Master statt Spielplatz: Über das Ich-bleiben als junge Mutter

23. November 2018 von in

Unter meinen Freundinnen gibt es erst sehr wenige, die schon ein Kind bekommen haben. Die Welt als Mutter ist für mich deshalb noch so ein großes Mysterium, dass ich zwischen Panik und Vorfreude, Unsicherheit und Aufgeregtheit hin und her schwanke. Über jede Geschichte einer Freundin, die schon Mutter ist, freue ich mich daher immer ganz besonders, denn es gibt keinen besseren Realitätscheck, als eine Person, die einem nahe steht, all das fragen zu können, was man wissen möchte.

Eine dieser Freundinnen, die ich nur mit offenem Mund bewundern kann, ist Léonie: Sie ist nicht nur die souveränste junge Mutter, die ich je gesehen habe, sondern hat sich mitten in der Schwangerschaft dazu entschlossen, die Elternzeit ganz für sich selbst zu nutzen. Mit einem Masterstudiengang, der nicht mal in ihrer eigenen Stadt stattfinden sollte. Warum sich Léonie dazu entschied, zu pendeln, sich mit umgeschnalltem Kind in die Vorlesung zu setzen und danach auf den Spielplatz zugehen, wie dieser Plan in der Realität aussah und wie sie es schafft, auch als Mutter sie selbst zu bleiben, erzählt sie uns hier im Interview!

Zu welchem Zeitpunkt in deinem Leben wurdest du schwanger? 

Ich wurde zwar unerwartet schwanger, aber definitiv gewünscht. Mit 27 lebte ich seit fünf Jahren mit meinem Freund in Wien und hatte schon ein paar Jahre nach meinem Erststudium gearbeitet.

Wie kamst du zu der Entscheidung, deine Elternzeit anders zu verbringen, als “nur” für dein Kind da zu sein? 


Nach meinem Bachelor in Gesundheits- und Krankenpflege wollte ich auf jeden Fall noch ein aufbauendes Studium machen. Nach einem eher unbefriedigendem ersten Master-Versuch entschied ich mich, erstmal in einem Krankenhaus in Wien zu arbeiten. Die ersten Jahre dort waren sehr schön, dann kam ich aber doch an eine perspektivische Grenze. Ich hatte schon länger ein spannendes Masterstudium an der LMU in München im Auge, der Master of Epidemology and Public Health, aber noch keine konkreten Umsetzungsideen. Ich arbeitete also erst mal weiter, bis ich dann unerwartet schwanger wurde.

In Österreich hat man die Möglichkeit, maximal zwei Jahre in Elternzeit zu gehen, mit der Sicherheit im Anschluss zum selben Job zurückkehren zu können. Dazu sind jeweils acht Wochen vor und nach der Geburt bezahlter Mutterschutz gegeben. Es gibt eine gewisse Summe, die einem während der Elternzeit zusteht, abhängig von mehreren Faktoren, wie der Dauer des Angestelltenverhältnisses. Je länger man zu Hause bleibt, desto weniger Geld erhält man monatlich. Schon kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest fing ich an, mir auszumalen, wie ich die Zeit mit meinem Baby verbringen könnte. Natürlich ist das beim ersten Kind alles abstrakt und vielleicht auch geprägt von Bildern, die man über soziale Medien oder Romane erhält. Da ich die erste Schwangere in meinem nahen Freundeskreis war und leider die Schwangerschaften meiner Schwester in München aufgrund meines Lebens in Wien nur entfernt mitbekam, konnte ich mir noch keine realistische Vorstellung meines zukünftigen Alltags machen.

Mir kam dann recht schnell wieder das Studium in München in den Sinn, mit der Hoffnung, in den zwei Jahren mit meinem Baby den in München lebenden Teil meiner Familie viel häufiger sehen zu können. Und auch die Möglichkeit zu haben, intellektuell aus der Baby-Blase herauszukommen. Ich hatte schon stark das Bedürfnis, etwas für diese Zeit zu planen, anderweitig produktiv zu sein. Also bewarb ich mich an der LMU, als ich im vierten Monat schwanger war, nahm dann an der Eignungsprüfung und dem anschließenden Interview im achten Monat teil, bestand und begann das Masterstudium, als mein Sohn neun Wochen alt war.

