Trends Tried & Tested: Das Revival der weißen Boots

19. Februar 2018 von in ,

Marie verfolgen wir schon seit Jahren im Internet, kennen uns über Blogkommentare und mittlerweile auch persönlich. Als Marie bei Journelles als Redakteurin anfing, hätte unsere Freude nicht größer sein können. Endlich mehr Marie! Mittlerweile hat sich die Berlinerin für den mutigen Schritt in die Freiberuflichkeit entschieden. Sie schreibt für verschiedene Modemagazine und ist im Berliner Modekosmos zu Hause. Wir finden aber: Von Marie sollte man weiterhin nicht nur lesen, sondern auch sehen – also haben wir uns die frischgebackene Freelancerin geschnappt und mit ihr eine eigene Kategorie entworfen. Wir sagen also hello, Marie – und freuen uns auf euer Feedback!

Puh, da haben mir Antonia, Amelie und Milena aber ganz schön heftige Modehausaufgaben für die erste Runde unserer neuen Ausgabe „Trends Tried & Tested“ gegeben: weiße Boots. Beim ersten Gedanken daran musste ich innerlich in mich hineinschmunzeln, denn ganz so fern ist mir das helle Schuhwerk, das gerade seine Prominenz in sämtlichen sozialen Netzwerken feiert, gar nicht. Aufgewachsen bin ich nämlich unweit eines berühmten Berliner Strichs, und was soll ich (ganz ehrlich) sagen? Dort waren weiße Boots wohl nie aus der Mode, allerdings tauchen sie meist in geschnürter und kniehoher Variante auf.

Dabei hat die Farbe Weiß doch eigentlich eine ganz unschuldige Bedeutung und steht für Reinheit und Unschuld – und ist in unserer Schuhwelt doch schon seit Jahren präsent: richtig, unsere geliebten weißen Sneaker! Jetzt feiert die Farbe allerdings auch in der Ankle-Boot-Version ihr Trend-Comeback, nachdem sie zwischenzeitlich sehr verpönt war. Schuld ist die Dreifaltigkeit der Luxuslabels: Céline, Balenciaga und Vetements. Die zeigten ihre Modelle bei den Modenschauen für Herbst/Winter 2017 und behielten mit ihrer Prognose Recht.

Fotos via Vogue Runway

Und wie das so ist mit Balenciaga, Vetements und Co., lange blieb der Trend nicht auf den Runways, sondern wurde Mir-Nichts-Dir-Nichts-Kopiert, landete in den Highstreet-Läden und damit auch an den Füßen der Insta-Girls – und das nicht nur in Form von spitzen Ankle-Boots, wie wir sie bei Céline und Vetements gesehen hatten, sondern auch als kniehohe Sixties-Boots, Overknees oder mit abgerundeter Spitze und Blockabsatz. Auch wenn ich Trends im ersten Moment immer kritisch gegenüber stehe und mich frage: „Brauche ich das wirklich noch in meinem Kleiderschrank?“ und „Passt das auch zu meinem persönlichen Stil?“ wurde ich schnell schwach. Instagram und seine #ootds hatten zugeschlagen, und ich musste bei dem Foto von Paulina Forsberg nachgeben.

Danach ging dann die große Instagram-Recherche los: Wie kombiniere ich die Boots am besten? Welches Modell soll es sein? Es folgt ein kleiner Einblick in mein Social-Media-Brain und meinen Outfit-Inspirations-Ordner:

Gesehen, gesagt und getan hatte ich mir mein Modell der weißen Boots auserkoren: klobige, flache Chelsea Boots wie die von Paulina Forsberg. Und der Shopping-Gnott war mir gnädig! Ich fand das besagte Modell für minus 70 Prozent im & Other Stories Sale – es wollte sich wohl kein anderer an die Teile herantrauen, mein Glück! Mein Fund begeisterte mich sehr, der Blick meines Freundes bei den Schuhen machte mir aber klar: Wir haben es mit einem echten Man Repeller zu tun – wirken da etwa nur die Lackmodelle mit Plateauabsatz?!
Aber in Zeiten von Girlpower ist mir das natürlich vollkommen egal, ganz im Gegenteil, die Schuhe geben mir – anstatt mich wegen so manch eines frechen Blicks zu verunsichern – ein ganz neues Gefühl: das Veronika-Heilbrunner-Feeling! Denn die Modeikone ist schließlich für ihre chunky Boots und flachen Schuhe bekannt, bei einer Körpergröße von 1,86m hat sie das auch wirklich nicht nötig – und ich wagte mich an den Vroni-Look wagemutig trotz fehlender zehn Zentimeter heran.

Herausgekommen sind bei dem modischen Trend-Experiment diese drei Outfits.

