Fehlt Deutschland die Leichtigkeit in der Mode?

28. März 2014 von in


Jeden Morgen stehe ich auf, gehe zu meinem Kleiderschrank und wähle ein Outfit aus. Mal mehr, mal weniger durchdacht. Tausende andere Frauen (und Männer) tun es mir gleich. Kleidung ist wichtig für uns im Alltag, im Job, in der Freizeit.  Und Nacktsein keine Alternative. Ist es also möglich zu sagen, Mode interessiert mich nicht? Oder: Mode ist mir völlig egal? Sicherlich, es gibt sie die Menschen, die in einen Laden gehen, sich das erstbeste Tshirt schnappen und damit ab zur Kasse. Hauptsache, irgendwas anzuziehen. Der Großteil aber lässt sich lenken, von Trends, von Geschmack, von der Masse. Bewusst oder unbewusst. Zugeben will das nur keiner.

Ortswechsel: Ich stehe die Tage im Bayerischen Hof bei einem Redaktionstermin. Hier sprechen  Modeexpertin Dr. Barbara Vinken, Schauspielerin Bibiana Beglau und Margit J. Mayer, Chefredakteurin der Harper’s Bazaar über Mode. Der Tenor der Damen: „Wer sagt, Mode interessiert mich nicht, ist nicht ehrlich.“
Deutschland gehe unentspannt mit dem Thema Mode um. Hier fehle es an Leichtigkeit in und an der Mode. Der Spaß geht oftmals unter – weil wir Deutschen oft nach der Tiefe, der Essenz nach etwas suchen. Auch in der Mode. Das sei schade. Die Worte der drei Modeexpertinnen hallen noch in meinen Ohren. Weil sie treffend sind und wahr.

Wie oft passiert es, dass man jemanden (außerhalb des großen Modebloggerkosmos) fragt: „Oh woher ist dein Kleid?“ und derjenige antwortet: „Ach, keine Ahnung, hab ich vergessen, ist ja auch egal.“ Ist es wirklich egal, was ich trage? Spielt man hiermit etwas herunter? Wurde das Kleid wirklich unbewusst gewählt? Setze ich nicht jeden Tag ein Statement mit meinem Outfit. Beweise, wer ich sein will. Ob Modeexpertin, Hip Hop Girl oder Paradiesvogel? Ich denke schon.

Das Problem: Deutschland ist seitjeher das Land der Dichter. Goethe, Schiller, Hesse, Brecht. Alles große Köpfe, die sich mit Literatur, Kunst und Kultur auseinandersetzten. Auch wir lesen Bücher, gehen ins Theater, lieben intellektuelle Gespräche. Im selben Atemzug zu erwähnen, dass einem das eigene Outfit wichtig ist, fällt da schwer. So etwas vermeintlich oberflächliches wie Mode passt hier nicht. Das läuft nebenbei.

Deutschland ist kein Modeland. Es liebt die Mode nicht so sehr wie England, Frankreich oder Japan. Wer sich hier viel mit Mode auseinandersetzt, gilt schnell als oberflächlich. Das ist schade. Schließlich ist Mode auch intelligent. Sie schafft Kunstformen, lässt sich theorethisch aufschlüsseln und Designer sowie Modeleute sind der Seismograph der Gesellschaft. Genauso wie Autoren, Trendforscher und Wissenschaftler. Wer Mode kreiert oder sich mit ihr auseinandersetzt, ist dem Zeitgeist nah.

Gleichzeitig gilt aber auch: Mode macht Spaß. Sie ist leicht. Es ist schön, sich jeden Tag, neu einzukleiden. Es ist toll, wenn sich jemand in dem neuen pinken Shirt wohlfühlt oder sich eine Frau mit Herzklopfen die erste Designer-Handtasche kauft, genauso wie wenn ein Teenie sich die neustes Jeans kauft, die man selbst als geschmacklos empfindet. Schließlich stecken hier Emotionen drin.

