Drei Monate mit Pepe: Über das Leben mit einem Hund und all eure Fragen

3. Mai 2021 von in

Vor drei Jahren erfüllte ich mir meinen größten Wunsch: Eine Katze zog bei mir ein. Ich bin mit Katzen aufgewachsen, ich wusste, irgendwann würde ich wieder eine Katze haben. Doch bis ich den Schritt gehen konnte, mir die Verantwortung für ein Tier zutraute, vergingen Jahre. Selbst als ich 2018 schon auf dem Weg war, Polly abzuholen, dachte ich: Oh Gott, ich mache einen Fehler. Als Polly dann aus ihrer Transportbox stolperte, mich anschnurrte, waren alle Zweifel vergessen. Ein Leben ohne Polly ist für mich heute unvorstellbar. Dass ich mir zweieinhalb Jahre später auch noch mit einem Hund leben würde, ahnte ich da noch nicht. Gut drei Monate ist Pepe jetzt bei uns – und auch hier fühlt es sich so an, als wäre es nie anders gewesen. Polly und Pepe – es könnte nicht schöner sein.

Trotzdem ist der Schritt zu einem Hund ein viel massiverer, als bei einer Katze. Katzen sind eigenständig, brauchen kaum Erziehung und essen, wann sie Lust haben. Polly ist glücklich, wenn sie morgens raus darf und ich ihr ihr Essen serviere. Pepe braucht als Welpe doch noch sehr viel mehr Aufmerksamkeit – und vor allem Erziehung. Und trotzdem: Das Leben mit Tieren macht mich unendlich glücklich.

Meine erste Katze gab mir, egal wie glücklich oder traurig ich war, das Gefühl, dass sie für mich da ist. Und jetzt habe ich hier zwei Tiere, die mir jeden Tag auf ihre ganz eigene Art und Weise ihre Liebe zeigen. Ich kann mir kein Leben ohne Tiere vorstellen, das wusste ich schon als Teenagerin, und ich bin so froh, dass ich den Mut hatte, meine (berechtigten) Zweifel nach reiflicher Überlegung über Bord zu werfen. Manchmal muss man einfach springen, der Rest fügt sich dann. Trotzdem ist es gut, sich vorher gut zu informieren, mit anderen Hundebesitzer:innen zu sprechen und gut abzuwägen: Kann ich eine gute Katzen-Mama oder ein guter Hunde-Papa sein?

Seit Pepe bei uns eingezogen ist, haben mich unzählige Fragen zum Leben mit Hund erreicht.
Ich habe all eure Fragen gesammelt – hier kommen meine ganz persönlichen Antworten auf alle FAQ zu Pepe und einem Leben mit Welpe.

Ein Welpe vom Züchter oder doch lieber ein geretteter Hund aus dem Tierheim?

Ich hätte so gerne einen Hund aus dem Tierheim oder einem Tierschutzverein gerettet. Jedes Mal, wenn ich die Fotos des Münchner Tierheims auf Facebook sehe oder wieder einen Tierschutzverein auf Instagram entdecke, möchte ich am liebsten alle Hunde und Katzen retten. Warum wir uns am Ende doch für einen Hund aus einer seriösen Zucht entschieden haben? Polly. Ich habe bereits eine Katze, die ich heiß und innig liebe. Und so war klar: Wenn wir einen Hund holen, muss es ein Tier sein, das mit Katzen klarkommt. Nur: So genau weiß das niemand bei geretteten Tieren. Der Tierschutzverein riet mir davon ab, weil die meisten Hunde eben doch eine kleine Überraschungstüte sind. Also entschieden wir uns schweren Herzens gegen ein kleines Fellmonster aus der Ferne oder dem Tierheim. Ich wollte einfach keinen Hund nach Hause holen, den ich am Ende abgeben muss, weil er wegen schlechter Erfahrungen Katzen hasst. Und so blieb uns nur ein kleiner Kerl, der noch keine blöden Erfahrungen mit Katzen gemacht hat und Polly freudig begegnet.

