Outfit: Die Sache mit der Fairness

19. Oktober 2014 von in ,

Jacke: Mango (Sale!) / Tasche: A.P.C. / Rock: H&M (ähnlicher hier) / Oberteil: Topshop (ähnliches hier) / Schal: Selected / Schuhe: Hien Le for Zign

Diese Woche ging es für Amelie und mich mal wieder nach Düsseldorf. Diesmal waren wir auf kleiner Fair-Fashion-Mission und besuchten Hess Natur im Showroom, um über faire Mode und das „Zero Waste“ Prinzip zu sprechen – dazu bald mehr! Mal wieder musste ich leider feststellen, kaum wirklich fair produzierte Teile oder Materialien wie Biobaumwolle im Schrank hängen zu haben. Das Thema ist zwar schon lange auf unserem Radar, und mein Shoppingverhalten hat sich in den letzten zwei Jahren auch schon sehr verändert, aber die Umstellung auf Fair Fashion ist eben nicht gerade leicht zu realisieren.

Bisher praktiziere ich eher das Weniger-ist-mehr-Prinzip und kaufe gerne hochwertige, schlichte und klassische Teile, von denen ich lange etwas haben werde, wie die A.P.C. Tasche. Auch die Hien Le Stiefeletten, der Wollschal oder die Wildlederjacke sind absolut zeitlose Klassiker, mit denen ich sehr glücklich bin. Bei schlichten und klassischen Teilen möchte ich meinen Fokus auf jeden Fall noch mehr auf Fair Fashion Labels lenken. Bei auffälligeren Klamotten bzw. Trendteilen wie dem Rock und dem Spitzenoberteil kaufe ich dann aber immernoch eher bei H&M und Co., weil die Mode und der Geschmack sich eben doch ständig verändern. Wie ist das bei euch? Kriegt ihr es hin, die altbekannten Ketten zu vermeiden oder kommt ihr auch (noch) nicht drum herum?

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19 Antworten zu “Outfit: Die Sache mit der Fairness”

  1. hmmm ich finde die Thematik auch sehr wichtig, aber mich stört ein bisschen daran, dass oft außer acht gelassen wird, dass viele sich das einfach nicht leisten können. So schön und hochwertig ich zum Beispiel die Acne Schals finde….aber bei dem Gedanken über 100 Euro für einen Schal auszugeben kriege ich fast Gänsehaut. Und mir geht es als Student, der neben bei wohlgemerkt arbeitet, noch nichtmal finanziell total mies. Aber so was könnte ich mir einfach nicht leisten. Ich sehe dadrin teilweise ein bisschen die Gefahr, dass Marken doch wieder zu hochgepusht werden (wovon man ja durch den second hand hype etwas weggekommen ist) und letztendlich die Leute mit kleinem Geld darunter „leiden“, oder noch schlimmer, dass es letztendlich nur Trend wird hochwertige Sachen zu kaufen alleine aus prestige Gründen, verkleidet hinter der guten Idee „fair“.
    Dennoch ist es natürlich wichtig zu versuchen Labels, die schlechte Arbeitsbedingungen haben, nicht zu unterstützen.
    Ein bewusstes Shopping-Verhalten sollte natürlich bei jedem Budget möglich sein, aber nicht jeder kann sich die großen Marken leisten. Vllt wäre es ja eine Anregung für euch mal einen Artikel darüber zu schreiben, wie man auch mit weniger Geld bewusst shoppen kann. Dein Outfit finde ich übrigens sehr schön!

    • Ja, ich bin ganz deiner Meinung. Ich kaufe bisher, wenn ich nicht mehr bei den altbekannten Ketten einkaufe, zugegebenermaßen gerne bestimmte Teile von teureren Lieblingsmarken. Wie eben den Acne Schal, weil ich mich so viel mit Mode und bestimmten Marken beschäftige, dass ich vor allem dort gucke, wenn es um besondere „Investitionen“ wie einen Wollschal oder eine schlichte Ledertasche geht. Tatsächlich faire Mode zu kaufen, ist aber nochmal ein anderer Ansatz, und da kommen Marken wie Hess Natur ins Spiel – würde man beim ersten Gedanken nicht mit toller Mode assoziieren, aber durch die Größe des Labels hat es auch viele schöne, schlichte und klassische Teile im Sortiment, die man sich auch als Student leisten kann. Biobaumwollshirts zum Beispiel. Da gehen wir aber bald nochmal in einem seperaten Post drauf ein – auf Hess Natur, aber auch auf deine Anregung zu allgemein leistbarer aber fairer Mode. Danke dafür!

