoffe zudem nur ein Faktor von mehreren, auf die man beim Kauf von Beautyprodukten achten kann. Denn statt nur auf das Hype-Image bekannter Marken zu vertrauen, gibt es noch ein paar weitere Kriterien dafür, ob ein Produkt wirklich in euer Badezimmer wandern sollte.

Zusammen mit unserem Partner Maria Nila möchten wir euch verschiedene Faktoren und Richtlinien an die Hand geben, an denen ihr die Qualität von Kosmetikprodukten für euch einordnen, und mit denen ihr euer Kaufverhalten bewusster gestalten könnt. Den Haarprodukten von Maria Nila seid ihr in den letzten Monaten bestimmt schon öfter bei uns begegnet, denn das Label hat ein Highlight nach dem anderen im Sortiment: Von den besten Shampoos, die ich je ausprobiert habe, über die perfekten Trockenshampoo-Textur-Kombi bis zur Meersalz-Stylingcreme, die aus luftgetrockneten Wirbeln Beach Waves zaubert. Das Besondere ist allerdings, dass Maria-Nila-Produkte mit ziemlich reinem Gewissen konsumierbar sind – welche Faktoren dafür verantwortlich sind und worauf ihr allgemein in Sachen Beauty achten könnt, erzählen wir euch also jetzt!

Inhaltsstoffe

Um bei dem Thema Inhaltsstoffe wirklich durchzublicken, braucht man Fachkenntnisse. Am einfachsten erscheint es daher vielen, nur zertifizierte  Naturkosmetik zu benutzen – allerdings steckt auch in nicht zertifizierter Naturkosmetik oft nur reine Natur, denn die Zertifikate können sich vor allem junge Start-ups oft nicht leisten. Zertifikat hin oder her, gerade bei sensibler, leicht reizbarer oder allergiegefährdeter Haut sind natürliche Inhaltsstoffe häufig gar nicht nicht unbedingt die beste Lösung. Pflanzliche können genau wie chemische Stoffe irritierende oder sensibilisierende Stoffe enthalten, gerade bei Allergien enthalten pflanzliche Stoffe oft eher den Trigger als neutrale, chemisch hergestellte Stoffe. Die Frage ist also nicht unbedingt natürlich oder nicht, sondern qualitativ hochwertig oder billig und was vertrage und brauche ich eigentlich?

Silikone sind da ein gutes Beispiel: Viele verzichten mittlerweile ganz auf Silikone und sehen darin ein Qualitätsmerkmal, doch nicht jedes Silikon ist per se schlecht. Amodimethicone sind beispielsweise wasserlösliche, positiv geladene Silikone, die gezielt an geschädigten Haarpartien andocken und sie geschmeidig und weniger spröde machen. Steht dieses als einziges Silikon an einer Stelle weit hinten in den Inhaltsstoffen wie bei den Shampoos von Maria Nila, ist das eine ganz andere Qualitäts- und Effekt-Liga, als bei Produkten, bei denen oft an zweiter oder dritter Stelle Silikone stehen. Diese Produkte bestehen also zu einem großen Teil daraus, und häufig sind diese günstigeren Silikone auch nicht wasserlöslich und damit schädlich für die Umwelt und beschwerend für das Haar.

Neben Stoffen, bei denen der Qualitätsunterschied eine Rolle spielt, gibt es aber auch die, auf die man grundsätzlich verzichten kann: in Shampoos sind das zum Beispiel Sulfate und Parabene. Sulfate sind Salze, die das Shampoo schön schäumen lassen, dabei allerdings die Kopfhaut austrocknen, sich in Organen anlagern können und sogar im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Parabene sind Konservierungsmittel, die den Hormonhaushalt des Körpers beeinflussen können. Natürliche Shampoos schäumen häufig nicht, was auch gar nicht nötig zur Reinigung ist. Gerade bei leicht fettigen Haaren sind reinigende Tenside allerdings wünschenswert – statt Sulfaten gibt es abbaubare, nicht reizende und unschädliche Stoffe wie Sodium Lauryol Methyl Isethionat, das in Maria Nila Shampoos die Sulfate ersetzt.

