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Kolumne: Serious Hair Issues

11. Mai 2014 von in

Es ist wohl ein ewiger Kreislauf. Ich habe normalerweise lange Haare, die sich an Good-Hair-Days im besten Falle in weichen Wellen um mein Gesicht winden, in den Enden in Korkenzieherlocken auslaufen, dazu einen easy Mittelscheitel. Diese Frisur ist unkompliziert, schön und die Haare können sogar lufttrocknen, also ist sie auch noch Splisszeitpunktaufschiebend. Was will man also mehr?

In regelmäßig wiederkehrenden Abschnitten will ich anscheinend so ziemlich genau das Gegenteil: Aalglatte Haare mit einem geraden, kurzen Pony, der kein durch-die-Haare-fahren und auch keinen Windstoß duldet. Für diese Frisur entscheide ich mich meistens im Frühherbst. Das ist die Zeit, in der spontane Schwimmaktionen seltener werden, keine tropischen Temperaturen die Haare kräuseln und eine Mütze erfolgreich Windstöße und Fahrradgegenwind abhalten kann. In dieser Jahreszeit gibt es für mich keine schönere Frisur als den  perfekten Pony zu perfekt glatten Haaren, sogar der Aufwand, der damit verbunden ist, macht mir Spaß. Ich stehe wieder gerne im Bad, kämme und glätte und trage sogar wieder Lidstrich und Lippenstift.

Es gibt ja diese Mädchen mit Haarstrukturen, die diese Frisur ohne Probleme tragen können, auch wenn ein Windstoß oder Sprühregen ihnen in die Quere kommt. Ich gehöre nicht dazu, und auch wenn ich gerne mit meinem glatten Pony und der glatten Mähne „i woke up like this“ rufen würde – es wird einfach nie so sein. Die Realität sieht morgens ziemlich zerwuschelt, gekräuselt und abstehend aus, und es ist eine ganze Menge Anti-Frizz-Creme, Haarspray und eben der intensive Glätteisen-Einsatz nötig, damit diese Frisur so aussieht, wie bei den Naturglatten.

Spätestens, wenn der Frühling dann da ist, die Mützenzeit vorbei und ein Windstoß keine Frieranfälle, sondern wohlige Erfrischung auslöst, ist es vorbei mit der Ponyfrisur. Nichts wünsche ich mir mehr, wenn es wärmer wird, als meine unkomplizierten Mittelscheitelwellen. Ich höre auf, mir den Pony zu schneiden und feuere die kurzen Strähnen jeden Morgen an, doch bitte noch ein Stückchen länger zu werden. Und jedes Mal aufs Neue vergesse ich, wie unfassbar lange diese Prozedur dauert.

Bis die Haare hinters Ohr gehen, muss man mindestens zwei Monate warten. Bis sie sich locker-flockig in die Haarwellen links und rechts des Mittelscheitels mit eingliedern, ist es schon fast wieder Herbst geworden. Dazwischen befindet man sich in einem Stadium des Haarhasses, der Seitenpony von 2001 wird zwangsweise wieder eingeführt oder lässige Wegflechtaktionen versucht, an denen ich immer scheitere. Den Übergangslook habe ich definitiv nicht raus, auch zahlreiche Google-Aktionen helfen nicht wirklich. Hatte ich mich im Winter mit dem perfekten Glattponylook haarmäßig immer ziemlich stilsicher gefühlt, ist es in der jetzigen Übergangssituation ein allgegenwärtiges medium-naja-Gefühl. Der Seitenscheitel ist zwar nicht schön, die nach links weggezwirbelte Strähne aber noch weniger. Dann eben der Seitenscheitel und das tägliche Hoffen, dass die Haare bald mal wenigstens bis hinter die Ohren gehen. Und dazu die Frage: Soll ich mir das Ganze nächstes Jahr wieder antun?

So ganz werde ich mich wohl nie zwischen beiden Haarstadien entscheiden können. Weil ich mich aber, worauf mich eine Freundin kürzlich erst wieder hinwies, durch meine Unentschlossenheit die meiste Zeit im ungeliebten Zwischenstadium befinde, hier der verzweifelte Aufruf an euch: Was sind die besten Übergangslösungen zum Ponyrauswachsen?

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14 Antworten zu “Kolumne: Serious Hair Issues”

  1. „Dann eben der Seitenscheitel“ – ich finde, er steht dir ausgezeichnet. Gefällt mir persönlich sogar besser als dein gerader Pony. Deine Frisur in den letzten beiden Posts sieht toll aus!