Genauso wie man gerne mal Trash-Formate guckt, bevor man zu Goethe greift, wie man gerne mal Pizza isst, statt Healthy-Kram und mal eine Hollywood-Komödie der Dokumentation vorzieht, ist es auch okay, zu sagen: „Oh, mein Kleid ist von XY, toll, nicht? Ich finde es großartig.“ Ich bin für mehr Leichtigkeit in und an der Mode – es ist gut, wenn man die Tiefe der Dinge sucht und findet, manchmal reicht es aber auch, einfach Spaß zu haben.

So wie es eine Dame an dem Abend sagte: „Ich finde Mode toll, man kann sich ausdrücken, Statements setzen und immer eine Botschaft senden, wer man ist.“ Viel Spaß dabei!

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27 Antworten zu “Fehlt Deutschland die Leichtigkeit in der Mode?”

  1. Super geschriebener Artikel! JA- Deutschland fehlt es definitiv an Leichtigkeit, vielleicht auch einfach an ein bisschen Coolness. Zumindest in kleineren Städten, fern von Berlin & Hamburg, da werden Leute, die sich vermeintlich anders kleiden, schnell komisch angeschaut… Dabei ist es doch nichts verwerfliches sich mit seinem Erscheinungsbild auseinanderzusetzen und es durch Mode zu beeinflussen……..

    • Vielen lieben Dank!
      Das stimmt, es fehlt auch manchmal ein bisschen an Coolness und Selbstbewusstsein. Wenn man überlegt, wie egal es den Leuten bspw. in England ist, was andere über ihren Stil denken. Sie machen sich keine Gedanken. In Deutschland gilt dann vl. doch oftmals mehr „lieber nicht auffallen“. (Ohne jetzt zu sehr in Klischeegedanken verfallen zu wollen.)
      Es ist absolut nichts verwerfliches, sich Gedanken über sein Äußeres zu machen und auch kein Indiz für weniger Intellekt. Schließlich kleideten sich schon die Kaiser bewusst, um ihre Rolle zu erfüllen. Mode war früher auch weitaus mehr als nur Anziehen. Hier war es Status, Brechen mit Rollen und Rängen sowie klare Zuordnung des Seins. Liebe Grüße!

      • „Kleider machen Leute“?
        Deinem Aspekt zum Thema ‚Lieber nicht auffallen…‘, stimme ich voll und ganz zu. Das seltsame an Deutschland jedoch ist, dass sich sogar die Menschen, die es sich wohlmöglich finanziell leisten könnten ‚anders‘ auszusehen, regelrecht uniformieren, mehr mit Status als mit eigenem Stil kleiden…. Was leider gegen deinen Punkt spricht, dass Kleidung früher anders gesehen wurde…

        Ich finde es schade, dass man für Mode, egal in welcher Richtung man sie auslebt, heute mutiger sein muss… Und ja, du hast Recht, es fehlt auch ein bisschen am Spaß an Mode. Einem Verständinis, an Wertschätzung. Ich habe bisher in Frankreich viel mehr wahrgenommen, wie sich (vielleicht besonders Mädchen) einfach mit viel mehr Verständnis und Lust zur Mode kleiden. Meiner Meinung nach führt das auch zu einer besonderen Ausstrahlung, jemand, der sich schön gekleidet fühlt, vielleicht ein besonders scheichelndes Material oder zum Charakter passende Farben wählt, bewegt sich anders, gibt sich Momenten anders hin……..

        Und das hat ja meistens nichts mit Status oder finanziellen Möglichkeiten zu tun. Und ist es nicht so, dass eine solche Ausstrahlung tausendmal mehr Wert ist, als eine Tasche von Chanel über der Schulter hängen zu haben? :)

        PS: Ich lese wirklich sehr regelmäßig euren Blog, habe früher schon Amelies Blog gelesen- und bin immernoch immer wieder überrascht, von euren Texten, tollen Bildern und immer wieder neuen Themen! Danke dafür! Macht weiter so!

        • Liebe Abcdella,
          da stimme ich dir wiederum zu. Hier herrscht wirklich mehr eine Uniformierung und Belabelung, als eine Art Modemut. Genauso wie eine tolle selbstbewusste, glückliche Ausstrahlung zehntausend Mal mehr wert und schöner ist, als eine Chaneltasche (wobei ich gegen beides nichts hätte hihi).