  2. Seit etwa einem guten halben Jahr meide ich überraschend konsequent H&M, Zara und die gesamte Inditex-Gruppe, Mango und wie sie alle heißen. Und ja – es funtkioniert erstaunlich gut. Nicht nur, dass es gerade für Basics wirklich finanzierbare Alternativen gibt (-> grundstoff.net etc.), mein ganzes Shopping-Verhalten hat sich merklich verändert. Mittlerweile genieße ich es, nicht mehr in überfüllten und chaotischen H&M Filialen Nerven und Geld zu lassen, sondern lege mir lieber bewusst das eine oder andere nette, gern etwas höherpreisige, dafür fair produzierte Teil zu, das ich immer und immer wieder anziehen mag. Und auch Labels, die fair produzieren, haben regelmäßig Sale, zudem ist 2nd Hand Shopping immer eine Option (und das, obwohl ich in der allerpiefigsten Kleinstadt lebe – Hurra, Internet…). Als ich angefangen habe, mein Einkaufsverhalten zu überdenken, habe ich mir ein „Trendteil“ pro Saison von H&M oder Zara offen gehalten, um den „kalten Entzug“ abzumildern – und noch keins gekauft. Scheinbar hat sich nicht nur mein Einkaufsverhalten geändert, sondern auch mein Stil… Ich glaube, wenn man sich nicht vornimmt, sofort die ganze Welt zu retten und nur noch fair/ hochwertig/ bio zu kaufen, sondern lieber im eigenen, umsetzbaren Rahmen eins nach dem anderen ändert – statt den 5 Primark-Shirts ein fair produziertes, mal 2nd Hand durchsehen, ist dieses Unterfangen durchaus umzusetzbar, ohne den Spaß an der Mode zu verlieren, im Gegenteil!

    • Kann dem Text über mir nur zustimmen und besonders den letzten Teil! Es gibt sehr viel zu endecken, viele kleine Modellabels und spannende Alternativen zu beispielsweise Leder! Falls ihr Interesse an Tipps habt, bin ich mir sicher, dass durch einen Aufruf so einiges Zustand käme!

  3. Ich gebe ca. 300-400 Euro im Monat für Kleidung aus. Da ist viel Mittelpreisiges dabei: COS, &other stories, Massimo Dutti. Das ein oder andere Teil von zara und Konsorten und das ein oder andere hochpreisigere „Designer-Teil“.

    Obwohl ich jährlich rund 5000 Euro für Klamotten ausgebe, habe ich nicht viele Sachen. Mir gefällt sehr wenig und mit meinen finanziellen Möglichkeiten tue ich mir schon schwer, die Sachen die ich gerne hätte in einer angemessenen Qualität zu finden und sie dann noch bezahlen zu können.

    Für mich wäre es wirklich eine sehr große Challenge, nur noch fair trade zu kaufen – die Auswahl schränkt sich schon sehr ein und aktuell ist mir das einfach noch zu mühsam. Ich bestelle auch ungerne online weil ich die Sachen vorher probierer und sehen möchte.

    Würde mich über einen „fair trade shopping-guide“ sehr freuen… Viele Bezugsquellen sind einem gar nicht bekannt.

    • Grade bei deinem Budget muss ich dir wiedersprechen,
      es gibt durchaus unglaublich viele Alternativen und eben auch „Luxuslabels“,
      welche eher in Europa/Amerika produzieren lassen. Besonders junge Labels
      achten vermehrt auf Fairness und grade wenn das Budget höher ist, gibt es
      da viel spannendes, wie beispielsweise von Studenten aus Amsterdam, welche
      Minimalistische, spannende Kleidung entwerfen, und dabei von Anfang an
      auf ihre Produktionsbedingungen achten.

      Ein kleines Beispiel für eine faire Lederalternative sind Taschen von MattundNatt,
      schau doch hier mal rein!

      http://mattandnat.com/

  4. Es gibt sehr viele Alternativen zu den üblichen Shoppingmöglichkeiten. Zum Beispiel Kleiderkreisel oder andere Plattformen, wo man auch Neuware kaufen kann. Wieso bringt ihr nicht mal darüber ein Beitrag?
    Mein Kleiderschrank besteht zu 70 % aus Kleiderkreiselware sowie aus Klamotten, die ich mit Freuden getauscht oder geschenkt bekommen habe. Auch finden sich dort natürlich neugekaufte Klamotten aber da achte ich mittlerweile auf Qualität, damit ich länger was davon habe.