Wie liefen die Wochen und Monate vor und nach der Geburt ab? Was lief dabei wie erwartet, was eher nicht?

In den Wochen vor der Geburt war ich natürlich voller Ungeduld und Vorfreude auf das kleine Geschöpf, das in mir heranwuchs und voller Faszination, was mein Körper da vollbrachte. Obwohl ich beruflich bereits viele Geburten miterlebt hatte, fürchtete ich mich auch nicht vor der Geburt, die dann auch mehr oder weniger komplikationslos verlief. Trotzdem war ich nicht auf die plötzliche hormonelle Umstellung vorbereitet und auf den starken, nachgeburtlichen Blutverlust, den “Wochenfluss”.

Stück für Stück wurde mir dann erst richtig bewusst, dass ich ein eigenes Kind in die Welt gesetzt hatte, für das ich ab jetzt Verantwortung und Sorge tragen und nach dessen Bedürfnisse ich mich richten musste. Es war übermannend und beängstigend. In der Zeit nach der Geburt, litt ich unter einer postpartalen Verstimmung – mich bedrückte meine unberechenbare Lebenssituation, die große Veränderung, die die Geburt auf meine Partnerschaft hatte, das immense Schlafdefizit und das Gefühl der Isolation. Die Einschränkung des Bewegungsraumes, vor allem die stärkere Bindung an die private Sphäre frustrierte mich. Gefühle der Fremdbestimmung, der Abhängigkeit und Bedeutungslosigkeit bestimmten meinen Alltag. Neid und latente Vorwürfe, wenn mein Partner arbeiten war, und er etwas anderes außer Schreien, Windeln und Stillen erlebte.

Mir fehlte die gesellschaftliche Anerkennung für diese so wichtige, aber nicht messbare und nicht effiziente Arbeit der Fürsorge für ein Kind. Mein Partner und ich suchten kontinuierlich nach Ruhe, Zeit für uns und Selbstverwirklichung. Ich verspürte einen starken Wunsch nach meinem alten Leben, und mir fiel es schwer, mich auf diesen Ausnahmezustand einzulassen. Das hört sich jetzt alles katastrophal an – und währenddessen fühlte es sich auch genauso an!

Glücklicherweise hatte ich einen Partner und eine Familie, die voller Verständnis und Unterstützung waren. Das Studium und die dadurch gewonnen Freundschaften stellten für mich aber auch eine Art Rettungsring dar; auch wenn das ständige Pendeln, die Vorlesungen und Seminare mit umgeschnallten Baby und die Organisation drum herum eine ziemliche Herausforderung waren. 
Inzwischen ist einige Zeit vergangen und ich wünschte, ich hätte damals gewusst, wie unbeschreiblich schön und lustig das Leben mit Kind werden würde. Dass sich der Alltag normalisiert, dass man nicht für immer überfordert und übermüdet ist, dass die Partnerschaft wieder glücklich und ausgeglichen werden kann und dass diese unbeschreibliche Liebe für das eigene Kind tatsächlich Tag für Tag wächst.

Was waren und sind die größten Herausforderungen deines Studiums, während dein Sohn so klein war?

Zu Beginn des Studiums war die Organisation etwas einfacher. In seinen ersten Lebensmonaten konnte ich ihn einfach in der Trage mit in die Vorlesungen nehmen. Stillen und schlafen ging währenddessen. Natürlich war ich oft nach schlaflosen Nächten ziemlich erschöpft, aber es war trotzdem eine bedeutsame Verpflichtung für mich. Es half natürlich auch sehr, dass die Studiengangsleitung unglaublich kulant und hilfsbreit war. Je mobiler und gesprächiger der Kleine aber wurde, desto seltener konnte ich natürlich mit ihm den Hörsaal besuchen. Inzwischen geht es nur mit der Hilfe meiner Schwester oder meines Freundes, der selbstständig arbeitet und sich dann meistens die Zeit nehmen kann, sich um unseren Sohn zu kümmern. Er unterstützt mich dabei voll und ganz, ich habe da wirklich großes Glück, denn nur so ist das ständige Pendeln und Studium überhaupt möglich.