          Vielen Dank, das Kompliment freut uns wirklich sehr!
          Liebe Grüße!

  2. Ich kann deinem Beitrag nur zustimmen und finde es schade, dass es in Deutschland so ist. Ich würde eigentlich gerne jeden Morgen etwas mehr Mühe in meiner Kleiderwahl stecken, jedoch kleiden sich die meisten Leute nun mal so langweilig und simpel ein, dass man sich neben ihnen overdressed vorkommen würde. In Großstädten geht das noch, aber abseits davon nicht mehr. Klar könnte ich meinen Stil trotzdem durchziehen – was ich auch teilweise mache – aber das funktioniert leider nicht, ohne dass man sich overdressed fühlt. Wirklich schade.

    • Liebe Sandra,
      vielen lieben Dank. Stimmt, wer sich Mühe in seiner Kleiderwahl gibt und oftmals overdressed erscheint, hat es schwerer. Nicht nur, dass sich manche Menschen dann unwohl fühlen, Mode hat hierzulande leider immer noch einen schlechten Stand. Wer sich mit Mode beschäftigt, gilt eben schnell als oberflächlich oder „die setzt sich zu sehr mit ihrem Äußeren auseinander.“ Dass sich Kompetenz, Intellekt und Modebewusstsein nicht ausschließen, muss man oftmals erst beweisen. Das finde ich schade. Schließlich ist Mode mehr als nur eine rein oberflächliche Sache, ganz abgesehen davon, dass man auch einfach Spaß an so etwas haben kann und genauso gut im Job sein kann. Ich sag nur tättowierter Sparkassenangestellter. Auch hier gibt es immer noch Differenzen – was ich sehr sehr schade finde. Liebe Grüße!

  3. Man kann dir eigentlich nur zustimmen, der Großteil der Bevölkerung kleidet sich langweilig und unauffällig, und dann werden auch noch diese „schrecklichen wannabe Hipster aus Berlin“ in den Medien durch den Kakao gezogen. Ich finde es an sich super, wie sich in den letzten Jahren eine Art neue Szene gebildet hat, die endlich mal wieder mutiger in der Mode ist, und dann finden es doch alle wieder nur lächerlich.
    Obwohl man auch sagen muss, so sehr ich mich für Mode interessiere, so langweilig sind auch einige meiner Outfits, da es tatsächlich mit viel Arbeit verbunden ist seinen eigenen Stil zu entwickeln und ihm treu zu bleiben, und die will nicht jeder immer investieren.

    • Liebe Anabel,
      vielen lieben Dank! Ja, ich glaube aber auch, dass sich viele eben unauffällig und langweilig kleiden, weil sie eben nicht zu viele Gedanken verschwenden wollen, weil das ja als oberflächlich gilt. Das finde ich schade. Und natürlich habe auch ich – ähnlich wie du – Tage mit langweiligen Outfits, das ist völlig normal. Genauso wie es Tage gibt, an denen es mir egal ist, ob ich zerstrubbelt zum Supermarkt gehe – es geht mir eher darum, dass eben hierzulande vielen Menschen, die sich gerne mit Mode – wie auch immer – auseinandersetzen, ein gewisser Anspruch abgesprochen wird. Liebe Grüße!

  4. JA! Da kann ich dir nur Recht geben!Denn ich krieg es so mit, dass sobald jemand „modisch gekleidet ist, wird sie oft vom Umfeld als Oberzicke/Lästertante abgestempelt, aber das eine hat ja gar nichts mit anderem zu tun! In meinem Fall, da ich mich leidenschaftlich mit Make Up auseinandersetze und mich auch täglich schminke, bekomme ich auch ständig Kommentare ab, dass ich sehr oberflächlich sei und etc. Es ging einmal so weit, das ein Kumpel es nicht fassen konnte, dass ich mit ihm über Computer/Handy fachsimpeln konnte, denn er hat mich tatsächlich auf mein Äußeres runterreduziert.
    Es ist so schade, dass viele Angst haben auf ihr Äußeres reduziert zu werden und dann sich anstrengen nicht „modisch“ auszusehen…

