Statt CBD: Natürliche Helfer bei Stress und kreisenden Gedanken

11. März 2019 von in

Höchstwahrscheinlich hat jeder von euch in den letzten Wochen irgendwo, wenn auch nur am Rande, von CBD gehört – der legale und kaum psychoaktive Cannabis-Extrakt aus weiblichem Hanf, der so entspannend wie ein Glas Rotwein wirken, aber nicht beschwipst machen soll. Von Hollywood bis in meinen Insta-Feed erstreckt sich momentan der CBD-Hype, und mindestens genauso interessant wie die Frage, ob CBD denn nun wirklich gegen Stress, Angst und Schmerzen wirkt, ist das riesige Interesse, auf das das Thema aktuell stößt. Es scheint, als sehnten wir uns, vielleicht viel mehr, als wir es wirklich zugeben wollen, nach einfachen Lösungen für komplizierte Probleme, nach Wundermittelchen, die uns nicht schaden, aber doch ein bisschen an die Hand nehmen.

Nun ist CBD ein relativ teures Vergnügen, selbst wenn es sogar in der Drogerie erhältlich ist. Und trotz aller Harmlosigkeit ist die Hemmschwelle bei einigen trotzdem zu hoch, um sich das Cannabidiol-Öl unter die Zunge zu träufeln. Wie immer bei großen Hypes ist es allerdings so, dass sich dahinter sehr viel heiße Luft verbirgt, und CBD bei Weitem nicht das einzige natürliche Mittelchen ist, das uns bei Angst, Stress oder kreisenden Gedanken helfen und beruhigen kann. Hier kommt eine Liste an natürlichen Helfern, auf die ihr ohne schlechtes Gewissen zurückgreifen könnt, und die meist sogar um einiges günstiger zu haben sind als CBD.

Johanniskraut-Tee

„Seit meiner letzten Trennung trinke ich jeden Abend eine Tasse“, sagte mir eine gute Freundin neulich, und noch am selben Tag besorgte ich mir eine große Packung Johanniskraut-Tee im Bioladen. „Nervenberuhigend, schlaffördernd und stimmungsaufhellend“, stand auf der Packung, und tatsächlich wird dem Johanniskraut zugeschrieben, innere Unruhe zu lösen und uns vor dem Einschlafen zur Ruhe zu bringen, krampflösend zu wirken und vor allem die Stimmung aufzuhellen, besonders in der kalten Jahreszeit, wenn das Wintertief einschlägt. Achtung: Johanniskraut kann die Wirkung hormoneller Verhütung beeinträchtigen, deshalb sollten hormonell verhütende Frauen damit vorsichtig sein. Mehr Info zum Thema Johanniskraut findet ihr hier.

Lavendel Kapseln

Auch Lavendel und der Passionsblume werden ähnliche Eigenschaften zugeschrieben, wie dem Johanniskraut – eine ausführliche Studie dazu findet ihr hier. Alle drei rein pflanzlichen Stoffe sollen weder abhängig, noch tagsüber müde machen, bei innerer Unruhe, Angstgefühlen, Schlafstörungen und sogar ersten Burn-out-Anzeichen helfen. Ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind die Lavendelöl-Kapseln Lasea, denen eine schnellere Wirkung als die des Johanniskraut-Tees zugeschrieben wird.

Baldrian

Das wohl bekannteste Heilkraut zur Beruhigung ist der gute, alte Baldrian, er wirkt beruhigend, hilft bei Prüfungsangst und beim Einschlafen. Auch dieser pflanzliche Wirkstoff hemmt Botenstoffe im zentralen Nervensystem, was einen beruhigenden Effekt zur Folge hat. Baldrian wirkt, ähnlich wie Johanniskraut, eher langfristig als sofort, und sollte nicht mit Alkohol kombiniert werden. Mehr Infos hier.

