Seriously, ein Haarreif?

29. Mai 2014 von in

Collage: Tumblr, Asos, Asos, Asos

Es gibt Kleidungsstücke und Accessoires, die verschwinden mit der Zeit automatisch aus dem eigenen Schrank. Sei es man wird älter, der Stil ändert sich oder man entscheidet endlich selbst, was für Sachen man trägt. Rosa Rüschenröcke beispielsweise. Das letzte Mal, dass ich mit einem rosa Rüschenrock über Wald und Wiesen sprang, ist wohl gefühlte 25 Jahre. Wenn ich überhaupt jemals einen solchen Rock besaß. Man verdrängt ja gerne.

Ähnlich verhält es sich mit Haarreifen. Mit acht Jahren trug ich diese mit Leidenschaft. Fast jedes Klassenfoto der Grundschule ziert ein bunter Haarreif. Mal lila, mal rosa, mal gelb. Dann verschwand das gute Stück. Als Teenie probierte ich das Ganze noch einmal aus, doch die Kopfschmerzen waren nicht zu ertragen. Mein Kopf war zu groß, oder der Reif zu eng.  Selbst Haarbänder verbannte ich aus meiner Accessoires-Kiste.

Das bedeutet: Das Thema ist für mich eigentlich gegessen. Ich bin kein Haarreif-Mädchen mehr. Wären da nicht jede Saison diese wunderbaren schönen Blumen-Haarreifen und Haarbänder, die mein Herz immer mal wieder höher springen lassen. Erst schickte Marc Jacobs seine Models bei Louis Vuitton mit Feder-Haarreifen über den Laufsteg, dann trugen alle Models in Sommerkampagnen einen Blumenreif zu Wallekleidern. Wer ein Sommerfestival besucht und modisch mithalten will, braucht laut Instyle & Co. auch zwingend irgendeine wunderschöne Kopfbedeckung. Haarreifen sind präsenter, denn je. Und ich gebe es zu: Auch ich sehe mich in meiner Phantasie wie ein Hippie mit  messy Haar in der Sonne sitzen, nur das dünne Haar-Band mit kleinen Blüten hält meine Haare und nichts scheint schöner, als der Sommermoment.

Doch was in Werbekampagnen immer so schön lässig, locker wirkt, bei den Promis auf dem Coachella-Festival mega stylisch aussieht, funktioniert im Alltag – sagen wir mal so – eher schlecht. Kaum habe ich einen solchen Haarreif im Haar – und ja, ich habe scho einige im Laden ausprobiert und wieder zurückgelegt, denke ich mir: Nee, nee, nee. Zu alt. Zu süß. Zu verkleidet. Oder einfach nur: autsch!

Wer nicht heiratet – und ja, auch da träume ich von einem Blumenkranz (Wer nicht? Hände hoch!) -, muss also überlegen: Passt das? Ich bin mir nicht sicher. Liegt’s am Alter? An meinem Typ? Entwachsen wir bestimmten Dingen einfach irgendwann, egal, ob es Jahre später wieder salonfähig wird. Ich wünsche mir, die Antwort lautet Nein.

Schließlich will ich auch mit 40 oder 50 frei wählen können, worauf ich modetechnisch Lust habe. Genauso wie Stilikonen bis heute beweisen: Mode kennt kein Alter, die richtige Kombination macht’s.

Den Rüschenrock habe ich mit 22 nochmal rausgekramt, damals in hellblau. Eine Saison habe ich ihn getragen, dann war das Thema wieder gegessen und ich bei meinen Stilwurzeln wieder angekommen. Heute denke ich mir: Was? Das war nicht ich. Gleichzeitig habe ich Sandalen jahrelang verbannt, bis ich sie vor zwei Jahren nochmal ausprobierte. Schließlich gab’s zu schöne Modelle. Und siehe da: Die Liebe blieb. Vielleicht verhält es sich mit dem Haarreif ähnlich. An einem Tag, an dem ich mich mal modisch verrückt fühle, einfach tragen, experimentieren, die verwunderten Blicke ignorieren und merken: Es ist wieder die große Liebe – oder es war wohl doch nur ein kurzer Flirt. Vielleicht wird’s einfach mal ausprobiert. Zusammen mit dem weißen Maxikleid.

Was meint ihr? Gibt es Dinge, denen man automatisch entwächst? Oder sollte jeder zu jederzeit einfach modisch sich ausprobieren können? Und wer von euch trägt Haarreif?

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Eine Antwort zu “Seriously, ein Haarreif?”

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