  5. Du sprichst mir aus der Seele. Während bei uns Blogger verhöhnt werden und keiner sich etwas so richtig in Sachen Mode getraut (schließlich wird man sofort doof angeschaut), ist das in anderen Ländern völlig normal. Erst gestern bin ich aus Amsterdam zurückgekehrt und vollkommen überwältigt vom Stilbewusstsein der Menschen dort. Dort wird sich etwas getraut, dort sind so viele so gut angezogen. Und das habe ich auch schon in anderen Ländern ausgemacht. Nur nicht in Deutschland. Das ist wirklich schade und einer der Gründe, warum ich, sobald der richtige Moment gekommen ist, auswandern möchte. Ich möchte mich nicht eingrenzen, dumm angeschaut oder verhöhnt werden nur weil ich mich für „so etwas oberflächliches wie Mode“ interessiere..

  6. Super Artikel!
    Stimme dir da ganz zu. Es erinnert mich ein wenig an die Zeit, als ich erst neu nach London gezogen bin. Ich wollte nie jemanden erzaehlen, dass ich einen Blog habe, schon gar nicht, dass ich auf diesem Blog unzaehlige Bilder von mir in irgendwelchen Outfits poste. Ich meine, ich wollte ja nicht sofort unsympathisch und eitel wirken. Mich fuer Mode zu interessieren. Es war mir irgendwie etwas peinlich. Aber als ich hierher gekommen bin, haben Mitstudenten angefangen mich zu komplimentieren, wenn ich zu Uni gegangen bin. „Wow, mag dein Outfit heute total, woher sind die Schuhe?“ Solche Kommentare, von Leuten, die ich gerade einmal vom Namen herkenne, die jetzt nicht auch Blogger sind, sondern ganz normale Wirtschaftsstudenten. Fand ich am Anfang sehr merkwuerdig und ich dachte, sie wuerden sich ueber mich lustig machen. Aber gar nicht. Genauso, als sie ueber meinen Instagram Account auf meinen Blog gestossen sind. Waehrend es mir peinlich war, fanden sie es super. Ein ganz anderes Erlebnis als in Deutschland. Was irgendwie schade ist.

    • Liebe Van Anh,
      ich kenne das. Am Anfang war mir mein Blog auch total unangenehm und bis heute muss ich zum Teil rechtfertigen, warum ich über Mode schreibe und nicht über etwas essenzielles. Meine Antwort: Weil es Spaß macht, ich es mag und vor allem weil es interessiert – genauso wie essenzielle Sachen.
      Ich kann deine Gedankengänge total nachvollziehen – und ich finde es auch so schade. Vielleicht ändert sich das ja mal – auch dank uns Modebloggern :) Liebe Grüße!

  7. Guter Artikel mit viel Wahrheit! Jedoch: „Setze ich nicht jeden Tag ein Statement mit meinem Outfit. Beweise, wer ich sein will. Ob Modeexpertin, Hip Hop Girl oder Paradiesvogel? Ich denke schon.“
    Ich denke nicht. Es gibt Tage an denen habe ich Freude daran stundenlang stundenlang mein Outfit genau auszuwählen, das Makeup abzustimmen und mir zu überlegen wie ich rüberkommen möchte. Genauso oft wache ich aber morgens auf und weiß, dass ich den Tag in der Bib oder der Uni verbringen werde. Dann werfe ich mich meist in das Outfit vom Tag vorher und es ist mir bis zu einem gewissen Grade (sicher will ich nicht abstoßend wirken) wirklich egal, was mein Outfit aussagt. Das ist sicher bei jemandem wie dir, der sich das Schreiben über Mode zu Beruf gemacht hat anders. Eine immer sehr gut gekleidete Freundin sagte auch letztens zu mir: „Marken oder bestimmte Stereotypen sind mir egal, aber mir ist wichtig mich in meiner Kleidung authentisch zu fühlen und darin als die Person wahrgenommen zu werden, die ich mich fühle.“ Während ich dieses Argument nachvollziehen kann, entspricht es nicht meinen eigener Einstellung zu Mode, schlichtweg weil ich mich nicht so sehr dafür interessiere und damit beschäftige (das ist jetzt nicht das berühmte, von dir angesprochenen intellektuelle Under-Statement, da ich diese Zeit mit facebook-stalken und Prominews auf dailymail lesen verbringe :)). Jeder kennt doch die extremen Fälle, der Nerd, der jeden Tag Hochwasserjeans und ein schwarzes Tshirt trug, die Cousine, die auch als sie noch nicht cool waren den Sommer über in Birkenstocks rumlief. Dass diese Menschen mit ihrer Kleidung ein Statement setzen wollen glaube ich nicht, es ist ihnen schlichtweg egal.

