schwarze strumpfhosen

Schwarze Strumpfhosen – over & out?

15. Juli 2014 von in

Über kein anderes Teil in meinem Kleiderschrank habe ich mich schon mehr aufgeregt, als über eine schwarze Strumpfhose. Es wäre eigentlich so einfach. Kaputte, zerlöcherte oder schlecht sitzende Strumpfhosen sollte man wegschmeißen. Sofort. Aber man tut es einfach nicht. Trifft man bei der Suche nach einer gut sitzenden Strumpfhose ohne Loch auf ein Laufmaschenexemplar, schmeißt man es wütend auf die Seite und wühlt weiter, findet unversehrte Exemplare, die sich aber als Leggings rausstellen, dann eine Strumpfhose ohne Loch, die aber beim Tragen rutscht. Bis man endlich eine gute gefunden hat, ist neben einem schon ein Haufen entstanden. Am Ende wandert der untaugliche Haufen dann wieder in die Strumpfhosenschublade, und der ganze Mist geht beim nächsten Mal wieder von vorne los.

So wahnsinnig mich die Strumpfhosensuche macht, so wenig kann ich mir mein angezogenes Leben ohne sie vorstellen. Strumpfhosen sind nicht nur eines der bequemsten Dinge, die man seinen Beinen antun kann, sie erlauben es auch, das ganze Jahr über Röcke und Kleider zu tragen. Vor fünf Jahren hatte ich keine einzige Jeans im Kleiderschrank und die schwarze Strumpfhose war quasi an mir festgewachsen. Stilmäßig fühlte ich mich ja schon immer am wohlsten in Kleidern, und Hosen waren 2009 ja auch wirklich dermaßen out. Die Strumpfhose war für mich immer das ultimative Basicteil, das die Beine wärmt und sie anzieht, ohne eine Hose zu sein, und außer zum Dirndl gab es für mich überhaupt nicht die Frage, ob die Strumpfhose dazu passt oder nicht. Ist halt schwarz und universell einsetzbar.

Dann kam das Revival der Hose. Die Jeans kam in den letzten Jahren selbst unter den Blümchenkleidmädchen von damals wieder auf, für mich persönlich nimmt sie inzwischen einen ebenso wichtigen Stellenwert ein wie die Strumpfhose. Im modischen Sinne hat die Hose aber inzwischen die Strumpfhose gefühlt gänzlich abgelöst. Neben der Jeans gibt es jetzt Culottes, Marlenehosen und und und, und wenn ein Kleid oder Rock getragen wird, dann fast ausschließlich zum nackten Bein. Vielleicht liegt es am Midi-Trend, der den Rocksaum zur Wade hin verlängert hat – hier sieht eine Strumpfhose zugegebenermaßen unpassend aus. Wenn kein nacktes Bein, dann tauchen in Editorials momentan höchstens Hosenbeine unter langen Kleidern und Röcken auf. Aber auch unabhängig von Midilängen: ungefähr die gesamten Herbst/Winter Kollektionen für 2014 waren durchzogen von nackten Beinen zu kurzen Hosen und Röcken, wenn nicht sowieso eine lange Hose im Spiel war.

Klar, nackte Beine sehen auf der Show einfach besser aus, und kaum ein Mensch abseits der Fashion Week wird im klirrenden Winter einen kurzen Rock ohne Strumpfhose tragen, weil es so cool aussieht. Aber, das stellte ich kürzlich mit Schrecken fest, die schwarze Strumpfhose ist vom Wohlfühlbasic zu so etwas wie dem kleineren Übel geworden. Bevor man sich zu Tode friert, zieht man sie eben an, aber schön ist was anderes – oder?

Amelie stellte sogar die Theorie auf, dass die schwarze Strumpfhose in absehbarer Zeit genauso undenkbar ist, wie die hautfarbene, glänzende Version. Panisch stammelte ich darauf so etwas wie „ultimatives Basicteil“ und „zeitlos“, aber so ganz sicher bin ich mir auch nicht. Ohne schwarze Strumpfhose wäre mein Leben auf jeden Fall um einiges komplizierter, und auch im Winter möchte ich nicht auf Kleider und Röcke verzichten. Allein aus praktischen Gründen müsste sich die Strumpfhose demnach sowieso halten, oder?

Was denkt ihr, die schwarze Strumpfhose – bleibt sie für immer oder hat sie ein Verfallsdatum?

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20 Antworten zu “Schwarze Strumpfhosen – over & out?”

  1. Ach, ich weiß nicht. Ich habe mir letzten Winter auch schon Gedanken darüber gemacht … mittlerweile finde ich, dass die schwarze Strumpfhose den Gesamt-Look ein bisschen kaputt macht. Deshalb hab ich mir vorgenommen in der kalten Saison auf dunkelgraue Exemplare in dezenter Zopfstrick-Optik zurückzugreifen. Mit ’ner ordentlichen Portion Layering kann das bestimmt ganz hübsch aussehen. Ob das jetzt „in“ ist, ist eine andere Frage, aber mir gefällts! :)

  2. lol
    Ein Leben ohne schwarze Strumpfhose? Undenkbar!
    Ich bin so gar nicht der Hosentyp und mag im Winter auch nicht auf Kleid/Rock verzichten.
    Nääää *kopfschüttel*
    LG
    Liz

  3. ich mag strumpfhosen! und musste sehr lachen über deinen ersten absatz. oh man, wieviele exemplare ich schon gesammelt habe. inzwischen zwinge ich mich, die alle paar monate auszusortieren, aber der stapel wird nicht kleiner. ich gehört allerdings auch zu der fraktion, die farbige strumpfhosen super findet.. auch wenn sie in real life niemals so gut aussehen wie an den preppy gossip girl ;)

    also. nein, ich mag mir ein leben ohne strumpfhose nicht vorstellen und finde, zu vielen outfits macht ein mattes, schwarzes exemplar sogar was her.
    zu hosen würd ich es aber gern weniger sehen, dieser destroyed- shorts- halbstransparente strumpfhose-girlie-festival-style hängt mir zum hals raus.

