8 gute Me-Time-Podcasts für Zuhause

25. September 2019 von in

Zu Hause aufräumen, den Schrank ausmisten, die Pflanzen gießen oder die Regale neu gestalten: Wenn ich die Wohnung um mich herum ordne, ordne ich mich auch ein Stück weit selbst. Und habe für mich herausgefunden, dass ich mindestens einen dieser Abende nur für mich selbst pro Woche brauche, um mich ganz bei mir zu fühlen – und an den anderen Tagen genug Kapazitäten zum Socialisen zu haben. Wenn ich dann also zu Hause ganz für mich bin und putze, ausmiste und herum räume, dann höre ich seit einiger Zeit keine Musik mehr, sondern Podcasts. Diese Kombi ist so unterhaltend wie ein gutes Buch zu lesen oder einen Film zu schauen, während man sich aber trotzdem frei bewegen kann – auch wenn es seltsam klingt, kann ich mir an so manchem Montagabend kaum etwas besseres und entspannenderes vorstellen.

Mit der Zeit habe ich also so manchen Podcast für mich entdeckt, den ich beim Herumräumen so laufen lasse: Hier kommen meine 10 liebsten Me-Time-Podcasts für Zuhause!

Finding Van Gogh

Schon seit meiner Kindheit liebe ich Geschichten aus der Kunst- und Literaturwelt und habe durch die Arbeit meines Vaters Provenienzforschung und Recherchen hautnah miterlebt. Das wohlige Gefühl, das mir diese Welt verschafft, hat mich auch dazu geführt, Kunstgeschichte zu studieren – und mit diesem Podcast fühlt es sich immer an, wieder in die Kunstwelt einzutauchen: Finding Van Gogh, ein Podcast des Städel Museums, erzählt die Geschichte des verschwundenen „Bildnis des Dr. Gachet“ und entführt nicht nur in die Welt der Kunstforscher und -sammler, sondern vermittelt auch die Magie, die ich in meinem Studium so mochte: So viele Hintergründe über ein Kunstwerk herauszufinden, dass man sein volles Wirkungsspektrum wahrnimmt.

Faking Hitler

Ähnlich spannend wie Finding Van Gogh ist der Podcast Faking Hitler, der die unfassbare Geschichte des Fälschers Konrad Kujau erzählt: Anfang der Achtzigerjahre täuschte er Kenner, Experten und allen voran das Magazin Stern damit, im Besitz von Hitlers Tagebüchern zu sein – die er, wie sich später herausstellen sollte, feinsäuberlich selbst geschrieben hatte. Der Stern-Journalist Gerd Heidemann fiel darauf herein, vertiefte den Kontakt zu Konrad Kujau auf fast freundschaftliche Basis, und führte den Stern in die peinlichste Situation seiner ganzen Geschichte. Der Podcast erzählt wahnsinnig spannend und mit Originalaufnahmen von Gesprächen der beiden, wie es dazu kommen konnte.

Rätsel des Unbewussten

Warum verhalten wir uns so, und nicht anders? Warum haben manche Menschen Eigenschaften, die wir einfach nicht nachvollziehen können? Und warum kommen wir selbst oft nicht aus unserer Haut, auch wenn wir es logisch betrachtet doch besser wüssten? Ich liebe es, mich mit Grundlagen der Psychologie auseinanderzusetzen und Dinge besser zu verstehen – mein Lieblingspodcast dafür ist Rätsel des Unbewussten. Er wird von einer Psychologin und einem Psychologen gemacht, die die Grundlagen der Psyche erklären: Was ist Angst, was ist Bindung, und wie kommt es zu Verdrängung? Ich liebe die beruhigende Art dieses Podcasts und bin leider schon fast durch damit.

Der Abgrund

Manchmal möchte ich einfach eine Geschichte hören, statt ein Gespräch. Der Abgrund ist ein Podcast des Hörverlags, der viel eher ein Hörspiel in 10 Folgen ist. Der Protagonist begegnet einer alten Schulfreundin, zu der er aus einem ganz bestimmten Grund den Kontakt abgebrochen hat. Als sie ihn zu ihrem Geburtstag, und dann auch gleich noch zu einem Wochenende zusammen mit den alten Schulfreunden einlädt, willigt er ein – mit einem ganz bestimmten Plan im Kopf. Ein Podcast, den man am Stück durchhören kann – so habe ich es zumindest zusammen mit Amelie auf unserer Fahrt von Südtirol nach Hause gemacht!