Die Zeit zum Lernen und Wiederholen muss ich mir inzwischen natürlich auch freischaufeln und organisieren. Natürlich verspürt man auch einen ganz anderen Druck, weil die Zeit zur Selbstentfaltung, aber auch die mit dem eigenen Kind so kostbar ist. Die Erwerbstätigkeit der Frau ist ja doch inzwischen zur gesellschaftlichen Norm geworden, trotzdem ändert sich wenig an der Zuschreibung der geschlechterspezifisch zugeordneten Verantwortlichkeit für Kinderbetreuung.

Wenn ich von meinem Familienleben in Wien und meinem Studium in München während der Elternzeit erzähle, höre ich immer wieder schuldgeschwängerte Sätze von anderen Müttern wie “Ich könnte ja nie mein Kind so lange zurücklassen” oder “Wie du das aushältst, ich würde ja mein Kind total vermissen”. Natürlich fehlt mir mein Sohn ungemein in der Zeit, in der ich nicht zu Hause bin. Aber ich weiß auch, dass er in besten Händen ist – und zwar in denen seines Vaters. Darüber, dass ich nicht alleine für die Versorgung und Erziehung meines Sohnes verantwortlich bin, bin ich sehr glücklich. Er profitiert doch nur davon, dass er eine ebenso wichtige Bezugsperson hat, die ihn genauso liebt wie ich. Ich nutze die Zeit, um mich weiterzubilden, berufliche Kontakte zu knüpfen, Freundschaften zu pflegen und auch Zeit für mich zu haben, die mir für den Alltag zu Hause mit Kind unglaublich viel Energie und Motivation gibt. Auch halte ich Krabbelgruppen und Spielplatz-Konflikte leichter aus, und kann Konkurrenz unter Müttern eher belächeln.

Wie schaffst du es heute, nicht nur Mutter zu sein, sondern auch du selbst zu bleiben?


Zeit nehmen für Sport, Abende und Austausch mit Freunden, lesen und viel Sex. All das, was ohne Kind selbstverständlich war, braucht inzwischen Kompromisse, Organisation und ist sogar mit Arbeit verbunden. Das Muttersein ist eine unglaublich erfüllende neue Rolle, aber ich möchte mich nicht nur dadurch definieren und definiert werden. Die Zeit ohne Kind mit Freunden oder Partner, ist natürlich eine ganz andere, wenn man sich ganz aufeinander konzentrieren und unterhalten kann. 
Klingt abgedroschen, aber ist essentiell: Sich Zeit für Zweisamkeit nehmen. Sex ist eine total wichtige Energiequelle der Beziehung und dem eigenen Wohlbefinden nach der Geburt, selbst wenn man ihn manchmal sogar planen muss.

Was würdest du Frauen mitgeben, die ein Kind bekommen, aber auch sie selbst bleiben wollen? 

Generell glaube ich, dass es ist ziemlich wichtig ist, vor der Geburt offen mit seinem Partner darüber zu sprechen, welche Vorstellungen man von Familienarbeit, Erziehungsfragen und Aufgabenverteilung hat. Es kann natürlich nur Formelles geplant werden. Wer will mit welchem Pensum weiterarbeiten, ist der Arbeitgeber bereit dazu, oder ob es sonst noch Alternativen gibt, die für beide stimmen. Man muss als Paar, wenn das Kind dann auch da ist, die Situation immer wieder möglichst objektiv anschauen und sich fragen, ob es für beide so passt.

Unsere Gesellschaft ist ja leider nicht auf eine gleichberechtigte Aufgabenverteilung eingerichtet, man muss in der Organisation des Alltags ziemlich kreativ sein. Ich glaube, dass für die Qualität der Beziehung Fairness eine wichtige Rolle spielt. In einem partnerschaftlichen Rollenmodell erleben beide was es bedeutet, einen gemeinsamen Haushalt zu schmeißen, ein Kind zu betreuen und Geld zu verdienen. Das begünstigt gegenseitiges Verständnis und Anerkennung. Es tut gut, sich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen machen und gemacht haben. Aber auch sich regelmäßig Auszeiten bieten, um Sport zu machen oder alleine Freunde zu treffen, finde ich auch ganz wichtig.