Grundsätzlich bin ich aber gerade beim Thema Hund Team „Adopt don’t shop“, zumindest wenn es die Umstände zulassen. Es gibt so viele herrliche Hunde, die so dankbar sind, wenn sie endlich ein gutes Zuhause finden. Meine Nachbarin hat beispielsweise den süßesten Hund aus Rumänien – und er lernt so schnell so gut. Und ist mit seinem Alter auf jeden Fall sehr viel entspannter, als ein Welpe.

Inwiefern war die Rasse für euch ausschlaggebend für die Wahl des Hundes?

Auch hier ist Polly schuld. Denn ich habe wirklich intensiv recherchiert, welche Hunde besonders gut mit Katzen können. Google verriet: Golden Retriever und Labradore oder eben Golden Doodles oder Labradoodles. Und: Ein Welpe wäre für Katzen am besten, da junge Hunde die Katze einfach in ihr Rudel aufnehmen. Und so entschieden wir uns für einen Labradoodle. Ausschlaggebend war hier auch die Allergikerfreundlichkeit wegen des geringen Haarverlusts. Anschließend recherchierten wir nach guten, vertrauenswürdigen Züchter:innen.

Wo habt ihr angefangen nach Hunden zu schauen?

Da klar war, dass ich keinen Hund aus dem Tierschutz retten kann, habe ich ganz klassisch das Internet nach seriösen Züchter:innen durchforstet. Bei den meisten Züchter:innen stand auf der Website: „Derzeit keine Annahme von Wartelisten-Interessenten“. Als wir uns fast schon damit abgefunden hatten, unsere Suche auf das nächste Jahr zu legen, stolperte ich in einem Tierforum über eine Nachricht unserer jetzigen Züchterin. Sie hatte einen frischen Wurf und Welpen abzugeben. Wir schrieben sie spontan an, beschrieben unsere Alltagssituation und gaben an, dass wir auch nach Corona freiberuflich von zu Hause aus arbeiten. Nach dem Abschicken hofften wir einfach auf eine Rückmeldung. Zwei Stunden später war klar: Sie hat noch einen einzigen Welpen übrig und würde ihn gerne an uns abgeben. Die Züchterin hatte unsere Mail überzeugt. Ihr war wichtig, dass wir auch nach Corona noch Zeit für den Hund haben und er nicht mehr als vier Stunden am Tag alleine zu Hause ist. Ich sage immer, wir hatten mehr Glück als Verstand. Wir waren einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort – oder auch: Pepe sollte zu uns finden.

Ich denke auch über einen Hund nach. Welche Kosten sollte ich einkalkulieren?

Tatsache ist, dass seit Corona die Nachfrage nach Hunden massiv gestiegen ist. Wenn man derzeit von einem Hund träumt, sollte man frühzeitig die Augen und Ohren offen halten. Denn gerade bei seriösen Züchter:innen sind die Wartelisten bereits voll. Ein Beispiel: Wir fragten im Dezember 2020 bei einer Züchterin in Österreich an und hätten frühestens 2023 einen Welpen von ihr haben können. Klar, wer seit Kindesbeinen von einem Hund träumt, wartet vielleicht auch gerne. Aber die meisten Hundebesitzer:innen tragen diesen Wunsch dann doch schon länger mit sich herum, der Entschluss wird erst dann gefällt, wenn man sich ganz sicher ist. Wenn man sich dann endlich dafür entschieden hat, ist es hart, drei Jahre auf einen Hund zu warten. Kurz: Die Nachfrage ist gerade riesig, das Angebot – gerade bei Züchter:innen – eher mau. Und das bestimmt die Preise. Zahlte man vor Corona noch einen niedrigen vierstelligen Betrag für einen Welpen, kann dieser nun ums Doppelte gestiegen sein. Das klingt happig, aber ein Hund ist eben keine Spaß-Anschaffung, sondern eine Entscheidung für eine lange Zeit. Wer nicht so viel Geld ausgeben will oder kann, ist bei Tierschutzvereinen und Tierheimen an der richtigen Adresse. Hier zahlt man oft nur eine Schutzgebühr und bleibt im niedrigen dreistelligen Bereich. Finger weg sollte man definitiv von unseriösen Züchtern und schnellen Privatverkäufen auf eBay Kleinanzeigen lassen. Wenn von privat nur nach ausreichender Prüfung. Und: Aus dem Kofferraum kauft man keinen Welpen, aber ich denke, das ist klar.