Paardiologie

Ich kann nicht oft genug sagen, wie sehr ich Charlotte Roches Podcast liebe – hier habe ich dem Ganzen sogar einen eigenen Huldigungs-Artikel gewidmet. Warum ich den Podcast, in dem Charlotte und ihr Mann Martin radikal offen und ehrlich über alle Höhen, Tiefen und wunden Punkte ihrer Beziehung sprechen, hier nochmal erwähne? Diese Woche sollte er mit Folge 15 eigentlich auslaufen, weil er aber so wahnsinnig vielen gefällt, wird der Podcast jetzt verlängert. Ich freue mich riesig über diese Neuigkeit und hoffe auf noch viele Freitage, an denen eine neue Folge wartet!

Endlich om

Nicht jedes Thema von Stefanie Luxats Interview-Podcast endlich om spricht mich zu 100% an, manche treffen dann aber so richtig ins Schwarze. Der Podcast wendet sich an Frauen zwischen 30 und Mitte 40 und behandelt die Themen der Suche nach dem inneren Einklang, nach Selbstliebe, Nachhaltigkeit und einer Ernährung, die gut tut und glücklich macht. Besonders diese Folgen finde ich sehr inspirierend: Das Interview mit Ernährungswissenschaftler Bas Kast hat mir einige neue Erkenntnisse beschert, und dieses mit Lynn Hoefer macht Lust auf einen großen Einkauf bei Alnatura und auf Vorkochen fürs Büro!

Die Lösung

Noch ein Psychologie-Podcast, der es mir angetan hat: Die Lösung von Puls fokussiert sich ähnlich wie Rätsel des Unbewussten auf psychologische Grundfragen: Was ist Stress, was hat es mit Treue auf sich, wie kann eine Langzeitbeziehung funktionieren? Anders als der erste Podcast ist dieser in Form von Gesprächen aufgebaut: Zwei Moderatorinnen sprechen mit Protagonisten, die ihre Geschichten beispielhaft für das gewählte Thema erzählen. Am Ende steht immer der Versuch, ein Fazit oder eine Lösung zu finden – ein spannendes Konzept, das den Horizont erweitert!

VOGUE Stories

Es gibt viele gute Interview-Podcast, doch VOGUE Stories mag ich ganz besonders. Das liegt zum einen an den wahnsinnig spannenden und gut ausgewählten Interviewgästen wie Nadja Auermann oder Haider Ackermann, die man automatisch mit der VOGUE-Magie verbindet. Zum anderen aber auch an Alexandra Bondi de Antoni, die ich für ihre umhauende Kreativität und ihr wahnsinnig sympathisches Wesen schätze. Eine ganz besondere Folge ist das letzte Interview mit Peter Lindbergh, das nur wenige Tage vor seinem plötzlichen Tod in Paris stattfand.

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6 Antworten zu “8 gute Me-Time-Podcasts für Zuhause”

  1. Hey, merci für die Empfehlungen! Ich muss nun aber doch mal meinen Senf als Psychologin dazugeben, weil es mir bei Antonias Empfehlungen schon mal aufgefallen ist: Freud ist Begründer der Psychoanalyse und war kein Psychologe sondern Arzt. Die wissenschaftliche Psychologie und damit die „Grundlage der Psychologie“, wie ihr es nennt, hat damit wenig zu tun und würde auch nie mit dem „Unbewussten“ argumentieren. Es sind spannende Theorien, da stimme ich euch absolut zu, sie sind aber nicht nachgewiesen und mitnichten wissenschaftlich. Die immer noch in der Bevölkerung weitverbreitete Verwechslung Psychologie = Psychoanalyse („oh, da muss ich aufpassen, was ich sage, sonst analysierst du mich“, „komm ich jetzt auf die Couch?“) tut dem gesamten Fach einen Bärendienst, weil die (wissenschaftliche) Psychologie 1. so viel mehr leistet und es 2. Menschen leider immer noch schwer gemacht wird, mit diesen komischen Vorstellungen ins (psychotherapeutische) Versorgungsnetz einzusteigen und Hilfe zu suchen. Gerade wenn du, Antonia, dich für das Studium interessierst, ist eine Differenzierung hier doch wichtig. Im Großen wie im Kleinen und daher auch hier.

