Kolumne: Spaß an der Mode?

20. April 2013 von in

Als Modeblogger ist man ja per se eigentlich erstmal modisch interessiert. Könnte man meinen. Doch auch ich bin immer wieder erstaunt, wie die  Außenwirkung auf andere ist. Und so stolperte ich kürzlich über einen Kommentar einer Leserin, der mich zum Nachdenken brachte: „Man sieht dir irgendwie  nicht die Begeisterung und den Spaß an Mode und Produkten an. Deshalb bist du für mich auch kein typischer Modemensch.“ Bäm. Ich kein Modemensch? Schwer vorstellbar.
Gleichzeitig überlegte ich aber auch: Was macht einen typischen Modemensch aus? Wann und wie strahlt er Spaß an der Mode aus? Nur, wenn er bunt und experimentierfreudig Labels mit Highstreet mixt, Socken in High Heels trägt  und jeden Tag ein neues Outfit präsentiert? Ich glaube nicht.
Die Definition Modemensch ist – beziehungsweise muss doch vielschichtiger sein.

Wenn ich mit Freunden im Café sitze und Essen bestelle, suchen wir uns auch oft unterschiedliche Sachen aus. Die eine bestellt sich ein großes Stück Torte, die andere einen Obstsalat und wiederrum die andere eine Breze. Würde der kulinarische Feingeist jetzt auch sagen: Nur die, die das große Stück Torte isst, genießt  das Essen wirklich. Hat Spaß am Essen. Nein! Denn so einfach ist es eben nicht. Das Warum, Wieso, Weshalb wird außer Acht gelassen. Schließlich kann’s unterschiedlichen Essensliebhabern auch einfach unterschiedlich gut schmecken, oder?

Richtig! Spaß an der Mode ist ähnlich vielschichtig – und wahrscheinlich so nicht festsetzbar. Die eine, die es liebt, nur bunte Röcke zu tragen, Muster mit Farben mixt und jede Gelegenheit für opulente Accessoires nutzt, hat womöglich genauso viel Spaß an der Mode, wie diejenige, die vorwiegend schwarze Kleidung trägt, eine Designertasche an ihrem Arm baumeln hat und sich die Vogue kauft. Oder wie diejenige, die auf Qualität der Kleidung achtet, gerne durch Läden schlendert, Materialen begutachtet und sich am Ende doch ein Kleid selbst schneidert. Selbst bei Sex and the City gab es vier Frauen, die alle die Mode liebten – jeder auf ihre Art und Weise. Oder würde jemand behaupten, Carrie war der einzige Modemensch in der Kultserie? Sie hat es vielleicht am meisten nach außen getragen – für Manolo Blahniks wären aber alle gestorben, nicht?

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Spaß wird im Deutschen als eine Tätigkeit beschrieben, die man gerne macht, die einem Freude bereitet.

Mir persönlich macht es Freude, durch die Läden zu schlendern, Designersachen genauso wie Highstreet-Ketten anzusehen (und zu kaufen). Laufstegpräsentationen zu verfolgen und theorethische Texte über die Mode zu lesen. Auch gebe ich gerne Geld für Mode aus – mal mehr, mal weniger. Gleichzeitig trage ich dafür kaum Farben, mache nicht jeden Trend mit, sondern kaufe lieber das zehnte perfekte weiße Tshirt.  Genauso wie ich es liebe, wenn neue Kleidung in mein Reich einziehen darf. Ich hege und pflege meine Lieblingsstücke, miste aber auch relativ rigoros aus.

Womöglich wirke ich nicht sofort wie der typische Modemensch – schließlich sind Muster, Farben und wilde Trendmixe weitaus auffälliger, als Tshirt, Skinnyjeans und Highheels. Begutachtet man aber die Chefredakteurin der französischen Vogue Emanuelle Alt und ihre Entourage, sieht man: Auch sie setzen auf  die Farbe Schwarz. Von modischem Experimentismus sind sie weit entfernt. Oder Anna Wintour? Die Freude an Mode ist ihr mal so gar nicht ins Gesicht geschrieben, aber sie als Nicht-Modemensch zu bezeichnen, würde wohl kaum einer wagen. Im Gegensatz dazu steht Anna dello Russo. Bunt wie ein Paradiesvogel feiert sie die Mode als Kunstwerk an sich. Und yeah, es ist doch toll, dass Mode und ihre Anhänger so vielfältig sein können.

