Cherry Picks: Von grünem Kolonialismus, Schrebergartenträumen, einer Kunst-Kooperation und allerlei anderen schönen Internetfunden

3. Juli 2020 von in
  1. Der Juli – die zweite Hälfte von 2020 – ist angebrochen. Es kann nur besser werden, nicht? Damit ihr fürs Wochenende eine Menge Lesestoff und Inspiration habt, kommen hier unsere liebsten Artikel und allerlei andere Internet-Funde.
In Brandenburg wurde diese Woche das Paritätsgesetz verabschiedet. Ab sofort müssen im Landtag mindestens genauso viele Männer wie Frauen sitzen. Ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung? Jein. Margarete Stokowski schreibt im Spiegel auf, warum dieser Schritt wichtig ist, und trotzdem irgendwie ein paar Jahrzehnte zu spät kommt. 

Was ist ein fairer Preis für ein Tshirt? Diese Frage stellte diese Woche die US-amerikanische Vogue und schob gleich hinterher: „higher than you think“. Und 5 Dollar reichen dabei einfach nicht. Ein spannender Einblick in die Modebranche mit der immer wieder währenden Erinnerung, dass bewusster Konsum so wichtig ist.

„Fast alle Rohstoffe, die für grüne Technologien benötigt werden, sind konfliktbehaftet. Ökonomisch, ökologisch sowie Menschenrechte werden im globalen Süden für einen schnittigen E-Roller, der durch Berlin-Mitte cruist einfach mal aus dem dreifach verglasten Fenster geworfen.“

Ciani vom Rosa Mag schreibt über grünen Kolonialismus, und ich habe selten so viel in einem Artikel gelernt. Es ist so spannend zu sehen, dass Friday for Future zwar augenscheinlich eine weltweite Bewegung ist, aber am Ende nur eine Zukunft für bestimmte Teile der Erde einplant. Der Rest fällt hinten runter und zahlt den Preis für unser gutes Gewissen.
Das Rosa Mag macht wahnsinnig gute Arbeit, klärt auf und zeigt die Lebenswelt Schwarzer Menschen. Kein Wunder, dass Ciani diese Woche auch zu den Top30 bis 30 von Medium gewählt worden ist. Wir sagen herzlichen Glückwunsch!

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Wow! 😮

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Outfitinspiration

Lazy, einfach und simpel. Das ist in diesen Tagen mein Outfit-Motto. Die größte Inspiration für meinen Look ist Elina Olofsson. Ich liebe die monochromen sportlichen Looks und möchte alles genau so anziehen. Nur manchmal greif ich dann doch zum Blümchenkleid. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Must read

Ich weiß, ich nerve, aber manchmal ist Vorsicht eben besser als Nachsicht. Ich wiederhole mich also und sage: Corona ist noch nicht vorbei, auch wenn es sich so anfühlt. Ja, wir sollen alle wieder raus, wir sollen das Leben genießen und wir sollen auch endlich wieder ein Sozialleben haben. Aber 1. gibt es einen Haufen RisikopatientInnen, die mit Schrecken das momentane Geschehen betrachten und 2. der Virus ist noch immer da. Also bitte weiter Abstand halten und Händewaschen. Warum? Nach dem Artikel der New York Times wisst ihr es. Hier berichten Ärzte und Genesen von den Nachwehen des Virus, wie sie mit Atemnot, Muskelschwäche und Schwindel kämpfen – auch Wochen nach dem Erholen. Das deckt sich leider mit den Erfahrungen meiner Mitmenschen, die Corona hatten. Heißt: Passt weiterhin ein bisschen auf euch auf und denkt ans Miteinander. Lesepflicht für alle!

Das dänische Label Baum und Pferdgarten begleitet uns schon seit den Anfängen von amazed. Wir besuchten die Shows in Kopenhagen, standen in Kontakt mit den DesignerInnen und freuen uns, dass das Label für seine Pre-Autum-Kollektion „Back to Back“ sieben junge Künstler*innne supportet. Alle ausgewählten Künstler*innen durften sich von der aktuellen Kollektion inspirieren lassen. Neben Künstler*innen wie Tone Linghult, Requilia Woerdings und Aislinn Finnegan zählt auch unsere liebe Freundin Laura Bohnenberger zu den Auserwählten. Wie wundervoll! Wir gratulieren – und empfehlen einen Blick auf die Kunstwerke und die Kollektion. Bitte hier entlang.