    • Liebe Franni,

      vielen Dank für die Erläuterung :) Mir ist der Unterschied eigentlich klar, dann habe ich mich unglücklich ausgedrückt. Ich bin nämlich großer Fan von Therapie ;) und habe mich intensiv mit den Themen auseinandergesetzt.
      Ist es nicht so – und das ist wahrscheinlich die Problematik an der Sache – dass Freud quasi in erster Linie Neurologe/Psychiater also Arzt war, er aber Mitbegründer der Psychoanalyse war? Somit entsteht dann der Eindruck und das falsche Verständnis?
      Klär mich gerne auf :)
      Liebe Grüße!

    • Hi Franni, bin gespannt was du genau meinst! Ich dachte, der große Unterschied besteht zwischen Psychiater (Arzt, der Medikamente verschreibt) und Paychologe und Therapeut, also Psychologiestudium-Absolvent mit anschließender Therapeutenausbildung. Für diesen Bereich, also tiefenpsychologische und psychoanalytische Gesprächstherapien und die Herangehensweise, bestimmte Themen und Gefühle genauer zu betrachten, interessiere ich mich besonders und genau diese Herangehensweise wird in dem Podcast thematisiert!

  2. Hey ihr beiden, merci für eure Antworten, ich versuche mal, das von vorne aufzudröseln (wohl wissend, dass ihr euch damit ggf. auskennt, andere aber evtl ja nicht). Psychologie ist eine Wissenschaft und mit dem Abschluss des Studiums kann man Forscherin, Schulpsychologin, Verkehrspsychologin, Personalentwicklerin, Trainerin, Forensikerin und noch vieles, vieles mehr werden. Auch Therapeutin in der von euch benannten Zusatzausbildung, die ich übrigens auch gerade mache. Psychologie ist demnach notwendig (zumindest für Erwachsenenpsychotherapie) aber nicht hinreichend, um Therapeutin zu werden. Dafür (und erst dann) kommen dann neben der Verhaltens- und systemischen Therapieschulen die psychodynamischen Verfahren (Tiefenpsychologie und Psychoanalyse) ins Spiel, die aber nicht Inhalt des vorhergegangenen Studiums sind (nur noch ganz selten und dann eher unter einem „historischen“ Gesichtspunkt).
    Wenn ihr also von Grundlagen der Psychoanalyse/psychodynamischen Therapie sprechen wollt, ist Freud euer Mann. Aber nicht, wenn es um die Grundlagen der Psychologie geht, da haben wir Fächer wie allgemeine, differentielle, methodische, biologische, Entwicklungspsychologie etc. pp. und es handelt sich um eine empirische Wissenschaft, in der psychodynamische (= u.a. freudsche) Konzepte nicht vorkommen, weil nicht prüfbar.
    Wenn ihr also bei eurem Interesse für Therapie von den „Grundlagen der Psychologie“ sprecht und eigentlich ein Interesse für den spezifischen Teil der psychodynamischen Therapieverfahren meint, bitte ich um Differenzierung, da sonst die Vermischung Psychologie = (Therapie) = Psychoanalyse aufrecht erhalten wird und wie oben genannt auch echt zu Problemen führen kann und auch suggeriert, dass die Psychologie sich mit Themen wie dem freudschen Unbewussten befasst, das tut sie natürlich nicht.
    Die Psychoanalse hat ihre große Zeit gehabt und verfügt nach wie vor über eine starke Lobby, wissenschaftlich fundierte Therapieerfolge ist sie aber bis heute schuldig und das finde ich wichtig zu wissen
    Zu deinem Argument, Antonia, es gibt da keinen Widerspruch zwischen Freud = Arzt und Freud = Begründer der Psychoanalyse, weil letztere wie schon gesagt nichts mit der Psychologie als Wissenschaft zu tun hat und es dennoch auch heute noch zu den von mir ganz oben genannten komischen Voruteilen gegenüber Psychologen kommt.
    Zu deinem Thema, Milena, der Unterschied zwischen ärztlichen Psychotherapeutinnen und psychologischen Psychotherapeutinnen ist genau der von dir benannte: Ärzte können Medikamente verschreiben, Psychologen nicht. Letztere haben aber eine längere und intensivere Ausbildung plus das Psychologiestudium. Ein Psychiater muss nicht zwingend Psychotherapeut sein, du kannst auch als Allgemeinarzt die Ausbildung machen.
    Ich hoffe, ich konnte eure Einwände bedienen. Mir ist eine differenzierte Sprache in dem Bereich einfach sehr wichtig, weil Stigmatisierung und falsche Vorstellungen Leute bis heute davon abhalten, Hilfe zu suchen.

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