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Was ich damit sagen will: Spaß an der Mode ist vielleicht nicht immer sofort erkennbar. Spaß an der Mode setzt keinen großen Geldbeutel, große Labels im Kleiderschrank oder immer neue Trends voraus. Spaß an der Mode ist vielschichtig, unterschiedlich und weit. Der eine provoziert mit Mode mehr, der andere weniger. Und es ist toll, dass es so viele verschiedene Variationen an Modemenschen gibt. Sonst würde uns am Ende auch ein einziger Modeblog reichen. Und das wäre dann ja wohl wirklich langweilig!

Und jetzt ihr? Was macht einen Modemenschen für euch aus? Ich bin auf eure Meinungen gespannt!

Alle bisherigen amazed-Kolumnen findet ihr hier.

Photocredit: Sex and the City, Sony TV/HBO;
Vogue Editors, Style.com, Anna dello Russo, Style.com

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37 Antworten zu “Kolumne: Spaß an der Mode?”

  1. Also ich finde, dass du total recht hast! Man kann doch nicht einfach so beurteilen, was jemand mag und was nicht. Oder was ihn interessiert. Ich finde sowas klingt ganz schön nach Vorurteilen. Nur weil man wirklich nicht jeden Trend mitmacht und nicht immer total auffällig gekleidet ist, heißt das ja nicht, dass man gar keine Mode mag. Ich trage lieber schlichte Sachen..Sachen die süß aussehen. Ich hab auch gar nicht immer Lust so aufzufallen.
    Deinen Post finde ich super :-)

    • Liebe Eva,
      ich glaube einfach, viele Menschen haben so Stereotypen im Kopf von etwas. Und das ist – wie du sagst – echt schade :) Und wie du mag ich auch nicht dauernd total verrückt auffallen. Haha :)
      Liebe Grüße!

  2. ich würde mich deiner „defintion“ eines modemenschen anschließen, nämlich der, dass es nämlich keine endgültige (dudenfähige sozusagen) definition gibt:) der „modemensch“, der besagten leserin vorschwebte, ist vermutliche einer, der gänzlich in dem „thema“ mode aufgeht…. und letztlich darin verpufft, weil er trotz aller vielfalt in der mode fürchterlich einseitig ist. ich weiß auch nicht, was das immer soll, dass man andere menschen in kategorien einteilt und als dieses oder jenes betitelt, vor allem, wenn das mit einer (scheinbaren) wertung einher geht.

  3. Toller Artikel! Ich stimme dir komplett zu, nicht nur, weil auch ich liebend gern schwarz trage und immer auf der Suche nach dem perfekten weißen Shirt bin! :)
    Toll, toll, toll!

    Ein schönes Wochenende!

  4. Super geschrieben :) Ich erinnere mich an den Kommentar und habe auch länger darüber nachgedacht, denn oft sind Modemenschen für uns ja eben doch Anna dello Russo oder Chiara von The Blonde Salad, die bunten Vögel eben ;)
    Aber wenn ich mich angucke wie ich vor dem xten schwarzen Kleid fasziniert stehen bleibe oder mir das zwanzigste Paar Ballerinas kaufe -nein keine High Heels- dann weiß ich, dass Modemensch auch minimalistisch geht und ich finde man merkt dir deinen Spaß sehr wohl an. Du willst es halt tragbar und ich finde das sympathischer als immer nur anders und verrückt sein zu wollen und ich denke wer deinen alten Blog oder diesen hier liest, sucht auch genau das. Und trotzdem ist es schön, wenn Anna oder Chiara etwas anhaben, wo ich denke, dass ich es niemals tragen würde und trotzdem chapeau für die Idee und meist auch den Mut :D

    • Liebe Carolin, danke für deinen Kommentar! Genau ich mag die Anna dello Russos dieser Welt – und bewundere sie oft für ihren Mut, aber es ist eben nicht für alle etwas! Und Erde diese Vielfältigkeit der Mode finde ich toll:)
      Und ja – Schwarze Ballerinas kaufe ich auch wie verrückt;)
      Liebe Grüsse!