    • Liebe Frieda,
      danke für deinen Kommentar :)
      Natürlich habe ich auch solche Tage, an denen ich weiß, mich erwartet nix außer Bib, etc. und ich laufe eher unspektakulär rum. Trotzdem würde ich deine Freundin zustimmen. Ich versuche immer mich in meiner Kleidung authentisch zu fühlen und als Person wahrgenommen zu werden, die ich bin. Also eben auch mal eher lässig-zerrupft ;)
      Diese extremen Fälle kenne ich auch – und da kommen wir zu dem Punkt, ob das möglich ist. Ist es möglich, das so etwas wie das tägliche Ankleiden einem egal ist? Etwas, dem man täglich überall ausgesetzt ist, weil – wie gesagt – Nacktsein keine Alternative ist. Greift man wirklich völlig bewusst zu irgendwelchen Sachen? Da habe ich meine Zweifel. Oder setzt man nicht vl. auch ein Statement, wenn man sich gar nicht drum kümmert. Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Auf jeden Fall sehr spannend :) Liebe Grüße!

      • Ich klinke mich an diesem Punkt mal ein.. Ich denke nämlich ehrlich gesagt auch nicht, dass ‚diese Leute‘ (Hochwasserhose, Birkenstock bevor cool, Jogginganzug,..) keine Gedanken auf ihre Kleidung verschwenden. Es ist wohl eher so, dass hier andere Prioritäten gesetzt werden: Ich tippe mal auf Praktikabilität & Bequemlichkeit. Außerdem vielleicht Gedankengänge wie ‚Ist es kaputt? Nein? Dann kann ich es noch anziehen. Auch wenn es ein bisschen zu kurz/verwaschen/groß/etc. ist‘. Es heißt nicht automatisch, dass hier dann keine Gedanken auf die Kleidung verschwendet werden, aber wohl andere Maßstäbe angelegt werden und der Aspekt des Modischen/Trendigen nicht zu diesen gehört. Wir geben alle reales Geld für Klamotten aus – egal ob für eine Leinenhose oder einen Guccigürtel. Ein hirnlosen Konsumieren ohne geglichen persönliche Präferenzen, würde ich daher niemandem unterstellen.
        Außerdem denke ich, dass viele Leute auch einfach all das anziehen, was sie optisch anspricht: Lieblingsfarbe, Glitzer, you name it. Oder das, was sie aus ihrem familiären/freundschaftlichen/wohnortbezogenen Umfeld kennen. Alles also auch eine Sache der Prägung, würde ich mal sagen.

        Sehr spannendes Thema!

        • Liebe Anna,
          ja genau! Das wollte ich sagen! Es gibt sicherlich Leute, die in einen Laden marschieren und sich das erstbeste Tshirt aussuchen. Aber ich glaube eben auch, dass man gewissermaßen gelenkt wird, ob bewusst oder unbewusst. Ob Trend, Bequemlichkeit oder der Apspekt des „kenn ich, mag ich“. Ich finde das Thema auch so spannend und die Diskussion toll, weil ich eben auch nicht glaube(n kann), dass es Menschen gibt, die sich bei so einer alltäglichen Sachen völlig herausnehmen kann und einfach ohne Einflüsse konsumiert.
          Liebe Grüße!

