Self Care: Das Anti-Winter-Tristesse-Programm

4. Februar 2019 von in

Ende Januar ist die Zeit des Blue Monday, dem statistisch gesehen offiziell deprimierendsten Tag des Jahres. Was viele von uns gerade runterzieht, ist eine Mischung des eisigen und grauen Wetters, das sehr lange auch noch kein Ende nehmen wird und uns emotional und physisch einfriert, mit dem nachweihnachtlichen Blues und dem allgegenwärtigen Druck der Jahresplanung und der neuen Vorsätze, die man oft noch kein bisschen in die Tat umgesetzt hat, obwohl der Februar schon anklopft. Dass das alles sowieso völlig egal ist, und wir im Januar oder Februar genauso unbeschwert dahinleben können, wie im September, Mai oder Oktober, ist sowieso klar – die Stimmung erreicht gerade trotzdem bei nicht wenigen einen unfreiwilligen Tiefpunkt.

Oft sind es genau in diesen riesengroßen Gesamt-Mist-Zeiten dann die Kleinigkeiten, die helfen. Die Dinge, die einen Abschalten lassen, die einen aus der Zeit heben und in denen man einfach sein darf, ohne sich den Kopf zu zerbrechen. Hier kommt ein kleines Anti-Winter-Tristesse-Programm, um unsere Laune zu heben!

Wintersport

Auch, wenn man sich vielleicht gerade besonders schlapp fühlen mag: Sport ist und bleibt ein immer funktionierendes Rezept, den inneren Einklang zu finden und Endorphine auszuschütten. Gerade jetzt sind wir für eine bestimmte Form in der absoluten Hochsaison: Der Wintersport, den ich seit Jahren immer wieder vergesse, nur um dann im Mai zu denken, huch, da war doch was. Auf Skiern stand ich beispielsweise schon seit über zehn Jahren nicht mehr, spüre aber immer noch die Gänsehaut, die mich immer dann überkommen hat, wenn ich in der Sonne über dem Talnebel die Piste an mir vorbeigleiten ließ. Natürlich ist Ski- oder Snowboardfahren ein Aufwands- und Kostenfaktor, der Winter könnte allerdings nie schöner sein als auf dem Berg. Ein bisschen weniger aufwendig, aber fast genauso schön, ist das Schlittschuhfahren. Wahrscheinlich sind in eurer Umgebung gerade einige Teiche und Bäche zugefroren, wie in München der Nymphenburger Kanal. Oder ihr stattet dem nächsten Eisstadion einen Besuch ab – das steht ganz groß auf meiner Liste.

Um sich zu bewegen, muss aber auch gar keine große Unternehmung dahinterstecken. Wenn es draußen eisigkalt ist, einfach mal die Yogamatte ausrollen. Gerade neu für mich entdeckt habe ich zum Beispiel die App Seven, die einem lauter siebenminütige Workouts für jegliches Bedürfnis ausspuckt, die man problemlos und ohne Hilfsmittel im Wohnzimmer durchführen kann. Daneben mag ich gerade auch die Yoga-Videos von Yoga Dose sehr, die mich irgendwie mehr abholen als alle bisherigen Youtube-Yoga-Versuche!

Frühjahrsputz

Die meisten von uns sind um den Marie-Kondo-Hype der letzten Wochen nicht herumgekommen, und der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr. Nie sind wir motivierter, auszumisten und damit unser Leben zu ordnen, als jetzt zu Beginn des Jahres, an dem sich dieses allgemeine Unwohlsein über uns legt. Das Gute daran: Ausmisten und putzen hebt die Laune tatsächlich. Also alles raus aus den Schränken, Schubladen und Regalen, Ballast rausschmeißen, einmal ordentlich durchwischen, und nur noch das behalten, was gut tut.

Mehr Kunst, Kultur und Farbe

Letzten Sonntag kam es plötzlich und so heftig über mich, dass es sogar meine übliche Sonntagsfaulheit überschattete: Das Bedürfnis, in mein Seelenmuseum zu gehen, und mir die bunten Lieblingsbilder meiner Kindheit anzusehen. Kandinsky, Münter und der ganze Blaue Reiter um genau zu sein, Paul Klee, August Macke oder auch der Symbolismus Franz von Stucks. Auch, wenn ich alle Bilder schon hundertmal gesehen habe, gab es an diesem grauen Sonntag nichts schöneres als all die Farben.