Wichtig: Mit dem alleinigen Kauf des Hundes ist es noch nicht getan. Als Neu-Hundeeltern braucht man Hunde-Accessoires und natürlich auch Essen. Hier haben wir zu Beginn locker nochmal 500 Euro ausgegeben (Tierbox, Bett, Leine, Geschirr, Näpfe, Anmeldung des Hundes etc.). Auch die Bücher über Hundeerziehung haben mich im Vorfeld locker 30-50 Euro gekostet. Fürs Futter bezahlen wir um die 100-150 Euro im Monat (wir barfen Pepe in Absprache mit einem Hunde-Ernährungsexperten), ein Hundefriseur kostet alle zwei bis drei Monate gut 200-300 Euro (zumindest hier in München), eine Hundetrainer-Einzelstunde 65 Euro und auch der Tierarzt muss bezahlt werden. Wer schlau ist, legt jeden Monat etwas Geld für größere Eingriffe und Notfälle zur Seite. Alternativ gibt es zur Sicherheit auch Tier-Krankenversicherungen ab 5 Euro im Monat.

 

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Was braucht man als Erstausstattung?

Ich glaube, hier verhält es sich wie bei der Geburt eines Babys. Eigentlich braucht man wirklich nicht viel, man kann aber unendlich viel kaufen. Wir haben zu Beginn nur eine Transportbox für Pepe gekauft, ein kleines Geschirr sowie eine leichte Schleppleine. Gefüttert haben wir ihn erst aus alten Schüsseln von mir, später haben wir auch richtige Näpfe gekauft (vorher wäre er darin versunken). Außerdem haben wir einen Kong zum Knabbern besorgt, ein Stofftier zum Beißen und einen Ball. Snacks und Essen kamen oben drauf.

Nach drei Monaten ist natürlich eine größere Box eingezogen, auch ein kuschliges Bett hat Pepe bekommen. Letzeres habe ich bei Made.com gekauft. Denn wirklich schöne Tiersachen zu finden ist auch eine Herausforderung für sich. Die Näpfe stehen mittlerweile auf einer Matte und ein neues Geschirr samt Leine hat er auch. Das Essen haben wir von Trockenfutter auf Barfen umgestellt. Ich würde sagen, man besorgt wirklich erstmal nur das Nötigste und kauft dann nach und nach das, was man wirklich braucht. Hunde sind auch sehr glücklich, wenn sie an einer alte Decke rumkauen können. Man braucht also nicht alles sofort.

Was uns den Alltag auf jeden Fall erleichtert: ein Gitter, in dem er schlafen und toben kann, während wir arbeiten. Noch können wir ihn nicht unbeaufsichtigt in der Wohnung rumlaufen lassen, sonst knabbert er uns alles an. Aber mit diesem Gitter ist er mittendrin und wir können neben ihm konzentriert arbeiten.

Wie anstrengend ist Welpenerziehung wirklich?

Ehrlich: mega anstrengend. Ich wusste, ein Welpe ist nicht ohne, aber dass es so anstrengend sein kann, hätte ich nicht erwartet. In den ersten Wochen sind die Stunden nur so an mir verflogen, gefühlt lebte man nur im Rhythmus des Hundes und kam zu nichts anderem. Ich bin ehrlich, mein Freund und ich hatten auch mal einen Tag, an dem wir dachten: Warum zur Hölle haben wir uns das angetan? Aber ihr könnt euch denken: Der Gedanke war so schnell wieder weg, wie er gekommen war. Es ist einfach anstrengend, plötzlich bestimmt ein kleines Tier deinen Alltag und es dauert, bis das Tier versteht, wie dein Alltag so läuft. Jeder, der sich einen Welpen zulegt, sollte sich bewusst sein, dass es gerade in den ersten Wochen wirklich anstrengend ist. Aber das Durchhalten lohnt sich. Jetzt sind wir schon ein eingespieltes Team, dass ich den schlafenden kleinen Racker manchmal nur glückselig anstarre. So anstrengend die ersten Wochen waren, so schön wird es nach und nach. Und hey, wir sind immer noch nicht bei einem erwachsenen Hund. Dann wird es bestimmt grandios.