  8. sehr schön geschrieben :: dasselbe trifft finde ich auch auf wien zu :: schade dass viele menschen die kunst in der mode nicht sehen :: dabei ist es ein wunderschöner prozess vom stoff zum kleidungsstück :: es ist etwas sehr kreatives und verleiht jedem die macht ein teil davon zu sein :: wobei man gezielt konsumieren sollte :: buy less choose well ist die devise
    xx laura
    http://lesfactoryfemmes.blogspot.co.at/

    • diese devise könnten sich mal mehr menschen zu herzen nehmen. gerade auch bezogen auf ressourcen-knappheit, abfall-wachstum und umweltbewusstsein. denn selbst wenn H&M ‚organic‘ produziert, hat man meist mehr von einem shirt, das qualitativ hochwertiger ist, man es dafür aber auch länger trägt…

  9. Du hast definitiv recht. Was ich an eurem Blog ein bisschen schade finde, ist dabei jedoch, dass ihr euch fast vollständig auf die „leichten Dinge“ konzentriert. Warum kein Mix, auch mal über einen Theaterbesuch oder einen Buch-Klassiker oder andere „intellektuelle“ Dinge schreiben? x

    • Liebe Elis,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Wir stellen ja hin und wieder auch Ausstellungen vor, Theaterbesuche oder Buch-Klassiker hatten wir bislang nicht auf dem Schirm (Auch wenn ich bspw. oft ins Theater gehe). Können wir aber gerne in der Runde diskutieren und vielleicht auch mal was zu schreiben. Wir sehen uns derzeit mehr als unterhaltendes Mode-Beauty-Lifestyle-Magazin statt Kulturmagazin. Wir wollen auch den Modeblog-Charakter nicht völlig verlieren, schließlich kommen wir ja von dort. Aber der Mix macht’s, da hast du recht. Wer weiß, was die Zukunft bringt:) Danke für deine Anregung! Liebe Grüße!

  10. Das ist auch so ein Lieblingsthema von mir, ich finde es auch sehr schade, dass Mode in Deutschland so ein heikles Thema ist. Ich würde das aber in erster Linie an so Sachen wie Angst, aufzufallen, und damit verbunden, Neidkultur (diesbezüglich bin ich ganz bei Schopenhauer, und sehe es in dieser Form- so ungern das sicher viele hören – als deutsches Problem) fest machen. Dazu kommt auch dieses – Achtung Klischee-Vorurteil – praktische Denken, das ich an sich nicht schlecht finde. Mich wird man wohl nicht bei 0 Grad in Sandälchen, Minikleid und ohne Strumpfhose durch die Stadt hüpfend antreffen, aber andererseits möchte ich auch nicht, dass es zum einzigen Kriterium wird, ob meine Kleidung praktisch ist. Klar, Deutschland sieht sich als Kulturnation, andere tun das aber auch, und schaffen es irgendwie trotzdem, Mode als Teil dieser Kultur wahrzunehmen. Ich denke, dass da in erster Linie dieses „nicht aus der Masse rausstechen und dadurch Neid hervorrufen“ als pseudo-Tiefgang verpackt wird, vermutlich weil man über auffällig angezogene Leute selbst so denkt. Ich muss dir bzw. eher den zitierten Redakteurinnen aber in einem kleinen Punkten widersprechen: ich kenne wirklich viele Mädchen/Frauen, sich einfach nicht für Mode interessieren, also wirklich gar nicht, und ich finde, das sieht man auch daran, wie sich ein Großteil der Frauen, auch in München kleidet. Dass man das nicht wahrhaben will, finde ich dann auch wieder etwas schwierig und unentspannt. Was mich aber an den nicht Modeinteressierten nervt, ist, dass für genau diese Frauen Mode dann so furchtbar negativ belegt ist, ja dass sie Mode in gewisser Weise ernster nehmen, als viele, die gerne mit Mode spielen… Wobei man vielleicht auch noch darüber nachdenken sollte, ob es vielleicht auch tatsächlich Leute gibt, die Luxus (und dazu gehört Mode einfach) gänzlich ablehnen, und das wirklich konsequent leben. ich finde das einfach schwierig, und denke da trotzdem oft, dass letztlich sehr viel Neid im Spiel ist, möchte es aber auch keinem generell absprechen.
    Ansonsten ist Mode auch eins von vielen Dingen, auf die ich mich beim reisen immer so freue. Mehr Spaß an meinen Outfits, und mehr visuelle „Stimulation“ (naja, klingt seltsam…) durch die anderen. Gefallen muss es mir nicht, einfach „anders“ reicht mir schon. LG!