Öfters habe ich außerdem mitbekommen, dass Frauen plötzlich einen abstrakten Baby- bzw. Schwangerschaftswunsch entwickeln, wenn sie zum Beispiel gerade unzufrieden mit ihrer momentanen Arbeits- oder Lebenssituation sind. Die Vorstellung eines eigenes Kindes kann da schnell als „einfache” Alternative gesehen und einer vielleicht langwierigen Änderung der Situation bevorzugt werden. Ich glaube, in den wenigstens Fällen geht dieser Plan am Ende auf.

Wieviel Alltags- und Jobstruktur kann man überhaupt im Voraus planen, wenn man ein Kind bekommt?

Damit man einigermaßen planen kann, braucht man ein verlässliches soziales Netzwerk und im besten Fall später auch einen Kinderbetreuungsplatz. Selbst dann sollte man aber trotzdem mit nicht planbaren Zwischenfällen rechnen, wie Kinderkrankheiten, Phasen, in denen das Kind komplett auf einen fixiert ist, Entwicklungsschübe hat und wenig schläft, kurzfristiges Abspringen der Betreuung. Ich glaube, eine bestmöglich flexible und anpassungsfähige Haltung ist anfangs zu empfehlen. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Was muss oder möchte ich umsetzen, was kann warten, wie kann ich das in der jetzigen Situation schaffen? Es ist wichtig, sich der neuen Realität zu stellen und Prioritäten zu setzen. Ich habe aber mit der Zeit ungeahnte Kräfte entwickelt, wenn es darum ging, wichtige Dinge zu erledigen.

Viele Frauen, die noch nicht Mutter geworden sind, denken, ab der Schwangerschaft muss alles “fertig” und perfekt darauf vorbereitet sein. Die Lebensumstände, aber auch man selbst. Wie stehst du dazu?


Der Satz “Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt für ein Kind” hat sich aus meiner Sicht bewahrheitet. Wie kann man sich schon auf so einen lebensverändernden Einschnitt “perfekt” vorbereiten? Natürlich ist es hilfreich und entlastend, wenn man ökonomisch abgesichert ist, einen Partner an seiner Seite hat, der weiterhin eine gleichberechtigten Beziehung und Fürsorge des Kindes möchte, man über ein soziales Supportnetzwerk verfügt und eine sichere Wohnsituation hat, die dazu noch groß genug ist.

Das regelmäßige Schwangerschafts-Yoga ist kein Garant für eine leichtere oder komplikationslose Geburt. Die Wahrscheinlichkeit besteht immer, dass man sich in dem manchmal sehr banalen und doch unglaublich anstrengenden Alltag mit Baby wieder nach dem selbstbestimmten, durchoptimierten Leben voller Anerkennung und Erfolg sehnt. Dass man ambivalente Gefühle wie Wut, Selbstzweifel und Widerwillen empfindet. Mutterschaft bedeutet anfänglich einen, zumindest temporären, Verlust an Autonomie. Der eigene Status wird durch Mutterschaft in westlichen Gesellschaften nicht wesentlich verbessert, und in der Regel wird man finanziell vom Partner abhängig.

Ich glaube, man muss sich auf die Unberechenbarkeit und Unübersichtlichkeit der Welt mit Baby einlassen und sich immer wieder bewusst machen, dass das Phasen sind, die sich kontinuierlich verändern und auch unglaublich Spaß machen können. Man verliert anfänglich ein großes Maß an Spontaneität, wird auch gewissermaßen entschleunigt. Es ist ein Lern- und Gewöhnungsprozess, den man aber auch sehr genießen kann. Mir fiel es unter anderem auf, als ich anfing, die Natur und soziale Umwelt durch Kinderaugen wieder ganz unvoreingenommen und detailliert wahrzunehmen.

Können Freunde auch gute Helfer sein?