  5. Ich schließ mich dir voll und ganz an, und kann das, was ich an Mode mag, 1:1 von dir übernehmen. Zum Thema wer darf was anziehen, keine Ahnung, allen kann mans nie recht machen. Gerade im Zuge der aktuellen „streetstyle-draußen bei der fashion week“ Diskussion habe ich Texte von Insidern gelesen, die beschreiben, wie hauptberufliche Modemenschen sich durch simple Klamotten von den bunten „Möchtegerns“ draußen abheben wollen. Oder Insider wie ADR, die die auffälligen Klamotten definitv auch nutzen, um ihre Präsenz auf Streetstyle Blogs und allgemein im Internet auszubauen. Das ist auch nicht unbedingt allein die reine Modeliebe. Ich mag die Dame aber trotzdem. Und dann bekommen Alt und ihre „Klone“ ja auch oft genug ihr Fett weg und ich muss manchmal auch ein wenig schmunzeln, wenn ich Texte darüber lese, wie sich doch ständig neu erfinden würde, und über ihren einzigartigen Stil und so. (Ich mag ihren Stil trotzdem). Ok, was will ich sagen, nachdem ich mal eben gegen alle ausgeteilt hab?? Vielleicht, dass man das Thema „wer trägt was und was drückt er damit aus“ und auch die Modeprominenz nicht ganz so ernst nehmen sollte. In diesem Sinne verstehe ich auch oft ADRs Kleidung und ihr Auftreten – sich nicht ganz so ernst nehmen. (Wie sich die Dame nun privat und im Beruf gibt, kann ich natürlich nicht beurteilen) Und dass jeder unabhängig davon, wie er sich kleidet, Modemensch sein darf. Danke für den Artikel! :)

  6. WOW! DU hast es auf den Punkt getroffen und mir auch aus meinem Herzen gesprochen. Ich kann dem nichts hinzufügen und stimme dir zu 100% zu! VIELEN DANK FÜR DEINE KLARE BESCHREIBUNG! Am liebsten würde ich es 1 zu 1 in meinem Blog veröffentlichen *haha*

  7. Grundsätzlich stimme ich deinem Artikel total zu. Ich habe das Kommentar auch noch in Erinnerung. Als ich es las musste ich sofort an deinen vorherigen Post denken, bei dem du ein Outfitpost gemacht hast mit schwarzer Hose und Jeanshemd. Ein Outfit das ich zum Gassi gehen anziehen würde, aber nicht für einen Outfitpost auf einem Blog – wirklich nicht böse gemeint, aber das war halt einfach nichts besonderes bzw. nicht besonders kombiniert. Klassiker sind toll, keine Frage, aber das fand ich iwie kein richtiges Outfit a lá „Modemensch“. Da hat einfach das gewisse Etwas gefehlt (wie ein toller Hut oder Tasche oder Sonnenbrille) – einfach etwas das dich von der grauen Primark-Masse abhebt – denn ist das nicht mit ein Grund einen Modeblog zu führen? Wie gesagt ich mein das nicht böse und fand den Kommentar auch etwas unpassend aber nur als konstruktiver Denkanstoß warum jmd vll so etwas schreibt :) Liebe Grüße

    • Liebe Helena,
      Das kann ich natürlich nachvollziehen. Aber meine Intention einen Modeblog zu führen war nie in erster Linie, um meine unglaublich ausgefallenen Outfits zu zeigen, sondern viel mehr um über Mode und Co. zu schreiben. Aber natürlich style ich mich gerne auf und zeige die Outfits dann auch gerne.
      Das Outfit mit dem Jeanshemd war wirklich eher in die Kategorie „normal“ einzuordnen, aber für einen Tag in der Redaktion muss man sich ja auch nicht mega aufstylen. Und auch eine Elin Kling beispielsweise trägt oft nur Jeans und Tshirt – ohne Hut, Schmuck etc.
      Aber das schöne an Modeblogs ist eben, dass es so viele verschiedene gibt – für jeden Geschmack und Anlass.
      Und wie gesagt, dass manche Outfits von mir nicht total ausgefallen sind, ist richtig. Aber trotzdem liebe ich Mode;)
      Liebe Grüsse!

      • Naja ich habe ja damit nicht behaupten wollen dass du keine Mode liebst… Oder nicht darüber schreiben kannst.
        Und im Endeffekt kann jede tun und tragen was immer ihr gefällt und natürlich stylt man sich (hoffentlich) nicht für jeden Tag als „Modemensch“ auf. Aber da wir eben über Kritik bei Outfitposts sprechen…

        • Nein nein, das sage ich auch gar nicht:) Mir ist nur wichtig, dass eben auch Outfits, die auf den ersten Blick normal wirken, nicht bedeuten, dass derjenige kein Modemensch sein kann. Weil Mode eben total vielfältig und unterschiedlich gelebt werden kann:)
          Und ja, konstruktive Kritik wie eben zu sagen, dass das Outfit unspektakulär war, ist auch völlig berechtigt, weil ich dir dabei auch zustimme :)
          Liebe Grüsse!