Geträumt habe ich die Woche von dem Land. Von Ruhe, lauen Sommernächten, Grillen und wahrscheinlich viel Mücken, die ich in meinen Träumereien verdrängt habe. Manchmal ist die Landsehnsucht so groß in mir. Ich liebe München, aber ich weiß, dass es mir irgendwann wie Anja geht und ich aufs Land flüchte. Wenn nur zeitweise. Am liebsten dann mit Stadtwohnung in München und Ruheoase auf dem Land. Solange träume ich von einem herrlichen Bett im Kornfeld und einem Sonnenuntergang.

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I wish 💭 via @elviratyt

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Passend dazu habe ich mich diese Woche in den Schrebergarten von Stefanie Luxat von Ohhhmhhh verliebt. Das Havsten Sofa stand auch ganz lange auf meiner Wunschliste für meinen Garten, aber budgettechnisch war es einfach nicht drin. Jetzt sehe ich es bei Stefanie und weiß, sollte ich irgendwann ein Haus am Land haben, muss es dieses Sofa sein. Solange überlege ich, ob der Sessel nicht einziehen darf. Und ich wünsche mir – trotz Garten – einen Schrebergarten oder ein Häuschen, das ich so wunderschön renovieren kann wie diese Laube. Was für ein Traum.

Gekauft

Eigentlich wollte ich dieser Tage nichts kaufen, aber dann kam ein Wochenende, das mich jegliche Nerven kostete, dass ich mich, nachdem der Stress überstanden war, einfach belohnen musste. Diese Bluse von meinem allerallerallerliebsten Fair-Fashion-Label The Odderside ist bei mir eingezogen und ich liebe sie. Außerdem erinnert sie mich daran, dass man vieles schaffen kann, auch wenn der Horizont noch nicht zu sehen ist.

Herrlich normal inszeniert die Ehefrau Soyeon Schröder-Kim unseren Altkanzler Gerhard Schröder. Trotzdem muss ich jedes Mal lachen, weil die Inszenierung so unbeabsichtigt komisch ist, dass man meine, hier würden sich Boomer an das neue Internet heranwagen. Maria Hunstig vom SZ-Magazin analysiert das Internetverhalten – und den Kleidungsstil der Schröders und bestätigt mir: „Am Ende sind die Schröders mit ihren Arbeitsersatzhandlungen genau das, was sie so zwanghaft versuchen, zu inszenieren: Ganz normale Leute. Mit ein paar tausend mehr auf dem (Instagram-)Konto.“
Und das ist vielleicht das Geheimrezept des erfolgreichen Instagram-Kanals.

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2 Antworten zu “Cherry Picks: Von grünem Kolonialismus, Schrebergartenträumen, einer Kunst-Kooperation und allerlei anderen schönen Internetfunden”

  1. Interessante Highlights. Den Artikel aus dem Rosa Mag habe ich gleich mal gelesen, weil mich Dein Teaser dazu so gewundert hat und ich mich besonders in diesem Bereich gerne weiterbilde. Leider war ich nach der Lektüre des Artikels auch nicht klüger als vorher, was denn nun Fridays for Future mit grünem Kolonialismus zu tun hat. Ich will nicht ausschließen, dass hier nicht auch noch das eine oder andere verbesserungswürdig ist – aber FFF ist ja eine weltweite Bewegung – auch im globalen Süden vertreten – und ich weiß, dass man sich der fürchterlich ungerechten Tatsache, dass die, die am wenigsten Verantwortung für den Klimawandel tragen bereits jetzt am meisten darunter leiden, sehr bewusst ist und auch dementsprechende Forderungen stellt, um für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Aber vielleicht kannst Du mir erklären, wie das gemeint war?
    Liebe Grüße, Katharina

    • Liebe Katharina,

      da hast du natürlich Recht. Die meisten Teilnehmer*innen der Fridays-for-future-Bewegung sind sich dem bewusst und hoffen sowie arbeiten für eine Zukunft, die auch die Ärmsten der Armen inkludiert. Nichtsdestotrotz finde ich es wichtig, für uns, aber auch für alle Fridays-for-future-Teilnehmer*innen, sich bewusst zu machen, dass es nicht nur die Umstände vor Ort – wie Hitzewellen und Dürre – sind, die der Klimawandel beeinflusst, sondern auch unser grünes Einkaufsverhalten Folgen hat, die wir oft nicht bedenken. :)
      Liebe Grüße!

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