    • Ja, mir auch! Du hast schon recht, ich finde auch, dass eine matte schwarze Strumpfhose viele Outfits aufwertet. Aber eben nur bestimmte, und die, zu denen eine Strumpfhose nicht passt, sieht man einfach wieder häufiger. Vielleicht ist das der Grund…

      Ich sortiere übrigens auch immer wieder aus, aber irgendwie ist es wie verhext und die kaputten Dinger mischen sich trotzdem immer unter die unversehrten!

  4. Haha, der erste Absatz ist so gut.
    Oft habe ich ein Bein schon angezogen, alles tutt, um dann beim zweiten Bein festzustellen, dass doch ein Loch da ist, dass das zweite Bein irgendwie fusselig ist oder dergleichen. Ich hasse es.

    Manchmal dauert es 15 Minuten, bis ich eine „ordentliche“ Strumpfhose gefunden habe.
    Gerade gestern habe ich 12!!! Exemplare probiert und dieses mal immerhin dann alle auch ins Jenseits befördert.

  5. Neeeeeein, die schwarze Strumpfhose muss bleiben!
    Du hast schon recht, es gibt outfits, da passt sie nicht so richtig, aber für mich werden Kleider immer mit schwarzer Strumpfhose gepaart und basta! ;-)

  6. für mich NIE ohn!ganz einfach weil meine beine übersäht sind mit flecken..da stellt sich gar nicht die frage obs nicht schöner ohne wäre!und auf kleider, shorts oder midiröcke verzichten möchte ich auch auf keinen fall ALSO lang lebe die strumpfhose!!

  7. Erkennen wir uns nicht alle wieder im ersten Absatz? :)
    Wenns kälter wird frieren oder auf Röcke verzichten? Nein danke. Ob in oder out, für mich ist sie unverzichtbar. Ich trage aber auch sehr gern die dunkelgraue oder halbtransparente Version damit es nicht so hart wirkt.

  8. Hahah ich musste so lachen, das ganze anprobieren und dann in die Ecke schmeissen und beim nächsten Mal wieder das gleiche Dilemma- so wahr! Ich haaaassse es!
    Ich will mir schon die ganze Zeit n System überlegen, wie ich das vermeiden kann… ich melde mich wenns soweit ist :D

    x
    joyce

  9. ich würde auch nie auf die schwarze strumpfhose verzichten – es gibt ja auch keine vernünftige alternative, wenn man auch bei kälte kleider und röcke anziehen will. die schwarze strumpfhose wird bleiben, da bin ich mir sicher!

  10. ach ihr! <3! ich dachte ich wäre die einzige mit dieser chaotischen strumpfhosenschublade. warum werfe ich die dinger nicht weg, wenn sie kaputt sind??? vielleicht ist das ein ausdruck meiner liebe zu ihnen, ich werde schwarze strumpfhosen immer tragen, sobals es etwas kälter ist, immer, das ist sicher!

    x

  11. Schwieriges Thema.

    Mode wird heutzutage in Kalifornien gemacht. Das liegt geographisch auf der Höhe von Tunesien. Und in Tunesien sind Strumpfhosen selbst im Winter eher unangebracht.

    Wo es kälter ist, könnten sie sehr sinnvoll sein. Aber „Sinn“ & „Mode“ tun sich eher schwer miteinander.

    Wenn du dich wirklich „cool“ fühlen willst, solltest du niemals Strumpfhosen tragen und akzeptieren, dass dein Modebewusstsein der Zahl deiner Blasenentzündungen (pro Jahr) entspricht.

    Wer schön sein will, muss leiden.

    Okay. Mittlerweile hat selbst Heidi Klum keine Lust mehr auf Blasenentzündungen und trägt selbst in Kalifornien Strumpfhosen. Ihrem Kontostand nach ist diese Frau aber nicht völlig blöd und darf deshalb also nicht einfach als Vorbild betrachtet werden.

    Wer voll cool sein will, verzichtet also lieber auf alles, was sinnvoll und dem Klima angepasst sein könnte und steht offen zu möglichst vielen Blasenentzündungen.

    Ich persönlich lehne deshalb – speziell im Winter – jegliche Kleidung (abgesehen von meinen 20 cm Stilettos) völlig ab.

    Strumpfhosen sind was für Weicheierinnen oder unmodisch denkende Menschen. Für die Sorte krankhaft vernünftiger Menschen, die selbst dann, wenn sie noch nie Germany’s Next Top Model wurden, selbstbewusst durchs Leben gehen können.

    Glücklicherweise sind solche Menschen sehr selten.

    Liebe Grüße,
    Tanja

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