Grundsätzlich gilt: Statt blind auf reine Naturkosmetik zu vertrauen oder einfach die vermeintlich hochwertigeren, weil teureren Produkte zu kaufen, sollte die Inhaltsstoffe durchgelesen und gegoogelt werden. Zu jedem Inhaltsstoff findet ihr so genaue Infos und könnt euch selbst ein Bild des Produktes machen. Eine sehr gute Informationsquelle ist außerdem die Seite und App Codecheck, die Infos zu einzelnen Produkten sowie sehr viel Hintergrundwissen gibt. Achtung: Als bedenklich werden hier häufig Inhaltsstoffe mit Allergiepotential eingestuft, die auch in reiner Naturkosmetik vorkommen können. Auch das Thema Mikroplastik weist Codecheck klar aus, sobald ein Produkt es enthält. Da Mikroplastik nicht abgebaut werden kann, die kleinen Partikel aber ungefiltert in Flüsse und Meere, in die Körper von Fischen, Tieren und am Ende auch Menschen gelangen, betrifft das Thema weit mehr als den Umweltschutz, ist aber trotzdem in den meisten gängigen Kosmetikprodukten enthalten.

Vegan, cruelty free & Tierversuche

In der EU sind Tierversuche für Kosmetika seit 2013 verboten – das heißt aber noch lange nicht, dass nichts, was man hier kauft, an Tieren getestet wurde. Leider ist es für Firmen relativ einfach, das Verbot zu umgehen, und für Verbraucher wiederum schwer, das zu bemerken. „Dieses Produkt wurde nicht an Tieren getestet“ heißt zum Beispiel nicht automatisch, dass nicht einzelne Inhaltsstoffe eben doch an Tieren getestet wurden – und da Kosmetik zu 90% Inhaltsstoffe enthält, die auch in anderen Bereichen Anwendung finden, kann das Verbot alleine hier hier schon schnell umgangen werden. Um sicher zu gehen, mit dem Kauf eines Produktes keine Tierversuche zu unterstützen, sind Prüfsiegel und Zertifikate hilfreich – drei der gängigsten Anti-Tierversuchs-Siegel findet man auf den Maria Nila Produkten:

Leaping Bunny: Das Siegel des springenden Hasen wurde von internationalen Tierschutzorganisationen erarbeitet und hat die ersten weltweit einheitlichen Kriterien. Die damit ausgezeichneten Produkte werden jährlich kontrolliert, mehr Infos hier!

cruelty free and vegan: Das offizielle Siegel der Tierschutzorganisation PETA. Hier könnt ihr die zugehörige Datenbank durchsuchen – übrigens auch in anderer Richtung und herausfinden, welche Marken Tierversuche anwenden. Alle mit diesem Siegel versehenen Marken haben schriftlich zugesichert, weltweit keine Tierversuche durchzuführen oder in Auftrag zu geben und auch keine Inhaltsstoffe zu verwenden, für die Tierversuche vorgeschrieben wären.

Vegan: Die vegane Sonnenblume ist das Siegel der Vegan Society England und sagt zum einen aus, dass das Produkt nicht an Tieren getestet wurde, zum anderen, dass es keine tierischen Inhaltsstoffe enthält. Mehr vegane Siegel findet ihr hier!

Ein großes Thema in Sachen Tierversuche ist übrigens der asiatische Markt: Möchte man seine Produkte beispielsweise in China verkaufen, sind Tierversuche vorgeschrieben. Viele große und bekannte Firmen sind deshalb nicht tierversuchsfrei – eine ausführliche Liste findet ihr hier.

Herstellungsort 

Bei Beauty ist es ähnlich wie bei Kleidung: Der Herstellungsort verrät schon einiges über die Qualität des Produktes. Wird in Entwicklungsländern gefertigt, liegen Produktionen in großem Stil mit günstigen Herstellungsbedingungen nahe. Aber Achtung: Die Herstellung in einem Entwicklungsland heißt nicht automatisch, dass es sich hier um schlechte Billigware handelt. Besonders kleine Naturkosmetiklabels können sich nur dort die Produktion leisten, haben sich ihre Herstellungsorte aber persönlich und vor Ort ausgesucht, eine enge Beziehung zu den Fabrikanten und unterstützen damit vielleicht sogar nachhaltige Produktionen vor Ort. Beim Herstellungsort heißt es ganz genau hinschauen: Wie viel Info erhalte ich über den Ort? Gibt es auf der Website vielleicht sogar einen Bericht über die Produktionsstätte? Und werden in derselben Fabrik vielleicht auch Produkte für andere Hersteller produziert, über die sich mehr herausfinden lässt?

