Im Koffer: April am Meer

14. April 2016 von in ,

Bluse: Mango / Sonnenbrille: Prada / Bikini: Topshop / Culotte: Mango / weiße Tunika: Topshop / Strandtasche: Seafolly / Bodylotion: Grown Alchemist / Gesichts-Sonnenschutz: Kiehl’s / Sandalen: Alvaro Gonzalez

Lange, lange habe ich überlegt, um genau zu sein seit Ende letzten Jahres, als wir den Trip ins Gloria Serenity Resort an der türkischen Riviera für diesen April geplant und gebucht haben. Ursprünglich waren wir im Spätherbst auf einem Event dort eingeladen, hatten aber keine Zeit, woraufhin das Ganze als Kurztrip ans Meer in den Frühling verlegt wurde. Es sollte unser erstes Mal in der Türkei werden und das im April, wenn man sich über jeden einzelnen Sonnenstrahl so dermaßen freut und den Sommer nicht mehr erwarten kann.

So sollte es werden, doch dann kamen die letzten Monate in der Türkei und wir wurden uns immer unsicherer. Kann man in ein Land fahren, in dem zeitweise wöchentlich Anschläge passieren? In dem Meinungen verboten, Pressefreiheit eingeschränkt und alles andere als demokratisch regiert wird? Und kann man vor allem in ein Land fahren, in dem Millionen Flüchtlinge ihr Leben riskieren, um dort hinzukommen, wo wir mir nichts, dir nichts in den Flieger steigen und ein paar Stunden später unbehelligt wieder aussteigen?

Hier habe ich das Thema schon vor ein paar Wochen angesprochen und war überrascht von euren positiven Reaktionen. Je mehr ich darüber nachgedacht hatte, desto unmoralischer und absurder schien es mir, genau jetzt in die Türkei zu fahren und dort einen Pressetrip zu machen. Gleichzeitig kamen die Gegenargumente, die mir auch im Kopf herum schwebten: Nicht zu fahren bringt niemandem etwas, zu fahren könnte zumindest zeigen, wie schön es nach wie vor an der türkischen Riviera sein kann, während der dortige Tourismus momentan einzubrechen droht. „Jetzt erst recht“ statt aus Angst zu Hause zu bleiben, während man eigentlich nirgends mehr wirklich sicher vor Anschlägen sein kann. Und alles im Bewusstsein der aktuellen Lage tun und gleichzeitig Bewusstsein dafür schaffen.

Auch nach dem Text und euren Reaktionen haben wir viel diskutiert. Amelie kam zu den Schluss, den Trip nicht mit sich und der eigenen Moral vereinen zu können, ich allerdings blieb beim „jetzt erst recht“. Und so fliege ich heute an die türkische Riviera, freue mich auf die Sonnenstrahlen und bin gespannt auf das Gefühl vor Ort. Zum Thema habe ich übrigens vor schon einiger Zeit einen wie immer sehr guten Text von Claire gelesen, der mir bis heute im Kopf geblieben ist: Sommerferien auf dem Pulverfass – über das Leben im Hier und Jetzt.

 

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4 Antworten zu “Im Koffer: April am Meer”

  1. Ich kann deine Entscheidung gut nachvollziehen, hätte mich wahrscheinlich auch so entschieden. Die Kleider-Kollage hätte ich mir an dieser Stelle trotzdem gespart – gerade im Hinblick auf die Menschen, die alles verloren haben (auch wenn du sie an der Riviera wohl nicht treffen wirst)
    Liebe Grüße :)

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