Welche Veränderungen des Alltags hattest du so nicht erwartet?

Wie sehr ein Hund, den Alltag bestimmt. Gerade in den ersten Wochen und Monaten gibt der Welpe an, wann dein Tag beginnt. Jeden Morgen pünktlich um 7.30 Uhr wacht Pepe auf und muss dann relativ bald auch raus. Wer sich jetzt denkt: Was? So früh? Ja, wir sind mittlerweile froh über 7.30 Uhr. Wir hatten auch Nächte, in denen wir um 3 und um 5 Uhr rausmarschiert sind, weil Klein-Pepe dringend mal musste. Das war zum Glück nach 14 Tagen relativ schnell vorbei, ein Frühaufsteher ist er trotzdem geblieben. Zumindest bis jetzt. Befreundete Hundebesitzer:innen haben mir versichert, Hunde schlafen irgendwann auch mal aus. Und solange stehen wir eben früh auf.

 

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Bist du ganz allein für Pepe verantwortlich oder hast du Unterstützung?

Ohne meinen Freund hätte ich wahrscheinlich keinen Hund. Er war die treibende Kraft, ist mit Hunden aufgewachsen, hatte bereits einen Hund und wollte gerne wieder einen. Und ich? Ich machte einfach mit. Ehrlicherweise bin ich ihm dankbar, denn alleine hätte ich mir niemals einen Hund zugetraut. Im Team kriegen wir das gut hin und ich ziehe meinen Hut vor Alleinstehenden, die einen Welpen wuppen. Egal, ob zu zweit oder alleine: Sorgt dafür, dass ihr euch auch mal eine Auszeit vom Hund gönnen könnt. Ich spreche aus Erfahrung. Auch wir als Duo haben ein, zwei Personen, die den Hund mal für ein, zwei Stunden bespaßen würden, wenn wir beispielsweise ins Museum wollen.

Kurz: Zu zweit ist es wirklich gut machbar, man wird zum Team und merkt schnell, wo die Schwächen des Einzelnen liegen. Gemeinsam ergänzen wir uns gut – und ich gebe zu: Irgendwie schweißt uns das auch zusammen.

 

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Welcher Aspekt in Bezug auf Verantwortung oder Alltag hat dich am meisten überrascht?

Ein Hund strukturiert den Alltag. Das muss einem bewusst sein, und so hat mich dieser Punkt nicht allzu sehr überrascht. Im Gegenteil, ich mag die täglichen Spaziergänge, die Auszeiten, die Pepe einfordert und die mich vom Laptop wegreißen. Trotzdem ist es eine Umgewöhnung, man ist nicht mehr ganz so flexibel und man muss eben auch Verantwortung für das Tier übernehmen. Überraschend fand ich, dass der Hund wirklich die eigene Gefühlswelt spiegelt. Bin ich gestresst, ist er es auch. Bin ich geduldig, ist er es auch. Wenn man das einmal verstanden hat, funktioniert vieles sehr viel besser.

Als Katzenmama war und ist es für mich ungewohnt, bei einem Hund eine so klare Erziehung durchzuziehen. Katzen machen einfach ihr Ding, Erziehung bringt hier so gut wie nichts. Dass Polly kommt, wenn ich sie mit ihrem Namen rufe, ist wahrscheinlich mehr Glück als Erfolg. Bei Hunden ist es anders. Sie brauchen Erziehung, damit das Leben für alle Beteiligten langfristig schön ist. Vernunftmäßig weiß ich es, emotional fällt es mir manchmal schwer, so streng zu sein. Hier hat mir das Lesen von Büchern geholfen sowie Gespräche mit anderen Hundebesitzer:innen. Und natürlich auch unsere Erfolge.