Die lokale Produktion am selben Ort des Firmensitzes lässt schon darauf schließen, dass ein großer Teil der Herstellungsbedingungen kontrolliert werden kann und gewissen Standards entspricht. Besitzt die Firma auch noch ihre eigene Fabrik, hat sie noch mehr in der eigenen Hand. Maria Nila etwa sitzt in Schweden, produziert dort in der eigenen Fabrik und kann die Qualitätsstandards jedes Produktionsschritts sichern – von den hauseigenen Chemikern, die die Inhaltsstoffe herstellen, bis zum Designteam oder den Hygienebedingungen beim Abfüllen der Flaschen.

Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter 

Auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter sind in Sachen Beauty ein Faktor, der oft völlig unter den Tisch fällt. Fair Fashion ist ein riesiges Buzzword, über Fair Beauty hört man bislang noch wenig. Schöne Verpackungen und gehypte Produkte lassen einen oft nicht viel weiter denken, doch stecken auch hinter jedem Beautyprodukt eine Vielzahl von Menschen, die zur Produktion beigetragen haben. Die gesamte Herstellungskette mit allen Beteiligten nachzuverfolgen ist oft sehr schwer oder nicht möglich. Gibt die Marke allerdings auch Einblicke in die Produktionsbedingungen und zeigt die Menschen hinter dem Label, kann das ein positiver Faktor sein, der für die Marke und das Produkt spricht. Aber Achtung: Auch hier kann „greenwashing“ betrieben werden, wie das Beispiel Lush zeigt. Noch komplizierter wird es, wenn die Mitarbeiter in Entwicklungsländern sitzen – hier ist die Chance, dass Menschen ausgebeutet werden, natürlich noch höher.

Mittlerweile gibt es erste Siegel, die die Arbeitsbedingungen in Ländern wie Afrika betrachten – zum Beispiel das Fairtrade Siegel, das man auch von Kaffee kennt, und das vor allem die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft betrachtet. Inhaltsstoffe wie Sheabutter oder Arganöl können davon betroffen sein – mehr Infos dazu findet ihr hier.

Gerade weil dem Thema Fair Beauty aber noch nicht besonders große Beachtung geschenkt wird, heißt es: Lieber einmal zu viel und zu genau, als einmal zu wenig und zu oberflächlich hinschauen!

Verpackung & Umweltfreundlichkeit

Besonders Naturkosmetikfirmen verzichten bei der Verpackung oft auf Plastik, für Cremes werden Glastiegel verwendet und diese in Recycling-Karton verpackt. Das ist auf den ersten Blick die Nummer sicher, wenn es um Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit geht – allerdings ist auch hier ein differenzierterer Blickwinkel nötig, um ein Urteil zu treffen. Glas- statt Plastikverpackungen stellen nämlich neue Schwierigkeiten dar: Glas muss besser verpackt werden, um beim Transport nicht zu zerbrechen, wozu Styropor und anderes Füllmaterial nötig ist – nicht nur das Primary Packaging ist also ausschlaggebend für die Umweltbilanz, sondern das Gesamtpaket, das auch den Transport bis zum Endverbraucher mit einschließt. Auch das Transportvolumen spielt beim endgültigen CO2-Ausstoß eine Rolle, welches bei Glas durch die Transportmaterialien meist höher ist, als beim Kunststoff-Packaging.

Ein Ansatz, den Maria Nila verfolgt, ist das Thema Klimakompensation und Aufforstung von Waldflächen: Für die Produktverpackungen werden zwar Kunststoffe verwendet, allerdings wird die CO2-Bilanz vollständig durch das Pflanzen neuer Bäume kompensiert – diesen Ansatz kennt ihr vielleicht von Flugreisen, deren CO2-Ausstoß man auf Zeromission kompensieren kann. Dasselbe Prinzip kann auch für die Verpackung und Herstellung von Kosmetika angewandt werden, und das in großem Stil: Maria Nila arbeitet mit den Organisationen Zeromission, Taking Root und Plan Vivo zusammen. Die gesamte Emission, die beim Produktionsprozess eines Produktes entsteht, wird so durch das Pflanzen von Bäumen klimakompensiert. Daneben werden spezielle Projekte finanziert, wie die Unterstützung von Bauern in Nicaragua, die von der Abforstung betroffen sind, oder das Projekt Taking Root, das das Wiederbepflanzen von landwirtschaftlichen Flächen finanziert. Bauern bekommen dafür Geld, auf durch Monokulturen zerstörten Flächen neuen Wald zu pflanzen, anstatt sie gewinnbringend zu bewirtschaften. Auch diese drei und ähnliche Organisationen findet ihr als Siegel auf vielen Produkten.