    • Liebe A,
      vielen Dank für deinen langen Kommentar.
      Ich tue mir immer schwer, vieles mit Neid oder einer Neidkultur zu begründen, stimme dir aber zu, dass die Angst des Auffallens hierzulande definitiv größer ist, als beispielsweise in unseren Nachbarländern. Und ja, die Praktikabilität steht hier oft auch eher im Vordergrund, als beispielsweise in England, wo die Mädels auch bei Minusgraden mit dünnen Röckchen und Jäckchen durch die Nacht ziehen. Hier bin ich voll bei dir, weil ich eben gerade bei Kälte eher praktisch und warm denke, statt stylisch (was mich manchmal selbst ärgert).
      Wie du sagst, bisher hat es die Mode hierzulande leider nicht in die Riege der anderen Künste geschafft. Mode als Teil einer Kultur wird hier leider oft außer acht gelassen.
      Ich glaube ja auch, dass es Menschen bzw. Frauen gibt, denen es wirklich völlig egal ist, was sie anziehen. Die Vorstellung fällt mir nur schwer, weil es eben doch etwas ist, mit dem wir uns tagtäglich auseinandersetzen bzw. ausgesetzt werden, sei es durch TV, die Gesellschaft etc. Und wie du ärgert es mich dann, dass die Mode gerade bei Menschen, die sich nicht so drum kümmern, negativ besetzen – und belächeln, wenn man sich gerne damit auseinander setzt.
      Ein ganz ganz spannendes Thema, mit dem ich mich noch länger beschäftigen will.
      Liebe Grüße!

  11. Das ist ein sehr interessanter Artikel, der sehr gut durchdacht wurde. Ich stimme voll und ganz zu, wäre aber selbst nicht so ganz auf die Ursache in Deutschland gekommen. Aber ja, es stimmt. Ich schäme mich ja auch schon dafür, als Englischstudentin The Hunger Games statt Jane Austen zu lesen. Das ist genau dasselbe Problem. Schade!

    • Liebe Sabine,
      vielen lieben Dank! Ja, ich gebe auch nur selten gerne zu, dass ich mit Leidenschaft Trash-Serien gucken, genauso wie anspruchsvolle Filme :) Immer nur geistreich, geht ja irgendwie auch nicht ;) Liebe Grüße!

  12. Erstmal wunderschön geschriebener Text und so wahr! Ich bin einer dieser Männer die das selbe problem wie viele Frauen am Morgen haben was anzuziehen und welches statement zusetzen! Ob Kashmir Mantel oder Pelzjacke. Was wir Deutschen lernen müssen ist auf jedenfall wie zu Mix and Match das alles passt! Ich komme aus Baden-Württemberg lebe jetzt aber schon 2 Jahre in London und kann mich hier viel mehr zur Mode öffnen was in Deutschland meiner meinung nach nicht so konnte. Meine Großmutter ist ein Max Mara und Escada tragende Frau und sie hat mir gezeigt was wichtig in sachen Mode ist und das können Deutsche sehr gut Elegant und schick zu sein! Aber mit everday wear und casual haben wir doch noch probleme da mehr modisch und mutiger zu werden ist wichtig! Ich meine Deutschland vorallem Berlin wird überall auf der Welt immer mehr zur Modemetropole in Mitteleuropa gemacht in London für die meisten Hippster ist es das größte nach Berlin zu gehen und dort zu shoppen, das ist doch schonmal ein gutes zeichen! Ich glaube das wir Deutschen wie immer zu hart an uns selbst sind und eigentlich schon einen tollen schritt nach vorne gemacht haben! Leute wir müssen uns nur selber treu bleiben und dann werden wir bald IN sein! Fashionmetropolen in Deutschland Berlin (Urban und Vintage Fashion) und München (Elegant und Zeitlose Mode) TA TA aus London S.

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