Jahresrück- und Ausblick 2021: Amelie

29. Dezember 2021 von in

Das Jahr ist vorbei und ich gehe mit einem ungemütlichen Gefühl aus dem Jahr. Die Pandemie dominiert nach wie vor unser Leben, die Situation in Afghanistan lähmt mich, die Wahlen in Deutschland machen mir immer noch Sorge. Wir leben in einer Krisenzeit und über sie kann ich nicht hinweg sehen. In diesem Jahr habe ich viel an mir gearbeitet und habe auch vor, mich weiterhin mit mir selbst auseinander zu setzen, da ich die Zeit, den Raum und das Privileg habe, das tun zu können. Es gibt viele Dinge, die ich an mir ändern möchte. Die Zeit momentan fühlt sich an wie ein Umbruch in meinem Leben und ich bin gespannt, wo sie mich hinführt.

 

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Jahresrückblick 2021

2021 habe ich erkannt, dass es okay und wichtig ist, Schwäche zuzulassen und sich Hilfe zu nehmen. Dass es okay ist, selbst nicht weiter zu wissen und bei all dem Gedankengewirr nicht mehr den richtigen Weg für sich selbst zu erkennen. Dass ich mich nicht so gut kenne wie ich es immer dachte und dass ich nicht so selbstbewusst bin wie ich es immer dachte.

So habe ich meine Zeit am liebsten Zuhause verbracht: Ich habe mit dem Sitten von Hunden und Katzen angefangen und es geliebt. Es war die beste Ablenkung vom Lockdown und die schönste Möglichkeit, die Zeit daheim zu genießen. Mein Bedürfnis nach einem eigenen Haustier ist dadurch nur noch viel größer geworden – jedoch kann ich mich nach wie vor nicht für eines entscheiden. Hilfe!

Das hat mir 2021 besonders geholfen: Therapie. Ich habe schon viele Jahre mit dem Gedanken gespielt, eine Therapie anzufangen, mich aber nie getraut, den Schritt zu wagen. Zu groß war die Angst vor Zurückweisung und die Hemmung davor, mich einer fremden Person zu öffnen. Umso stolzer bin ich auf mich, dass ich es gemacht habe. 

 

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Meine größte Veränderung 2021: Tatsächlich hat der mehr oder weniger radikale Haarschnitt vieles für mich verändert. Er stand symbolisch für den Mut, mehr ich selbst zu sein und mich mir selbst zu stellen. Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr daran anknüpfen kann.

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Meine Spotify-Playlist 2021:

Mein liebsten Bücher: Drei Kameradinnen von Shida Bazyar, Das Ministerium der Träume von Hengameh Yaghoobifarah, Sich erinnern, man selbst zu sein von Paulina Czienskowsi, Die Sommer von Ronya Othmann.

Mein liebstes Outfit: Ist erst zwei Wochen her, aber liebe ich sehr. Je größer die Kleidugsstücke sind, umso wohler fühle ich mich in ihnen momentan.

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Meine liebsten Käufe 2021: Diese Felltasche von Miu Miu war eigentlich ein Frustkauf, aber der wahrscheinlich schönste und beste Frustkauf aller Zeiten. Auf Vestiare Collective fand ich diese unglaublich preiswerte Tasche in bestem Zustand, ich kaufte sie impulsiv und trage sie seither täglich.

 

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Jahresausblick 2022

Ziele für 2022: Ich will im nächsten Jahr weiter an mir arbeiten, mich selbst besser kennen lernen und mich trauen, mich meinen inneren Gedanken und Ängsten zu stellen. Ich bin ehrlich beeindruckt, wie sehr mir die Therapie bisher geholfen hat und kann es kaum erwarten, sie weiter fortzuführen und mich weiter mit mir selbst auseinander zu setzen. Etwas, was früher eher selten gemacht habe. 

Das nehme ich mir 2022 vor: Ich will 2022 mein erstes Buch schreiben und mich trauen, es wirklich zu veröffentlichen. Viel zu lange schon spiele ich mit dem Gedanken, schreibe Seite für Seite, trete jedoch an keinen Verlag heran. Ich will grundsätzlich mehr literarisch schreiben und mir Zeit dafür nehmen, fiktionale Geschichten zu erzählen, da das etwas ist, was mich erfüllt und mir Freude bereitet. Ich habe mir die letzten Jahre viel zu wenig Zeit dafür genommen. 

 

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Wie will ich im neuen Jahr wahrgenommen werden: Ich weiß schon mein Leben lang, dass ich bi und queer bin. Mir haben jedoch Zeit meines Lebens die Wörter dafür gefehlt, mich selbst zu definieren und zu positionieren. Ich habe rückblickend das Gefühl, dass ich mich lange Zeit als hetero verkleidet und gegeben habe, um den anderen zu gefallen und mich anzupassen. Jedoch hat mich diese Maske und Fassade über die Zeit hinweg ziemlich depressiv gemacht. Gerade arbeite ich daran, mit meiner Sexualität und meinem Gender mehr nach außen zu treten und will als queere Person identifiziert werden, ohne mich groß „outen“ zu müssen. Gerade merke ich, wie wichtig das für meine mentale Gesundheit ist, diesen großten Teil von mir nicht mehr zu verstecken. 

Worauf freue ich mich am meisten in diesem Jahr: Ich bin überraschend zuversichtlich was das Jahr 2022 für mich selbst angeht. Was merkwürdig ist, da die Pandemie nach wie vor die Welt dominiert und ich rückblickend ein schweres Jahr hinter mir habe. Natürlich ist weltweit gesehen alles nach wie vor bedrückend und schlimm, ich werde jedoch weiterhin hinsehen und mich mit den schweren Themen im Leben auseinandersetzen. Gleichzeitig bin ich aufgeregt darüber, mehr die Person sein zu können, die ich immer sein wollte. Eine queere Person, die sich nicht mehr hinter irgendwas versteckt. Das gibt mir gerade wirklich viel Hoffnung und stärkt mich fürs neue Jahr. 

 

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Mein kleiner Traum 2022: Ich hätte immer noch sehr gerne ein Haustier. Wer weiß, vielleicht ist es ja doch bald soweit. 

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4 Antworten zu “Jahresrück- und Ausblick 2021: Amelie”

  1. Danke Amelie!
    Danke für die persönlichen Einblicke und deine Worte!
    Kannst du dir vorstellen mehr von deiner Therapie zu erzählen? Nichts intimes, aber vielleicht wie du dazu gekommen bist, was dir die Energie gegeben hat, welche Form, warum du sie wähltest und welche Methoden/Strategien dir vielleicht helfen?
    Ich freue mich (für dich) über deine Entwicklung und bewundere dich dafür!

    • Liebe Lisa, danke dir für die Rückmeldung <3 ich bekomme gerade viele Nachrichten von euch und bin total gerührt. Ich bin deshalb darin bestärkt, im nächsten Jahr mehr darüber zu schreiben und transparenter zu werden - und in diesem Zuge auch mehr von der Therapie zu erzählen! Warme Grüße an dich <3

  2. Hey Amelie, hast du Untamed gelesen? Sonst kann ich es dir sehr empfehlen, es geht viel darum wie man sich selbst findet und für sich lebt und es nicht anderen recht macht sondern sich selbst. Lese es gerade und musste an deinen Jahresrückblick denken(auch, weil die Autorin und du es gemeinsam habt, dass ihr euch beide als hetero so wie du es treffend ausdrückst verkleidet habt). Ein sehr beeindruckendes Buch.

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