Fazit

Nur reine Naturkosmetik zu kaufen ist für viele der naheliegendste und einfachste Schritt, nur noch „gute“ Kosmetik zu benutzen. Wie so oft muss man allerdings differenzierter hinsehen, um sich ein wirkliches Urteil bilden zu können. Rein natürliche Inhaltsstoffe können für den einen genau das richtige sein, für den anderen aber Irritationen oder Allergien auslösen. Und nicht nur die Inhaltsstoffe sagen aus, ob ein Produkt wirklich im Einkaufskorb landen sollte. Vielleicht helfen unsere fünf Kriterien also, bestimmte Produkte künftig besser einordnen zu können und den Blick zu öffnen. Viel Spaß beim bewussteren Einkaufen!

 

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4 Antworten zu “Fair, gesund, umweltfreundlich: 5 Kriterien beim Kauf von Kosmetik”

  1. Gute Tipps! Allerdings schneidet Maria Nils bei Codecheck nicht wirklich gut ab, schade. Und das mit dem Allergierisiko bei Naturkosmetik muss man auch differenziert sehen. In Allergietesten werden immer nur isolierte Duftstoffe getestet, während in Naturkosmetik die kompletten ätherischen Öle mit ihrer Kombination aus Duft- und Wirkstoffen genutzt werden, die weit seltener Reizungen hervorrufen. So zeigte sich beispielsweise beim Test des BDHI mit dem isolierten Duftstoff Geraniol, dass fast jeder Fünfte darauf allergisch reagiert, auf das „unisolierte“ ätherische Öl, das auch Geraniol enthielt, keiner. Sicher muss und soll da noch weiter geforscht werden, aber ein differenzierter Blick ist da wichtig. Übrigens gibt es auch Nsturkosmetiklinien speziell für allergieempfindlicje Haut, die auf mögliche Reizstoffe verzichten. Das Beste ist sicher immer, sich selbst schlau zu machen oder mittels Codecheck zu prüfen, welche Inhaltsstoffe bedenklich sind und dann individuell zu entscheiden.

    • Liebe Katharina, vielen Dank für diese Infos! Ganz genau, Codecheck ist eine gute Hilfe, um herauszufinden, was die vielen Inhaltsstoffe überhaupt bedeuten. Ob sie für einen selbst dann problematisch sind oder nicht, ist nochmal eine andere Sache. Die roten Inhaltsstoffe bei Maria Nila Produkten sind potentielle Allergene oder Reizstoffe, die man in sehr vielen Produkten findet, von Aesop bis Alverde. Oftmals wird ja gar nicht erst auf die Inhaltsstoffe geachtet, sondern einfach bekannte oder gehypte Marken gekauft, dieser Artikel soll einfach als Anregung dienen, auf was man achten kann, um einen differenzierteren Blick zu bekommen. Und am Ende auch die individuellen Bedürfnisse des eigenen Körpers kennenzulernen – das ist ja auch nochmal ein Thema, das man oft vergisst: Jeder Lörper reagiert anders.
      Spannend ist es auf jeden Fall, tiefer in das Thema der Inhaltsstoffe hineinzugehen, vielen Dank also für deine Anregungen!

  2. Amodimethicone sind nicht wasserlöslich. Diese Silikontypen werden meist als vorgefertigte Emulsion mit entsprechenden Emulgatoren geliefert. Die fertige Emulsion ist mit Wasser mischbar, so wie man auch emulgierte Pflanzenöle in eine wässrige Phase geben kann (das ist für das Zusammenmixen des Produkts relevant). Pflanzenöle und Silikone bleiben, obwohl sie in Emulsion eingebracht worden sind, selbstverständlich wasserunlöslich.

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