Trotzdem rausgehen

So einfach es auch klingt, wenn es draußen grau und eisig ist, ist die Hemmschwelle, unter der Decke hervorzukriechen und das Haus zu verlassen oft ziemlich hoch. Doch schon als Kind wussten wir: Da muss was dran sein an diesem Rausgehen und Luftschnappen, sonst würden unsere Eltern das nicht ständig von uns fordern. Das taten sie zu recht, denn nicht nur tut es uns physisch gut, an die frische Luft zu gehen, es sorgt auch für Glückshormone. Spaziergänge pusten uns selbst bei Schneegestöber einmal kräftig durch, sortieren unsere Gedanken und es geht uns nachher immer besser. Versprochen.

Neue Lieblingsgerichte finden

Eigentlich wäre ich ja gerne die ausgefallene Spontanköchin. Die entweder aus allem, was gerade eben da ist, aufregend orientalisch duftende Rezepte zaubert, die auf der Zunge zergehen, oder die im Supermarkt einen Geistesblitz nach dem anderen hat, was denn so die nächsten Tage Spannendes auf den Teller kommen könnte. Die Realität sieht leider anders aus, und so habe ich beim Kochen oft einen Netflix-ähnlichen Blackout. Durch einen Gutschein einer Freundin probierte ich, auch wenn ich es eigentlich unnötig finde, vor Kurzem Hellofresh aus, und muss leider zugeben, dass die Rezepte wahnsinnig viel Spaß machten und endlich mal neuen Wind in die Küche brachten. Motiviert, das so ähnlich auch ohne Liefer-Kochbox weiterzuführen, bin ich momentan noch, fragt sich nur wie lange. Eine große Unterstützung dabei: Die App Kptncook, die jeden Tag drei fabelhafte, neue Gerichte anzeigt. Bei so wenig Auswahl muss man nicht lange überlegen, und mindestens eines, das gerade perfekt passt, ist immer dabei!

Etwas Neues ausprobieren

Letztes Wochenende stand, endlich!, der lang herbeigewünschte Töpferkurs an. Und wie erwartet bringt einem das Töpfern an der Drehscheibe, das Zentrieren mit dem ganzen Körper und die Konzentration auf das Stück Ton, das man ganz langsam formt, einen ganz ungekannten meditativen Zustand. Von den Ergebnissen ganz zu schweigen – in zwei Wochen wird glasiert, und der Kaffee am Morgen wird aus den eigenen Tassen noch ein bisschen besser schmecken. Natürlich ist ein Töpferkurs nur ein Beispiel: Eine neue Bar, eine Reise an einen neuen Ort, ein Abendessen mit Menschen, die man noch nicht kennt, eine Aktivität, die man noch nie gemacht hat: All das bringt ein ganz neues Gefühl und neue Blickwinkel in den Alltag!

Abtauchen

Und wenn alles nichts hilft, dann hilft zumindest einfach mal Abtauchen – zum Beispiel in den Whirlpool im nächsten Spa, unter die Decke mit guten Freunden oder in den Stapel Lieblingsbücher, den man schon so lange lesen möchte. Denn eins ist sicher: Der Frühling kommt bestimmt!

Meme im Header: @mytherapistsays

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2 Antworten zu “Self Care: Das Anti-Winter-Tristesse-Programm”

  1. Nachdem mir heute gesagt wurde wie bleich & schlecht ich aussehe und Freitag auch schon und dann hat es die Mama auch nochmal bestätigt, fühle ich mich heute echt total nach Winter-Blues. Da noch eine gute Portion Liebeskummer drauf & schon fühlt man sich echt ganz schön erschöpft und antriebslos, aber ich werde jetzt auch versuchen was dagegen zu machen, denn wie du schon treffend beschreibst, wirken Sport & frische Luft & ein geplanter Urlaub schon Wunder. Dazu noch Vitamine & schwupps fühle ich mich hoffentlich bald wieder wie ich selbst. Dein Post hatte aber was sehr tröstliches, sich nicht alleine fühlen ist immer schön – danke dafür. Einen guten Start in die Woche!

    • Sorry dass ich das so sage, aber mit was für Menschen umgibst du dich denn bitte, die dir sagen, dass du schlecht und bleich aussiehst, wenn du dich eh schon elendig fühlst? Beim Punkt „etwas Neues ausprobieren“ vielleicht ein paar neue Freude ausprobieren?? :)

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