Wie übst du das Alleinebleiben?

Wir üben derzeit ganz leicht das Alleinebleiben, in dem wir ihn immer mal wieder im Raum alleine lassen und in den Garten gehen. Außerdem verabschieden wir uns immer von ihm, wenn einer von uns das Haus verlässt. Unsere Hundetrainerin hat uns geraten, in den nächsten Wochen öfter die Wohnung zu verlassen und die Zeit der Abwesenheit dann langsam zu verlängern. Wenn er müde ist, klappt das Alleinebleiben sehr gut. Ist er topfit, bellt er nach uns – aber ich denke, das ist für einen 5 Monate alten Welpen relativ normal.

Hund ohne Garten – ist das möglich? Was macht man, wenn der Hund schnell raus muss?

Ja, das ist auf jeden Fall möglich. Wer keinen Garten hat, muss nicht zwingend jedes Mal vom fünften Stock in den Hof hetzen. Es gibt sogenannte „Pipi-Rasen“, auf denen der kleine Hund sein Geschäft verrichten kann, wenn es beispielsweise 3 Uhr nachts ist. Bei uns waren die nächtlichen Unterbrechungen nach wenigen Tagen schon Geschichte. Auch stubenrein war er innerhalb von drei Tagen. Pepe hatte schnell gecheckt, er nur draußen sein Geschäft erledigen soll. Wenn doch etwas daneben ging, lag es an uns. Dann waren wir beispielsweise zu beschäftigt, um seine Zeichen wie Bellen oder zur Terrassentür rennen übersehen haben. Wir haben uns trotz Garten relativ früh dazu entschlossen, wirklich regelmäßig morgens, mittags und abends mit ihm rauszugehen, damit er lernt, dass das seine Zeit-Slots fürs Geschäft sind. Ich könnte mir vorstellen, dass es so manche Menschen mit Garten eher dazu verführt, den Hund „mal nur schnell“ in den Garten zu lassen. Dabei soll er ja lernen, die Gassirunden effektiv zu nutzen.

 

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Was magst du besonders am Leben mit Hund?

Polly ist zwar schon sehr menschenbezogen, ein Hund ist aber nochmal eine andere Hausnummer. Er ist komplett fixiert auf dich. Wenn mein Freund und ich spazieren gehen, und ich laufe in eine andere Richtung, fiept er. Das Rudel soll zusammenbleiben. Und genau dann schmilzt mein Herz. Anders als mit einer Katze verbringt man mit einem Hund nochmal viel mehr Zeit. Er ist jetzt einfach immer mit dabei, egal, wohin wir gehen. Außerdem komme ich nochmal mehr raus, entdecke meine Spazierwege ganz neu und habe immer einen Gefährten an meiner Seite. Ich persönlich liebe das Leben mit Hund.

Gibt es für dich auch negative Seiten am Hunde-Mama-Sein?

Wenn man mal die Anfangs-Anstrengung abzieht, würde ich sagen: nein. Alles, was sich verändert und vielleicht auf den Außenblick negativ wirkt, weiß man in der Regel, bevor man sich einen Hund oder generell ein Tier nach Hause holt. Klar, wir sind weniger flexibel, wir haben immer einen Hund im Anhang, unser Alltag hat sich anders strukturiert und wir müssen immer für Pepe (und Polly) mitdenken. Aber all diese „negativen“ Punkte werden ja wieder aufgewertet: Der Hund gibt einem so viel, so viel Liebe, so viel Wärme, so viel Enthusiasmus. Ich glaube, ich bin einfach gerne umgeben von Tieren und somit auch sehr gerne Hunde-Mama.

Was macht ihr mit Pepe, wenn ihr in den Urlaub fahrt?