    • Ich bin ehrlich gesagt immer dankbar für Menschen wie Antonia, Elin Kling, Sabrina von afterDRK, Chow von heart & bleecker oder Victoria Tornegren, die ihren eigenen, eher schlichten Blick auf Mode eröffnen, dabei aber eben NICHT „normal“ aussehen.
      Es gibt für mich einen großen Unterschied zwischen einer schlecht sitzenden Jeans von Primark und einem T-Shirt mit unvorteilhaftem Ausschnitt mit schiefen Nähten und einer mit Bedacht gewählten Jeans in Kombination mit einem locker sitzenden, gut verarbeiteten T-Shirt. Das nur als Beispiel. Ich finde es tausend mal schwerer, Basics so zu kombinieren, dass etwas Besonderes entsteht, als zum x-ten Mal ein groß gemustertes Top oder eine Metallic schillernde Hose bei H&M zu kaufen und genau einmal für einen Blogpost anzuziehen. Ich habe mit Letzterem angefangen, und bevor ich mich versah, hatte ich einen Schrank voll Dinge, die glitzern und glimmern – aber die ich nie angezogen habe. Ich habe mich in der letzten Zeit zurück auf das besonnen, was mir wirklich gefällt (im Sinne von was ich gerne jeden Tag anziehe) und ich fokussiere meine Liebe zu Mode eben auf diese Teile. Ich habe sogar festgestellt, dass mein Blogtitel „glitzer glitzer“ mir sogar auf ironische Art und Weise immernoch sehr gefällt, weil er genau dafür steht – es muss nicht offensichtlich glitzern, um etwas Besonderes zu sein.
      Deshalb, liebe Antonia, an dieser Stelle ein großes Dankeschön dafür, dass du diesen Wandel mit inspiriert hast :) Und nebenbei war das wieder einmal ein wunderschön geschriebener Text!

      Dani

      • Liebe Dani,
        oh wie ich das nachvollziehen kann. Am Anfang meiner Blogzeit bin ich auch alle wilden Trend verfallen – ohne zu merken, was mir steht. Heute weiß ich, was mein Stil ist, was ich mag, was nicht und lasse mich nicht mehr so oft verleiten. Natürlich immer noch oft genug ;) aber eben dann in meine Stilrichtung!
        Vielen Dank für deinen lieben Kommentar – und ich mag „Glitzer Glitzer“ :)
        Liebe Grüße!

  8. Du hast total recht und ich bedanke mich von ganzem Herzen für diesen Beitrag! Spass an der Mode kann man gar nicht definieren, da es etwas sehr individuelles ist. Leider kommt es mir so vor, als würden wir durch die ganzen „auffälligen“ Blogger/Fashionweeks/Streetstyle bombardiert werden und würden so das andere, „unauffällige“ vergessen.

  9. Ich bin da ganz deiner Meinung! Ich trage ehrlich gesagt auch am liebsten schwarze, schlichte Outfits. Oft auch nur Basics mit vielleicht ein, zwei auffälligen Accessoires. Das will aber nicht heißen, dass ich mich weniger für Mode interessiere, als andere, die nur so mit Farben und Mustern um sich werfen! Jeder hat nun mal seinen eigenen Geschmack und Stil und das ist doch auch völlig in Ordnung! Ich lese gerne deine Kolumnen, weiter so! :-)

    FashionFlirt

  10. ich kommentiere sonst nie irgendwelche blogposts à la „schönes Bild“, „nettes outfit“ und so weiter, weil ich mir mein feedback für texte oder fotos aufheben möchte, die mich wirklich begeistern.
    und dieser text hier ist für mich ein perfektes beispiel dafür, wie ernsthafter journalismus in blogform umgesetzt werden kann (und sollte).
    ich wünschte ich könnte viel öfter texte wie diesen hier lesen, gut recherchiert, sachlich, jedoch auch kritisch hinterfragend.
    was ich vor allem sagen will ist: danke, dieser text hat mich bereichert!

  11. Liebe Antonia,
    ich kann dir nur zustimmen. Nicht nur bunt und auffällig ist modisch, im Gegenteil, ein schlichtes aber nicht langweiliges Outfit zusammenzustellen finde ich persönlich viel schwieriger.
    Und ich finde das gelingt euch allen hier bei amazed meist ziemlich gut :-) (Zumindest für meinen Geschmack)
    Und das „schlicht“ und „Modemensch“ absolut kein Gegensatz sein müssen sieht man ja auch in vielen anderen Blogs. Einer, den ich dabei immer besonders inspirierend und in seiner Konsequenz beeindruckend finde ist z.B. der von Ivania (http://love-aesthetics.blogspot.com/). Falls du den noch nicht kennst, schau da unbeding mal vorbei.
    Liebste Grüße
    Sarah

