Cherry Picks #43

21. Dezember 2018 von in

„It has been a difficult fall, a difficult year. I just killed another plant. It seems like everyone is getting sick and then sicker; my friends are experiencing losses so catastrophic they seem impossible to live through; we’re all hooked up to bad news like it’s a toxic IV drip.“ Die Weihnachtszeit crasht jedes Jahr pünktlich in den Alltag, egal wie es einem geht, egal wie die Umstände sind und ob es gerade reinpasst. Was passiert, wenn man trotzdem mit aller Kraft mitmacht im cheerful Dezember, lest ihr hier!

Erst kürzlich hatte ich eine lange Diskussion über die Frage, ob man streng darauf achten sollte, dass von beiden Partnern 50% des Haushalts übernommen werden. Ich denke: ja, vor allem bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich beide daran gewöhnt haben und die Dinge automatischer laufen. Denn Mitzudenken ist Gewöhnungssache, und Frauen wird dieser Skill oft intensiver anerzogen.
Interessant werden diese Fragestellungen vor allem beim Thema Elternzeit: „Es könnte so schön einfach sein, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen. Fair wäre es, wenn die Frau einfach das erste Kind bekommen würde und der Mann das zweite – oder umgekehrt.“, schreibt die SZ in diesem Artikel. So einfach ist es natürlich nicht, und deshalb ist auch die 50-50-Frage beim Thema Kinderkriegen etwas komplizierter. Was bei jeder Entscheidung, so individuell sie auch sein mag, aber zu beachten ist: Wer arbeitstechnisch zurücksteckt, kann vom Anderen verlangen, zusätzlich für seine Rente vorzusorgen. Und sollte sich bewusst sein, dass seit 2008 gilt: Bei einer Scheidung wird von der Frau erwartet, „wieder in Vollzeit zu arbeiten, sobald ihr Kind drei Jahre alt ist. Anspruch auf Unterhalt hat sie dann nur noch für den Nachwuchs, nicht aber für sich selbst.“ 

Weiter geht es mit einem Instagram-Crush: So ganz häufig passiert das ja gar nicht mehr, dass man jemanden findet, alle Bilder durchliked und am liebsten sofort auf einen Kaffee vorbeikommen würde. So ging es mir bei @jessicabaeu, die gerade Mutter geworden ist, mich aber im Gegensatz zu vielen anderen mit einer Selbstverständlichkeit anspricht, die ich faszinierend finde. Ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie normal das Leben mit Kind sich in das eigene Selbstverständnis einfügen kann, ohne dass man sich sofort zum Stereotyp Mutter wandeln muss, was sich für mich selbst bisher nur befremdlich anfühlt. Vielen Dank für ganz viel Lebensgefühl-Inspiration, @jessicabaeu!

„Ganz egal, in welche Richtung ich die Isar lang spaziere, ganz egal, ob ich frühstücken oder ein Glas Weißwein trinken möchte, ich lande jedes Mal hier.“ Wer mich außerdem schon lange, lange in Sachen Lebensgefühl inspiriert, ist meine Freundin Anja. Mit ihrem Lieblingscafe-Tipp am Münchner Isarufer löst sie in mir so viele Erinnerungen an lange Cafétage mit ihr in unserem Studium, an Sonnenspaziergänge und Kuchenstücke aus. Und lässt mich jetzt schon den Frühling herbeisehnen, wenn wir bei ersten Sonnenstrahlen im Café Hüller sitzen werden!

In diesem und diesem Artikel habe ich mich dieses Jahr mit dem Thema Prostitution befasst, das sehr divers diskutiert wird. Eine Meinung ist, dass jede Frau selbst entscheiden soll, was sie mit ihrem Körper tut, dass es auch selbstbestimmte Prostitution geben kann und in diesen Fällen das Stigma der Gesellschaft gelöst werden sollte. Hinter dieser Meinung stehe ich nach wie vor, trotzdem darf und muss nicht unter den Tisch gekehrt werden, dass diese selbstbestimmte Prostitution nur einen kleinen Teil betrifft. Der Großteil aller Frauen, die sich prostituieren, hat keine andere Wahl oder wird sogar gewaltsam dazu gezwungen. Das passiert in Deutschland, das passiert aber in besonders großem Stil auch gleich hinter der deutschen Grenze, und wird dank deutscher Freier zum gut laufenden Geschäft. Die gesamte Reportage lest ihr hier.

Illustration in der Collage: Drew Albo, Fotos Café: Café Hüller

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