Ich persönlich bin ja sowieso nicht so der Fernreise-Typ, sodass wir eigentlich planen, in Zukunft unsere Urlaube mit dem Auto oder der Bahn zu machen. Pepe kommt dann einfach mit. Ob Italien, Österreich oder Skandinavien: Wir packen Pepe ein und düsen los. Und wenn wir doch einmal fliegen, einen anstrengenden Städtetrip planen oder ich doch unbedingt durch Los Angeles marschieren will: Unsere Familien freuen sich schon, auf Pepe aufzupassen.

 

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Wie funktioniert das Zusammenleben mit Polly?

Gut. Ich wusste ja, dass meine liebste Polly eine coole Katze ist, die ziemlich unerschrocken gegenüber Hunden ist. Aber dass sie so cool ist, hatte ich auch nicht erwartet. Von Tag 1 war sie neugierig, lief nicht vor dem wuseligen Welpen weg, sondern sah ihn sich aus sicherer Distanz an. Kam Pepe ihr zu nah, gabs einen Pfotenpatscher oder ein Gefauche. Pepe wich zurück und alle waren wieder entspannt. Seit knapp zwei Wochen bemerke ich aber, dass es einen Shift gab. Die Distanz ist weniger, Polly miaut, wenn Pepe zu nah kommt, das Fauchen hat sie eingestellt. Und werfe ich den Ball, rennen beide Tiere hinterher. Ich bin zuversichtlich, dass Polly und Pepe noch gute Freunde werden. Dann, wenn der Welpe etwas ruhiger ist und Polly weiß: Ich bin immer noch die Königin im Haus.

Können Hunde Angst spüren?

Ich denke ja. Ich war jedoch noch in keiner Angst-Situation mit ihm. Was ich aber bemerke: Wenn ich mit Pepe spazierengehe, fühle ich mich sicherer. Als wäre ich eben nicht alleine unterwegs, auch wenn er eben nur ein Hund ist. Und: Dank Pepe erkunde ich wieder neue unbekannte Orte – und das ist für mich als Angsterkrankte echt gut.

Würdest du es wieder tun?

Ja. Ganz klar. Ich liebe Tiere, ich liebe meine Polly, und ich liebe Pepe. Tiere machen das Leben so reicher. Sie rücken vieles in Perspektive, man kümmert sich nicht mehr nur um sich, sondern eben um ein Lebewesen. Ich mag es. Schon immer. Und auch wenn ich nie geplant hatte, einen Hund zu besitzen, schätze ich mich sehr glücklich, das erleben zu dürfen.

Ihr habt noch mehr Fragen? Dann her damit! Ich beantworte sie gerne in den Kommentaren! 

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3 Antworten zu “Drei Monate mit Pepe: Über das Leben mit einem Hund und all eure Fragen”

  1. Wow was für ein wunderbarer Text! Und er kommt genau zur richtigen Zeit für mich, denn heute darf ich einen Hund aus dem Tierschutz kennenlernen für den ich mich beworben habe. Nach Monaten des Hin und Her überlegen, Hundebücher lesen usw. bin ich nun doch von Selbstzweifeln geplagt. Kann ich einem Hund ein gutes Leben bieten? Was wird sich in meinem Alltag alles verändern? Dein Text hat mir ganz viele Fragen beantwortet und mich sehr zuversichtlich gestimmt. Vielen Dank dafür!

    • Oh wie schön! Ich wünsche euch eine gute Eingewöhnungszeit und ganz viel Geduld :) so sehr anstrengend es sein kann, so toll ist es dann auch wieder :) viel Freude euch beiden!

  2. Aw so ein schoener Artikel, Antonia! Ich durfte die ersten Monate mit dem neuen Golden Retriever Welpen der Mutter meines Freundes miterleben und hatte davor ueberhaupt gar keine Ahnung wieviel Arbeit diese kleinen Lebewesen machen – kaum passt man zwei Sekunden nicht auf, wurde schon wieder auf den Teppich gepinkelt! Aber ’sleepy cuddly puppy mode‘ macht das alles wieder wett.

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