Ja! Man muss, wenn Freunde ihre Hilfe anbieten, diese auch unbedingt annehmen können. Das kann auch ein Lernprozess sein. Es hat auch seine großen Vorteile, wenn man im Freundeskreis die erste ist, die ein Kind bekommt. Da bestehen oft noch Ressourcen, sich um das Kind von Freunden zu kümmern. Auch hier glaube ich, dass durch meine Freunde die Sozialwelt meines Sohnes nur bereichert wird. Er erhält neue Sichtweisen, interagiert anders als mit mir und meinem Freund und kann eben auch Vertrauen in andere Menschen – neben uns – entwickeln.

Was hast du für deine restliche Elternzeit geplant?


Voraussichtlich werde ich in den USA mein Pflichtpraktikum absolvieren und eventuell meine Masterarbeit im Bereich der Virus-Epidemiologie damit verbinden – somit stehe ich gerade, nebst Vorlesungen, Prüfungen, Hausarbeiten und Kita-Eingewöhnung, vor einem großen Organisationsberg!

Vielen Dank für das Gespräch und nur das Allerbeste für die nächsten Pläne!

Fotos: Max Kropitz

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8 Antworten zu “Master statt Spielplatz: Über das Ich-bleiben als junge Mutter”

  1. Das ist ein sehr schönes Interview und Léonie wirklich eine klasse Frau. Ich finde es bewundernswert, dass sie sich für diesen Weg entschieden hat und darüber hinaus finde ich es super, wie ehrlich sie vom Mutterwerden erzählt.
    Umso mehr ärgere ich mich über folgenden Satz in der Einleitung: „Warum sich Léonie dazu entschied, zu pendeln und sich mit umgeschnalltem Kind in die Vorlesung zu setzen, statt nur Latte Macchiato auf dem Spielplatz zu trinken,“
    Dieses Klischee zu bedienen finde ich super ätzend! Als würde jede Mutter, die in ihrer Elternzeit nicht an ihrem persönlichen Weiterkommen arbeitet, nur abhängen und ihre Freizeit genießen. Der Satz ist echt absolut überflüßig.

    • Hab ihn schon geändert, hattest total recht! Es stimmt ja auch gar nicht, dass Selbstverwirklichung heißt, nicht trotzdem auch auf den Spielplatz zu gehen. Gleichzeitig fände ich es für mich auch eine schöne Vorstellung, überhaupt eine Elternzeit zu haben und mich darin nicht auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren zu müssen. Ich finde es aber sehr ermutigend zu sehen, was alles geht, wenn man es will.

  2. Gut, dass Du das geändert hast! Ich habe mich auch ziemlich über diese Klischeekeule gewundert. Ich selbst bin seit bald einem Jahr in Elternzeit und wohne in Berlin Prenzlauer Berg – dieses Bild habe ich in all den Monaten aber nicht nicht bestätigt sehen können. Stattdessen viele sehr unterschiedliche Entwürfe, teils aus den Umständen heraus, teils gewollt. Da sind Mütter die nebenbei fernstudieren, oder viele kleine Reisen machen (Interrail, kein Jetset), Mütter, die auch noch ein halbes Jahr nach Geburt mit psychischen oder physischen Verletzungen hadern, solche die plötzlich alleinerziehen und solche, die einfach nur dieses eine Jahr abseits der Tretmühle Arbeitswelt in vollen Zügen genießen. Elternzeit ist bunt! Daher bitte, bitte keine unreflektierten Phrasen dazu, denn dieses erste Jahr ist zu aufregend und wild, um es verbal in ein Schema zu pressen.

    • Da hast du sehr recht! Meine Ausgangslage ist eher, dass ich mir so große Sorgen mache, wie man als Freiberufler ohne oder mit eingeschränkter Elternzeit überhaupt alles gebacken kriegt. Deshalb finde ich es total ermutigend zu hören, wie sich jemand bewusst gehen die reine Elternzeit (was damit gemeint war) entscheidet, auch wenn sie die Möglichkeit dazu hätte!

  3. Super, dass du das Thema aufgreifst. Ich bin selbst mitten im Studium schwanger geworden und probiere seitdem die vielen Bausteine jeden Tag aufs neue zusammenzufügen. Das schwankt täglich zwischen Verzweiflung und absolutem Glück.

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