  2. Kein Mittelscheitel! Die Haare einfach lässig auf eine Seite werfen und die kurzen Pony-Stähnchen darunter verstecken! Mach das mal einen Monat und du wirst dich freuen, wie weit dein Pony danach schon ist. Mache gerade das gleiche durch wie du ;)

  3. Abgesehen davon bin ich eine kurzhaarige Frau & lasse grade meine Blondierung rauswachsen (bevor ich ev. von vorne anfange!) also außer Geduld keine guten Tipps. Ich frage mich, wann man mit seinen Haaren so bei sich selbst ist, dass man sie nicht mehr ändern will…

    • Ich glaub den Punkt gibt es nicht. Irgendwie will man immer was, dass man bei anderen sieht. Besonders wenn es bei einem selber nicht (gut) geht. Ich hätte zum Bespiel gerne mal einen coolen Bob, aber meine Haare machen das nicht mit und eine Freundin von mir würde sofort ihre glatten Haare gegen Milenas Naturwellen eintauschen.

  4. Das ist eben der Grund, weshalb ich mir keinen geraden Pony schneiden lassen würde. Mal abgesehen davon, dass das bei lockigen Haaren sowieso ganz schlimm aussieht.
    Was ich machen würde an deiner Stelle, wäre mich noch ein bisschen zu gedulden, sodass dein Pony noch einen Zentimeter wächst und dann entweder einen Mittelscheitel machen und den Pony abstufen lassen oder eben einen Seitenscheitel tragen und wieder den Pony abstufen lassen.

  5. Was Wegflechten&Co angeht kann ich nur empfehlen immer weiter üben, erstmal vielleicht nur zu Hause tragen wenn du nicht ganz das Vertrauen in deine Flechtkünste hast, aber nicht aufgeben…mit der hier kriegt man evtl. den Pony aus dem Gesicht: http://kupferzopf.com/flechtfrisuren/haarband.html, ansonsten kann ich http://www.youtube.com/user/CuteGirlsHairstyles nur empfehlen, es hat mir viel geholfen beim flechten an meinem eigenen Kopf besser zu werden einfach nur durchs zugucken bei denen^^
    Ansonsten find ich den Vorschlag von Jule ganz gut, Haare mehr auf einer Seite tragen und den Pony darunter verstecken.
    Vielleicht solltest du beim nächsten mal einen schrägen längeren Pony schneiden lassen, der wächst sich schneller raus als so ein gerader.

  6. Ich hatte das Problem auch ziemlich lange – obwohl ich super glatte Haare hab, konnte ich mich nie für eine Ponylänge entscheiden und das „Rauswachsenlassen“ sah eher dämlich aus… BIS zu dem Zeitpunkt als ich mich von der lieben Alexa Chung hab inspirieren lassen und von da an Mittelscheitel mit langem Pony trug – und das sah klasse aus und verlockt mich jetzt auch immer mal wieder meinen inzwischen kinnlangen Pony abzusäbeln.

  7. hey,
    ich habe so ziemlich das gleiche wiederkehrende haarproblem und eine ähnliche haarstruktur. mir hat es beim übergang geholfen, den pony auszudünnen. so konnte ich ihn erstens leichter zur seite stylen und zweitens lassen sich die haare so viel leichter wegklemmen.

  8. ich habe die glatten haare, die immer glatt sind und meine freundin sagt jedes mal, schneid dir einen pony mit diesen glatten haaren. aber NEIN! denn auch ich kenn das rauswachs-problem nur zu gut. achso und ich hätte lieber locken. wie das eben so ist :)

  9. Bei mir war das Herauswachsenlassen des Ponys das Beste, was ich machen konnte, denn meine Friseurin und ich sind uns einig, dass bei mir ein herauswachsender Pony am besten aussieht. Seit Jahren schneiden wir ihn nun wie einen überlangen Pony. Er endet dann an den Wangen und lässt sie dadurch weniger rundlich erscheinen bei mir. Die Schauspielerin Clemence Poesy hat diesen Look auch lange getragen.

    Mit Pony war mir das Leben immer zu kompliziert. Er hing strähnig in die Augen oder musste mit Haarspray regelrecht festzementiert werden. Wehe, wenn mal ein paar Regentropfen in der Luft unterewgs waren! Ohne Pony wirkte mein Gesicht aber zu rundlich, das Haar hing schlapp herunter. Es war bei mir also auch ein ewiges Hin und Her mit dem Pony. Mit 30 bin ich dann zur Vernunft gekommen :) und bei der Herauswachsvariante geblieben.

    Auf den Bildern gefällst du mir eindeutig mit diesem zur Seite liegenden Pony am besten, liebe Milena!

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