    Ich finde ihr macht echt tolle Beträge und ich muss ehrlich sagen ihr kommt viel authentischer rüber als viele andere Blogger und zu dem seit ihr auch ne tolle Inspirationsquelle.

    • Danke für deinen lieben Kommentar! Schau mal, zu Kleiderkreisel im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit haben wir sogar schonmal einen Post gemacht: http://www.amazedmag.de/kleiderkreisel-nachhaltigkeit-und-eine-tauschparty/
      Ich finde Kleiderkreisel und ähnliche Seiten auch eine sehr schöne und gute Anlaufquelle, wenn man sein Shoppingverhalten überdenken will. Gerade Amelie findet dort ständig richtig tolle Teile. Mir fehlt da nur leider oft die Geduld. Aber ich sammle jetzt mal faire Shoppingmöglichkeiten und da wird Kleiderkreisel natürlich auch in die Liste mit aufgenommen!

  5. Ich mag dein Outfit und Artikel sehr, aber letztlich ist doh nicht der gezeigten Teile „fair“ – egal ob Trendteil von H&M oder Klassiker wie der Acne-Schal. Kann der Weg zu fairer Mode wirklich in der Reduktion auf wenige „nicht faire“ Teile liegen? Ich möchte dich gar nicht angreifen noch denke ich, besser Bescheid zu wissen oder mich zu kleiden, dennoch habe ich das Gefühl, dass Argumentation sehr fragwürdig ist.

    • Nein nein, da hast du mich falsch verstanden. Natürlich sind weder ein Acne-Schal, noch H&M Teile fair – ich bin noch weit davon entfernt, meinen Kleiderschrank mit fairer Mode zu füllen, was ich eben im Rahmen dieses Hess Natur Events mal wieder festgestellt habe. Zwar habe ich angefangen, mein Shoppingverhalten umzustellen, aber eben noch nicht in die fair fashion Richtung – das habe ich aber jetzt vor, zumindest wenn es um klassische, schlichte Teile geht und eben nicht um Trendteile!

      • gut gut ,aber hess natur würde ich nun nicht zu den „modischsten“ Fairtrade labels zählen. .Im Grunde genommen ist viele Fairtrademode die man heute so erwerben kann vom Aussehen ja nichts anderes als andere (Designer oder eben h&m mode auch) ,nur eben besser produziert..siehe zum beispiel nurmi
        http://store.nurmiclothing.com/

      • Falls du Tipps zu bestimmten Sachen brauchst, frag ruhig! Bin seit ca. einem Jahr umgestiegen und ich hätte niemals gedacht das die Welt der fair-produzierten Kleidungsstücke so stilvoll und schön ist! Und z.T. auch richtig bezahlbar! Hess NAtur ist bestimmt super für Basics, aber es gibt soo viele Frische Alternativen!

  6. Ich schaffe es einfach (noch) nicht. Bisher konnten mich ehrlich gesagt auch noch keine fairen Labels überzeugen. Ich mache das eben auch eher so wie du Milena und kaufe einfach bewusster und überlege ein paar mal hin und her ob ich ein Teil wirklich brauche. Ich schmeiße auch nie Kleidung weg. Was ich nicht mehr mag wird bei KK oder Ebay verkauft.

  7. Liebe Leute ,es git ne super seite mit vielen fairtrade shop ,und die sachen dort kann man nun wirklich vergleichen mit designermode also von wegen alles „Öko“ ausschauend!!..und ausserdem sollte es einem doch ein klein bischen leichter fallen,nicht mehr bei h&m etc zu kaufen ,wenn man sich wirklich mal zu augen führt ,wer schlussendlich drunter leidet!

    http://www.futurefashionguide.com/eco-sustainable-fashion-stores/#filter=.for-women.clothes.stylish.fair-trade-fashion

    kann euch den „Fair fashion guide“ vom enorm magazin echt ans herz legen,super gute shop vorstellungen etc…http://www.thisisjanewayne.com/news/2013/11/18/magazin-tipp-enorm-fair-fashion-shopping-guide/

  8. Ich bin schon länger Kundin bei hessnatur, aber meine Sachen sind noch nicht alle fairtrade. Inzwischen hat sich bei hessnatur in den letzten zwei Jahren einiges getan, der Label ist schicker geworden.
    Am grünsten ist dasjenige Kleidungsstück, das am längsten getragen wurde. Da hilft vor allem das Konzept der „capule wardrobe“ enorm. Weniger ist eben mehr.

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