Outfit 1

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, und so halte ich mich mit meinen weißen Porzellanschuhen auch an diese Weisheit und starte schlicht. Zusammen mit der karierten Stoffhose und einem lässigen Wollpullover komme ich mir überhaupt nicht verkleidet vor, ganz im Gegenteil, die klobigen Boots tun dem Outfit sogar gut und verjüngen es – quasi das Anti-Aging-Modell der Schuhe.

Mantel: J. Lindeberg, Pullover: & Other Stories (ähnlich hier), Hose: & Other Stories, Boots: & Other Stories (ähnliches Modell hier), Tasche: Proenza Schouler (Alternative hier)

Outfit 2

Tatsächlich war ein Midi-Kleid das Erste, was mir beim Anblick der Schuhe bei & Other Stories durch den Kopf ging. Das karierte, gerüschte Modell von Maje ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ich bin ganz verliebt und freue mich schon, wenn ich es endlich ohne Strumpfhosen tragen kann. Das hätte dem Outfit hier auch gut getan, aber wie ihr erkennt: Es hat geschneit. Und weil mich die Grippewelle noch nicht erfasst hat, werde ich das Schicksal nicht durch Bare Legs herausfordern. Deswegen auch die Jeansjacke. Geht aber auch so, oder?

Jeansjacke: Proenza Schouler (ähnlich hier), Kleid: Maje, Boots: & Other Stories (ähnlich von Vagabond)

Outfit 3

Das alltagstauglichste und wohl tragbarste Outfit unter allen. Jeans und Blazer sind mein Go-To-Outfit, auf das ich im Berufsleben nicht mehr verzichten kann. Weißes T-Shirt oder Longsleeve darunter, Shoulder Bag und die Boots – das könnte ich tatsächlich jeden Tag so tragen. Mein Lieblingslook des Trendexperiments!

Blazer: & Other Stories (ähnlich hier), T-Shirt: Zara (Alternative hier), Jeans: Levi’s Vintage, Boots: & Other Stories (Alternative hier), Tasche: Proenza Schouler (ähnlich hier)

Mein Fazit:

Weiße Boots sind auf den ersten Blick vielleicht gewöhnungsbedürftig (und zugegeben: nicht gerade praktisch bei Berliner Schmuddelwetter), aber wenn man das richtige Modell findet, dann sind sie auch im Alltag tragbar. Für Anfänger empfehle ich flache Modelle mit schwarzer Sohle, Profis können dann auf spitze Ankle Boots à la Céline umsteigen. Ich jedenfalls bin ganz verliebt in meine Schönwetter-Schuhe und werde sie (trotz strafender Boyfriend-Blicke) in Zukunft häufig tragen – danke also für die modische Hausaufgabe ihr Drei!

Aber was denkt ihr: weiße Boots – yay oder nay?
Welches Outfit ist euer Favorit? Und gibt es einen Trend, den ich für euch testen soll?

Mehr weiße Boots aus den Onlineshops:

 

(Fotos Header: instagram.com/tamumcpherson, instagram.com/tineandrea, instagram.com/darjabarannik)

Fotos: Lukas König

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12 Antworten zu “Trends Tried & Tested: Das Revival der weißen Boots”

  1. Aaah, wie toll, wieder von Marie zu lesen! Ich muss schon sagen, die Outfit-Posts haben mächtig an drive verloren, seitedem Du nicht mehr Bestandteil bei Journelles bist. Umso mehr freut mich dieser Beitrag! Achja, den weißen Boots kann ich nichts abgewinnen, fände aber Paperbag-Jeans in der nächsten Runde spannend… Liebe Grüße!

  2. Juchu!!! Marie! Wie schön. Ich freue mich sehr, ab sofort endlich wieder von dir zu lesen und dann noch mit so einer tollen, neuen Serie. Weiße Boots finde ich an anderen (z.B. an dir) immer mega, selbst tragen würde ich sie irgendwie nicht. Ich weiß gar nicht warum… Vielleicht schaue ich doch noch mal im Sale. ;)

    Ein toller Beitrag jedenfalls mit sehr schönen Outfits.

    Ganz liebe Grüße Neele

  3. maries chelsea boots sehen auf den fotos meinen hellgrauen/taupefarbenen docmartenschelsea boots { die eigentlich für männer sind} seehr ähnlich. ich liiiebe sie, sie sind zwar klobig aber ich ziehe sie zu fast allem an und niemand hat die gleichen.
    schön, dass du da bist, marie!
    xx jules

  4. ..ich mag diese Kategorie mit Marie. Vielleicht auch deshalb, weil Marie immer gut aussieht.Ich finde
    die weißen Boots mittlerweile „hot“ und möchte eigentlich ein Paar kaufen.
    Zu den Outfits: 1 und 2 sind für meinen Geschmack spannender als Outfit 3 – aber alle drei sehen gut aus.

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