  12. der text ist einfach nur toll geschrieben, und ich merke, dass du recht hast. meine klamotten sind jetzt nicht wirklich „fashioned“ aber trotzdem lese ich seit längerer zeit lieben gerne modeblogs, und kenn mich langsam auch etwas damit aus. trotzdem hoffe ich irgendwann noch ein bisschen mehr style zu finden, den ich würde eigentlich gerne ein etwas gewagter und trendiger rumlaufen ;-) als ich die meldung bei lesmads gelesen hab, ein weiteres blogazine, war ich erst nicht so begeister, habe euch aber trotzdem mal abonniert, aber mittlerweile habt ihr euch (obwohl mir euer allgemeiner modestil eig nicht gefällt) zu einem definitiven liebling in der leseliste gemausert. respekt! ;-)

    LG
    karla

  13. Hast total Recht! Deine Überlegungen zum Thema Mode haben wirklich Hand und Fuß.
    Ich kann mich auch noch erinnern, als ich (auch schon einige Zeit her) in der Modebranche gearbeitet habe, haben wir alle nur schwarz getragen und wie man es bei Emanuelle Alt und ihrer Crew sieht, hat sich da nichts geändert. Mode ist viel mehr als nur alles Aktuelle zu zeigen und zu tragen. Es ist auch ein Lebensgefühl und kann sich ganz unterschiedlich ausdrücken.

    Bravo!
    Patricia aus München, gestrandet in Santa Cruz in Bolivien..
    http://www.patriciayclea.com

  14. Ich denke, dass einen Modemenschen in erster Linie die Faszination ausmacht. Faszination an Mode als Ganzem und in ihren unterschiedlichen Facetten. Modemenschen sind offen, denke ich, bilden ihren Geschmack – ob gezielt oder nebenbei – indem sie über Mode lesen, sich Bilder angucken, Menschen auf der Straße beobachten und wissen so, vielleicht instinktiv, vielleicht durch Erarbeitung, was ihnen steht, was ihren Charakter widerspiegelt, oder vielleicht auch komplimentiert. Es gibt Künstler, deren Bilder vor Farben sprühen und selber tragen sie bloß dunkle Kleidung. Ich selbst liebe es mir Bilder anzusehen von federfeinen Kleidern, und Frauen in wildgemusterten Hosenanzügen – aber am liebsten tue ich das in schlichten Zigarttenhosen und einem gestreiften Oberteil.
    Während ich deine Kolumne las, musste ich daran denken wie auf einem anderen Blog eine Bloggerin auf die Frage wie sie trotzt der ganzen Kekse und Kuchen, die sie backe, ihre Figur halten würde antwortete: ‚Wenn ich 12 Kekse Backe, esse ich höchstens zwei davon, den Rest verschenke ich.‘ Was ich damit sagen will ist, dass ich glaube, dass man gerade, wenn man sich ständig mit etwas umgibt, dass so vielfältig und verführerisch ist wie Mode – und Kekse, wenn wir schon dabei sind – aufpassen muss, dass man sich darin nicht verliert, sondern dass man sich das herauspickt, was zu einem passt. Den Rest kann man ja auch ständig im Kopf haben. Und welch spannendes Spiel die Mode, das was man nach außen trägt, auch ist, ist es doch gut, dass es einen nicht gänzlich ausmacht.

  15. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser besagte kommentar nicht heißen sollte, dass du kein „modemensch“ bist, sondern mode nicht ausstrahlst.
    Ist ja egal, wie du mode siehst, wo du gerne einkaufen gehst, wie du mit diesem thema umgehst…wenn du sie nicht ausstrahlst.
    und da muss ich mich leider anschließen. deine bilder haben für mich nichts besonderes oder eine gewisse ausstrahlung ( in welcher form auch immer). damit meine ich nicht dass das outfit meinem geschmack entsprechen muss oder du über beide ohren grinsen könntest, um mehr auszustrahlen. es sieht einfach nach nichts aus. sorry, das ist meine meinung. nicht böse gemeint

    • Liebe Paula,
      das mag ja auch sein – aber das ist ja auch Ansichtssache – und das will ich damit sagen. Wer entscheidet denn, wie Mode quasi „ausgestrahlt“ werden sollte. Ist es wirklich egal, wie ich Mode sehe/lebe, nur weil ich es deiner Meinung nach nicht ausstrahle? Gibt mir das weniger Recht, damit mich auseinanderzusetzen? Ich denke eben nicht. Und das impliziert es aber oft – wenn man nicht den gängigen Stereotypen entspricht. Ganz abgesehen davon, dass ich für dich womöglich keine Ausstrahlung habe, aber für andere möglicherweise schon. Das ist ja aber auch Ansichtssache. Zumal Bilder ja auch immer nur einen Bruchteil dessen transportieren, was und wer man wirklich ist. Schönen Abend!

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