Rescue Tropfen

Die Bachblütentherapie ist eine Verfahren der Naturheilkunde und wird ähnlich wie die Homöopathie unterschiedlich wahrgenommen. Die einen glauben nicht an die Spuren der Pflanzenessenzen, die Gefühle, Gemütszustände und Denkweisen positiv verändern, die Verbindung von Körper, Geist und Seele beeinflussen und die Selbstheilungskräfte anregen können. Andere wiederum glauben genau daran, und träufeln sich die bekannteste Kombination dieser Pflanzenessenzen, die Rescue Tropfen, in jeglicher Notfallsituation auf die Zunge oder in ein Wasserglas: Bei Stress, akuten Ängsten, vor Prüfungssituationen oder bei Überforderung. Als Kind bekam ich sie immer, wenn ich mir meinen Zeh angestoßen oder mal wieder Angst vor dem Kindergarten hatte – ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall.

Neurexan

Aus einer Kombination aus Hafer, Kaffee, Passionsblume und Zink besteht Neurexan, das ich bisher nicht selbst ausprobiert habe, auf das aber mehrere Freunde schwören. Auch dieses Mittel ist rein natürlich und verspricht, bei Stresssymptomen wie nervöser Unruhe und Schlafstörungen zu helfen. Das Stressempfinden soll durch die Wirkstoffe reduziert werden, ohne müde zu machen oder die Fahrtüchtigkeit einzuschränken, auch bei Schlafproblemen soll es helfen, und all das schneller und intensiver als Baldrian.

Wer hat eines der Mittel schon ausprobiert? Habt ihr noch mehr Geheimtipps?

Bild: Baldrian Pharmawiki

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9 Antworten zu “Statt CBD: Natürliche Helfer bei Stress und kreisenden Gedanken”

  1. Tolle Zusammenstellung. Was ich eine Zeit ausprobiert habe und worauf ich auch immer wieder zurückgreife ist Magnesium. Ich merke, dass ich in stressigen Zeiten in der Arbeit dadurch am Abend viel schneller abschalten kann, tiefer schlafe und am nächsten Morgen erholt aufwache.

  2. Schade, dass schwurbelige Homöopathie in Form von Bach-Blüten, die nachweislich nicht über einen Placeboeffekt hinaus wirkt und sonst nur von Esoterik strotzt, hier aufgeführt wird. Das passt leider gefühlt gar nicht ins moderne Bild von euch.
    Dann doch lieber auf die Unterstützung der Freund*innen und die Selbstheilungskräfte des Körpers setzen.

    • Liebe Jule, ich denke, die gesamte Homöopathie oder Bachblüten als schwurbelig abzutun, wird dem Ganzen nicht gerecht – es gibt ja schon sehr viele Leute, die darauf schwören. Auch, wenn am Ende vielleicht der Placeboeffekt für Besserung sorgt. Ob und was man ausprobiert, ist natürlich jedem selbst überlassen. Ich denke, oft hilft eben schon dieses Ritual der Zuwendung sich selbst gegenüber, dass man sich besser fühlt, und weil ich als Kind damit gute Erfahrungen gemacht habe, wollte ich die Rescuetropfen gerne mit auflisten :)

  3. Das ist ja leider gerade das Problem: Bei den Bachblüten und auch bei Globuli beispielsweise geht es rein um den gefühlten Effekt, nicht um einen nachweisbaren. Das mag ja zunächst harmlos klingen, bekommt aber einen sehr bitteren Beigeschmack, wenn es um ernsthaftere Erkrankungen geht und mit nutzlosen, aber teuren „Medikamenten“ die Hoffnung oder Angst kranker Menschen ausgenutzt wird.

    • Ganz klar, hier im Post spreche ich aber nicht von ernsten Krankheiten, die mit Medikamenten therapiert werden müssen, sondern von Gefühlen wie Stress, Angst oder Nervosität – Gefühle, die man oft nicht mit Medikamenten wie Schlaf- oder Beruhigungsmitteln therapieren möchte und sollte, die abhängig machen oder Nebenwirkungen hervorrufen können, oder einen im Alltag müde und unzurechnungsfähig machen.

  4. Achtung bei Johanniskraut im Sommer – es steigert die Lichtempfindlichkeit der Haut und Augen. Bei Tee vielleicht weniger als beim stärkeren Öl, aber trotzdem beachten.

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